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  • So soll das „Paulihaus“ neben der Rindermarkthalle aussehen 
  • Foto: Bloomimages/hfr

Baugemeinschaft fühlt sich bedroht: Massive Anfeindungen: Stoppt Gewalt das Paulihaus?

Am frühen Montagmorgen sollten 21 Bäume gefällt werden für den Bau des „Paulihauses“ am Neuen Pferdemarkt. Wegen zunehmend gewaltsamer Proteste gegen den Neubau wurden die Arbeiten aber bis auf weiteres abgesagt. Die Bauherren schildern „massive Anfeindungen.“

Rund 80 Protestler waren gegen 4.30 Uhr am Montagmorgen vor Ort, um sich gegen die Fällungen der Bäume zu stemmen. Am Sonntag hatten mehrere hundert Aktivisten die Stämme symbolisch mit Wollfäden umwickelt. Die Fällung wurde abgesagt: „Wir betrachten das als einen Etappensieg“, so Steffen Jörg von der Initiative „St. Pauli Code Jetzt“.

Paulihaus: Protest gegen Baumfällungen

Hunderte Menschen kam zusammen, um für die Bäume und gegen das Paulihaus zu protestieren.

Hunderte Menschen kam zusammen, um für die Bäume und gegen das Paulihaus zu protestieren.

Foto:

Quandt

Wann werden die Bäume fallen? Regine Jorzick, Sprecherin des ausführenden Immobilienunternehmens „Hamburg Team“  zur MOPO: „Zu dem weiteren Vorgehen kann ich noch nichts sagen. Die Baugruppe muss die massiven Anfeindungen, die uns in der vergangenen Woche erreicht haben, erst einmal bewerten.“ Sie schildert Verunglimpfungen von Mitarbeitern, aufgestochene Reifen, eingeschlagene Scheiben bei der Werbeagentur „Markenmacherei“, einem der Bauherren.

Hamburg: Stoppt Gewalt das Paulihaus?

Als besonders einschüchternd wurde offenbar der offene Brief von „Park Fiction“ aufgenommen, in dem die Aktivisten sich über die Verwendung „ihrer“ symbolischen Palmen bei einer Visualisierung des „Paulihauses“ beschwerten – und verkündeten, dass eher Polizeiketten auf das Bild gehörten, was die Baugruppe als Androhung von Krawall versteht. Die Gegner des Neubaus bemängeln, dass der große Bau nicht in das Quartier passe und es keine ausreichende Bürgerbeteiligung gegeben habe. 

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Fällung abgesagt: Die Bäume am Neuen Pferdemarkt bleiben zunächst unangetastet.

Foto:

Quandt

„Wir wollen kein Haus bauen, das wir von Anfang an unter Polizeischutz stellen müssen“, so Jorzick. Gleichzeitig wolle man sich der Gewalt nicht beugen: „Wir haben eine Baugenehmigung und eine Fällgenehmigung. Wir sind nicht bereit, uns von einer kleinen, gewaltbereiten Minderheit sagen zu lassen, was wir dürfen.“

St. Pauli: Polizeischutz für Paulihaus

Von der Initiative „St. Pauli Code Jetzt“ gehe die Gewalt nicht aus, betont die Sprecherin: „Aber die Initiative aktiviert weitere Kreise.“