170er Mercedes mit Kennzeichen „BH“ für „Britische Zone Hamburg“, das es bis 1956 gab.
  • 170er Mercedes mit Kennzeichen „BH“ für „Britische Zone Hamburg“, das es bis 1956 gab.
  • Foto: privat/hfr

Als Autos in Hamburg noch der ganze Stolz waren

Sie wurden penibel gepflegt, von Hand gewaschen und oft sorgsam in abschließbaren Einzelgaragen geparkt: Die Rede ist natürlich vom Automobil. Sehen Sie jetzt eine Auswahl von historischen Autofotos, welche die MOPO-Reporter auf Flohmärkten entdeckt haben. Sie zeigen Hamburger vor ihren treuen Gefährten aus Blech.

Der elegante schwarze Opel mit dem weißen Dach auf dem großen Farbfoto ist ein Rekord P1. Der 1957 bis 1960 gefertigte Wagen war für Opel ein Erfolgsmodell. In weniger als drei Jahren sind knapp 510.000 Autos verkauft worden. Laut Beschriftung sind die Fotos mit dem Hamburger Opel in Landshut (Bayern) gemacht worden. Man beachte auch die Shell-Tankstelle, in der die Limousine gewaschen wird, während der Besitzer neben der Shell-Muschel sitzt.

Schön vorsichtig: Dieser Hamburger Opel Rekord P1 wird um 1960 vom Shell-Tankwart per Hand gewaschen.
Schön vorsichtig: Dieser Hamburger Opel Rekord P1 wird um 1960 vom Shell-Tankwart per Hand gewaschen.

Seit 1901 führt das Mineralöl-Unternehmen das Symbol einer Muschel als Firmensignet. Und das kam so: Das Unternehmen geht zurück auf die Gründung eines Kuriositätenhandels 1833 in London und dessen Verkaufsschlager waren Muscheln, englisch „Shells“. Diese importierten die beiden Söhne des Firmengründers selbst und erweiterten den Importhandel später um Kerosin – sie kauften sogar eigene Tankschiffe.

100 Jahre gibt es das berühmte HH-Kennzeichen schon

Wenn Sie der Bildleiste oben weiter folgen, sehen Sie ein etwa 100 Jahre altes Schwarz-Weiß-Foto. Bei dem Sportwagen mit dem Kennzeichen HH-41629 handelt es sich um einen Amilcar. Die französische Automarke gab es von 1921 bis 1946. Das Foto entstand vermutlich bei einem Rennen. Das Auto trägt die Startnummer 1. Das HH im Kennzeichen gibt es übrigens seit genau 100 Jahren.

Gleich daneben präsentiert sich ein junges Paar vor seinem Ponton-Mercedes 180. Der erste Mercedes mit selbsttragender Karosserie wurde von 1953 bis 1962 hergestellt und prägte vor allem auch als Taxi (damals noch in Schwarz) mit 40-PS-Dieselmotor das Bild der deutschen Großstädte in der Wirtschaftswunderzeit.

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Darunter dann ganz groß der Vorgänger vom Typ Mercedes 170. Das Erfolgsmodell bauten die Stuttgarter von 1937 bis 1952. Kiez-Kult-Fotograf Günter Zint fuhr so ein Auto noch in den 70er Jahren als Dienstwagen bei den „St. Pauli Nachrichten“ .

Ein französischer Amilcar.
Ein französischer Amilcar.

Unter den Daimler-Benz-Modellen stehen Damen mit Hut vor ihrem DKW F93. Das Modell mit Zweitakter-Motor gab es von 1955 bis 1959 – das Kennzeichen „BH“ für „Britische Zone Hamburg“ war bis 1956 Vorschrift.

Daneben ein Paar vor einem Goliath GP 700. Die fast vergessene Automarke gehörte zum Bremer Borgward-Konzern, der 1961 pleiteging. Der 1950 bis 1957 produzierte Wagen war neben dem Gutbrod Superior das erste Auto mit Benzindirekteinspritzung.

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