Schulen und Kitas in Hamburg bleiben auch im harten Lockdown geöffnet. (Symbolbild)
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„Weder Plan noch Ziel“: Neue Kritik an Schulbehörde während Corona-Hochs

Keine Präsenzpflicht, aber geöffnete Schulen: Die Hamburger Kompromisslösung zur Schul-Frage während des Corona-Hochs ist heiß umstritten. Nun haben auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und die Hamburger Stadtteilschulen das Vorgehen der Schulbehörde stark kritisiert: Sie fordern eine langfristige Strategie – und dass die Schulbehörde endlich Verantwortung übernimmt.

Ab Mittwoch, den 16. Dezember, bis zum 10. Januar ist die Präsenzpflicht in Hamburger Schulen aufgehoben, teilte die Schulbehörde am vergangenen Sonntag mit. Grundsätzlich bleiben die Schulen aber vor und nach den Weihnachtsferien geöffnet. Die Entscheidung, ob Kinder weiterhin zur Schule gehen, müssen nun also die Eltern treffen. Zuletzt hatten die Hamburger CDU und die Linke das Vorgehen der Schulbehörde unter Schulsenator Ties Rabe (SPD) scharf kritisiert.

Harter Lockdown in Hamburg: Schulen bleiben weiter geöffnet

Nun melden sich auch die „Vereinigung der SchulleiterInnen der Hamburger Stadtteilschulen“ und der „Verband für Schulen des gemeinsamen Lernens“ (GGG) zu Wort: Die Lockdown-Beschlüsse hätten einen verpflichtenden Distanzunterricht vom 16. Dezember bis zum 10. Januar und schulische Betreuungsgruppen zur Folge haben müssen, heißt es in ihrer Erklärung. Die Aufhebung der Präsenzpflicht ließe hingegen weder Plan noch Ziel erkennen und würde die Situation für Schüler, Eltern und Pädagogen nur noch weiter erschweren. Notwendig sei ein klarer, verlässlicher Kurs.

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Der Hauptkritikpunkt: Senat und Schulbehörde übernehmen nicht die notwendige Verantwortung für Schüler, Eltern und Pädagogen. Stattdessen werde die Verantwortung den Schulen da übergeben, wo politische und behördliche Entscheidungen zum Infektionsschutz gefragt seien.

Kritik an Schulbehörde in Hamburg: Es brauche einen klaren Kurs

Auch die GEW Hamburg findet deutliche Worte: Als „verantwortungslos“ bezeichnen sie das Handeln des Schulsenators Ties Rabe. Die Behörde lasse die Schulen allein. Dass Lehrkräfte zur gleichen Zeit Schüler zu Hause und in der Schule in halbierten Klassen unterrichten sollen, sei eine Überlastung der Lehrkräfte und schon rein rechnerisch nicht möglich. „Senator Rabe und Landesschulrat Altenburg-Hack haben ihren eigenen Mathematikunterricht wohl vergessen, sonst würde ihnen aufgehen, dass dies nicht funktionieren kann!“, sagt Anja Bensinger-Stolze, Vorsitzende der GEW Hamburg.

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Sowohl die GEW Hamburg als auch die GGG fordern eine langfristige Strategie. Die GEW spricht sich für Wechselunterricht auch über den 10. Januar hinaus aus. „Es darf nicht sein, dass Anfang Januar wieder nur kurzfristige Maßnahmen ergriffen werden, die weitere Belastungen für alle an Schule Beteiligten mit sich bringen“, so Bensinger-Stolze. Die GEW habe Vorschläge in einem Eckpunktepapier zusammengefasst und wolle mit der Behörde zusammenarbeiten. Auch die GGG fordert die Entwicklung eines Masterplans, in dem unter anderem klare Corona-Grenzwerte festgelegt werden, ab denen die Zahl der Schüler in den Schulen reduziert werden muss. Ebenso sollen neue flexible Organisationsformen des Unterrichts rechtssicher gemacht werden und eine umgehende Verbesserung der Schul-Technik erfolgen. (ncd)

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