10.000 neue Wohnungen pro Jahr in Hamburg: Diese Quote in den kommenden Jahren zu halten, wird schwierig. (Symbolbild)
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„Warnschuss“: Knapp 10.000 neue Wohnungen für Hamburg – doch es gibt Kritik

Im vergangenen Jahr wurden 9805 neue Wohnungen in Hamburg gebaut. Bei dem steigenden Wohnungsmangel in der Hansestadt klingt das nach Erfolg. Doch „Die Linke“ sieht das kritisch – ein versprochener Drittelmix mit geförderten Wohnungen blieb ebenfalls aus.

In Hamburg sind im vergangenen Jahr fast 10.000 neue Wohnungen fertig geworden. Wie die Behörde für Stadtentwicklung am Dienstag mitteilte, waren für 2019 genau 12.715 Baugenehmigungen erteilt worden. Von den 9805 gebauten Wohnungen förderte die Stadt 3717 (38 Prozent) mit Steuergeldern. Seit 2011 wurden in Hamburg somit 65.545 neue Wohnungen gebaut.

Die Durchschnittsgröße der neuen Wohnungen in Hamburg stieg 2019 an – „Die Linke“ kritisiert genau das.

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Wohnungen in Hamburg: „Die reifen Früchte sind gepflückt“

Damit blieb die Zahl der fertiggestellten Wohnungen auf hohem Niveau, aber recht deutlich unter dem Vorjahr mit 10.674 neuen Wohnungen. „Die Zahl belegt einen Trend“, sagte Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW). „Es wird in den kommenden Jahren schwierig, jedes Jahr 10.000 Wohnungen zu errichten.“ So sei im vergangenen Jahr die Zahl der verkauften Bauplätze für den Geschosswohnungsbau um 22 Prozent gesunken.

„Auch unsere Unternehmen erwarten in den kommenden Jahren eine sinkende Zahl an Baubeginnen“, sagte Breitner, der für fast den halben Mietwohnungsmarkt in Hamburg spricht. Das liege am Bauboom der vergangenen Jahre. „Die reifen Früchte sind gepflückt.“ Es werde schwieriger für alle, die bezahlbare Wohnungen bauen wollen, entsprechende Grundstücke zu finden.

„Die rückläufigen Zahlen sind ein Warnschuss“

Ähnlich äußerte sich der Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW). „Das Ergebnis ist gut. Aber die rückläufigen Zahlen sind ein Warnschuss“, sagte Sönke Struck, der Vorsitzende des Landesverbandes Nord. „Der Flaschenhals sind weiterhin die Grundstücke.“

Stadtentwicklungssenatorin Dorothee Stapelfeldt (SPD) erklärte: „Damit trägt der Senat langfristig dazu bei, den angespannten Wohnungsmarkt zu entlasten, denn der Bau zusätzlicher Wohnungen ist das wirksamste Mittel gegen den Anstieg der Mieten.“ Die Senatorin hob hervor, dass auch von der Gesamtzahl der Neubauten seit 2011 mehr als ein Drittel Sozialwohnungen seien.

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„Unsere kooperative Wohnungsbaupolitik im Bündnis für das Wohnen in Hamburg wirkt“, sagte Stapelfeldt. An dem 2011 geschlossenen Bündnis sind der Senat, Verbände der Wohnungswirtschaft und das städtische Wohnungsunternehmen Saga und Mietervereine beteiligt. 2016 erneuerte der Senat das Bündnis mit dem Ziel, jedes Jahr Baugenehmigungen für mindestens 10.000 Wohnungen zu erteilen. 

Knapp verfehlt wurde allerdings der Drittelmix mit öffentlich geförderten Wohnungen, der eigentlich angestrebt war. Die 3717 neu gebauten öffentlich geförderten Wohnungen machen nur 27 Prozent der Neubauten aus.

Kritik von den Linken

Kritik gibt es daher von den Linken. „Einmal mehr beruft sich der Senat auf einen Wert im Wohnungswesen, der ihn relativ gut dastehen lässt, und verschweigt andere, wohnungspolitisch mindestens ebenso wichtige Daten“, sagt die wohnungspolitische Sprecherin der Linken-Fraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft, Heike Sudmann. „So machen die 2019 bewilligten geförderten 3551 Wohneinheiten gerade mal 28 Prozent der insgesamt 12.715 Baugenehmigungen aus. Drittelmix? Fehlanzeige!“

Die Aussage von Stapelfeldt sei „ein netter Versuch, den Drittelmix schönzurechnen, indem sie sich nur auf Geschosswohnungen bezieht“, kritisiert Sudmann. „Den gut 50 Prozent Hamburger Haushalten, die berechtigt wären, eine geförderte Wohnung zu bekommen, hilft das aber kein Stück.“ (dpa/mp)

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