Bezirksamt lässt Altautos abschleppen.
Bezirksamt lässt Altautos abschleppen.
  • Vor allem ein Hamburger Bezirk lässt Altautos abschleppen.
  • Foto: picture alliance / dpa/Marcus Brandt

Bezirk geht gegen Hamburgs illegalen Auto-Friedhof vor

Rostige, gammelige Schrottkarren sind in Hamburg ein echtes Ärgernis, vor allem in Industriegebieten wie Rothenburgsort/Billbrook. Nicht abgemeldete oder nicht mehr fahrtüchtige Autos blockieren dort seit Jahren die Gehwege und Parkplätze. Seit etwa einem Jahr geht der Bezirk Hamburg-Mitte dort konsequent in einer Abschlepp-Offensive gegen den Auto-Friedhof vor will seinen Radius aber noch ausweiten.

In dem 700 Hektar großen Industriegebiet Rothenburgsort/Billbrook wurden laut dem Bezirksamt über Jahre häufig und systematisch nicht mehr fahrtüchtige Fahrzeuge abgestellt. „Die dadurch blockierten Parkflächen fehlen den Gewerbetreibenden und Beschäftigten“, heißt es in einer Mitteilung. Deswegen habe man sich gemeinsam mit der Wirtschaftsbehörde dazu entschieden, nicht mehr tatenlos zuzusehen.

Rothenburgsort: Bezirk geht gegen Auto-Friedhof vor

Im Zeitraum 24. November 2021 bis 3. Januar 2023 wurden im Projektgebiet insgesamt 1158 solcher Autos gemeldet. Die Meldungen an das Bezirksamt kamen von anderen Dienststellen, Bürgerinnen und Bürgern und eigenen behördlichen Kontrollgängen.

Stellte der Wagen eine Gefährdung für den Straßenverkehr dar, wurde er unmittelbar abgeschleppt. In allen anderen Fällen ist eine einmonatige Abschlepp-Galgenfrist vorgesehen. Insgesamt wurden bisher 260 solcher Autos entfernt. 413 Stück wurden innerhalb der Frist und 248 sogar davor entfernt. 147 Autos warten noch auf das Ende ihrer Frist und weitere 90 Fälle sind noch in Bearbeitung.

So viele Autos wurden in Rothenburgsort abgeschleppt

„Der Druck durch regelmäßige Kontrollen und konsequentes Abschleppen nach Fristablauf hat offensichtlich gewirkt“, resümiert Bezirkschef Ralf Neubauer (SPD). „So wurden mehr als die Hälfte der Altautos von den Verantwortlichen selbst entfernt. Die Botschaft ist also angekommen.“ Das sei aber erst der Anfang: „Wir schauen uns auch die Wohnstadtteile genauer an, insbesondere in der Nachbarschaft wie Hamm-Süd und Rothenburgsort. Aber auch in Wilhelmsburg sind wir am Ball.“

Rote Hinweiszettel des Bezirksamts Hamburg-Mitte kleben auf den Windschutzscheiben unrechtmäßig abgestellter Fahrzeuge im Industriegebiet Billbrook. picture alliance / dpa/Marcus Brandt
Rote Hinweiszettel des Bezirksamts Hamburg-Mitte kleben auf den Windschutzscheiben unrechtmäßig abgestellter Fahrzeuge im Industriegebiet Billbrook.
Rote Hinweiszettel des Bezirksamts Hamburg-Mitte kleben auf den Windschutzscheiben unrechtmäßig abgestellter Fahrzeuge im Industriegebiet Billbrook.

Das Industriegebiet Billbrook/Rothenburgsort ist das größte zusammenhängende Industriegebiet Norddeutschlands außerhalb des Hamburger Hafens. Entstanden ist die rund 770 Hektar große Fläche über 150 Jahre überwiegend aus ehemaligem Marschland und Sumpfgebiet im Urstromtal der Elbe. Das Gebiet umfasst im Wesentlichen den Stadtteil Billbrook (circa 610 Hektar), einen großen Teil des Stadtteiles Rothenburgsort (circa 125 Hektar) sowie kleinere Teile der Stadtteile Horn (circa 18 Hektar) und Billstedt (circa 28 Hektar).

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Neben der großflächigen industriell-gewerblichen Nutzung ist das Gebiet durch ein Netz von Wasserstraßen geprägt, dass insgesamt eine Fläche von circa 77 Hektar umfasst. Im Industriegebiet Billbrook/Rothenburgsort arbeiten etwa 24.000 Beschäftigte in rund 1.200 Unternehmen. Dort ist eine große Bandbreite von industriellen oder industrienahen Unternehmen und Branchen angesiedelt: Betriebe des Speditions- und Lagereigewerbes, der Baubranche, der Chemie- und Kunststoffproduktion, der Entsorgung, des Großhandels, des Maschinenbaus sowie der Lebensmittelproduktion bilden hierbei die Branchenschwerpunkte. (aba)

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