Kevin Nafar und Katherina Giannoglou
  • Kevin Nafar, Geschäftsleitung der „Kaifu-Lodge“ und Katherina Giannoglou, Influencer und Trainerin, auf vier Quadratmetern Trainingsfläche.
  • Foto: Marius Röer

Hamburger Fitnessstudio sagt Corona-Plauzen mit App den Kampf an

Geschlossene Fitnessstudios, steigende Zahlen auf der Waage, Vorratsschränke, die vor lauter Hamsterkäufen platzen, Schrittzähler, die einstauben etc.: Die Corona-Pandemie hat Spuren hinterlassen, und bei vielen auch das eine oder andere Kilo. Ein paar Sportbegeisterte setzten während der Corona-Pandemie auf YouTube-Workouts und Home Training von Influencern, um fit zu bleiben – vieles wurde digitaler. Ein Hamburger Fitnessstudio hat daraus gelernt und kommt nun mit eigener App um die Ecke.

Das Fitnessstudio „Kaifu-Lodge“ in Eimsbüttel hat am Mittwoch ein neues digitales Fitness-Angebot für Zuhause vorgestellt. Die App „4m2“ beinhaltet Live-Training, eine Mediathek, eine 30-Tage-Challenge sowie Ernährungspläne. „Die Idee kam während des ersten Lockdowns“, sagt Kevin Nafar aus der Geschäftsleitung der „Kaifu-Lodge“. „Zum ersten Mal mussten wir schließen, das gab es noch nie. Wir haben dann angefangen, Videos von Sportkursen mit dem Handy aufzunehmen, um sie den Mitgliedern online anzubieten. Schnell merkten wir aber: Das muss professioneller werden. So entstand dann schließlich die App ,4m2‘. Sie heißt so, weil jede:r zu Hause vier Quadratmeter hat und man mehr auch nicht braucht“, so Nafar.

Kevin Nafar und Georgia Grau.
Kevin Nafar, Geschäftleitung der Kaifu-Lodge, und Georgia Grau, Projektleiterin von „4m2”. „Die Idee von ,4qm‘ kam uns während des Lockdowns“, so Nafar.

Hamburg: Freiwillige machten den Test

Es gibt fünf verschiedene Trainer:innen, die von Yoga über Fettverbrennung bis Muskelaufbau alles anbieten. Nutzer:innen können selbst entscheiden, ob sie während der Live-Sessions die Kamera einschalten, um bei möglichen Fehlern während des Trainings korrigiert zu werden. Die Teilnehmer:innen können miteinander chatten, sich anfeuern und gegenseitig motivieren. Ob Anfänger:innen oder Muskelpakete, es ist für jede:n etwas dabei. Ein paar Freiwillige machten den Test.

„Ich fand den Yoga-Kurs echt super, mir hat das sehr gut gefallen und ich bin selbst Yoga-Lehrerin“, sagt Soraya Scheuring, Yoga-Lehrerin und Influencerin aus Eppendorf. „Für mich wäre das eine Ergänzung zu Kursen im Fitnessstudio, wenn man mal keine Lust oder Zeit hat, dahin zu fahren“, sagt die 22-Jährige zur MOPO.

Soraya Scheuring (22)
Soraya Scheuring (22) ist selbst Yoga-Lehrerin und ist begeistert vom Online-Angebot.

„Ich gehe allerdings doch lieber ins Gym“

Haykaz Ghazaryan (30) aus Eppendorf ist selbst Trainer, hat nun zum ersten Mal Yoga ausprobiert. „Für Anfänger ist das auf jeden Fall auch etwas. Manchmal musste ich bei den anderen schauen, was nun z. B. der ,herabschauende Hund‘ ist, aber das geht schon“, sagt Ghazaryan und lacht. „Ich gehe allerdings doch lieber ins Gym, als zu Hause zu trainieren“, sagt er.

Haykaz Ghazaryan probiert sich zum ersten Mal an Yoga.
Haykaz Ghazaryan (30) versucht sich zum ersten Mal an Yoga.

Schauspielerin und Vierfachmutter Nina Bott (43) ist großer Fan des Programms. „Finde mal für vier Kinder einen Babysitter. Ich habe keine Zeit, ins Fitnessstudio zu gehen. Die App ist genau das Richtige für mich“, sagt Bott zur MOPO. „Während des Lockdowns habe ich mich mal an YouTube-Workouts probiert. Ich habe es allerdings schnell wieder aufgegeben, weil ich mir nicht sicher war, ob ich das jetzt richtig mache. Bei ,4m2‘ werde ich korrigiert, wenn ich etwas falsch mache“, so die Schauspielerin. Bald will die 43-Jährige selbst als Trainerin in der App mitwirken.

Nina Bott (43)
Für Schauspielerin Nina Bott (43) kommt das digitale Angebot wie gerufen.

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Neben der Kaifu-Lodge haben viele Hamburger Fitnessstudios und Influencer während des Lockdowns digitale Workouts angeboten. So brachte etwa auch die Hamburger Influencerin Caro Daur ihre Follower mit YouTube-Videos zum Schwitzen. Auch die Fitnessstudios „Elbgym“ und der „Urban Sportsclub“ setzten auf Online-Kurse. Zudem wurde vermehrt Sport im Freien angeboten. Eines hat die Corona-Pandemie gezeigt: Ohne Kreativität und Digitalisierung geht nicht viel.

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