Seit Jahren leidet Deutschland unter Fachkräftemangel in Pflegeberufen – und die Heimplätze werden weniger.

Seit Jahren leidet Deutschland unter Fachkräftemangel in Pflegeberufen – und die Heimplätze werden weniger. Foto:  Angelika Warmuth/dpa

Weniger Pflegeplätze in Hamburg – Fachkräftemangel ein Problem

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Die Zahl der vollstationären Pflegeheimplätze in Hamburg ist in den vergangenen Jahren um knapp 13 Prozent gesunken – trotz hohen Bedarfs. Gab es 2020 in der Hansestadt noch 150 Pflegeeinrichtungen mit 17.780 Betten, sind es aktuell nur noch 134 Einrichtungen mit 15.506 Betten, wie eine Anfrage der gesundheitspolitischen Sprecherin der CDU-Bürgerschaftsfraktion, Christin Christ, ergab.

Allein seit Januar gingen der Stadt demnach zwei Einrichtungen und insgesamt 225 Pflege-Betten verloren. Und während 27 vollstationäre Pflegeeinrichtungen laut Senat ihre Platzzahl seit 2020 reduziert haben, wurde im selben Zeitraum die Bettenzahl nur in sieben Einrichtungen erhöht.

Weniger Pflegeplätze: Fachkräftemangel und strukturelle Probleme

„Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Hamburg verliert Jahr für Jahr Pflegeplätze, während die Zahl der Pflegebedürftigen steigt“, sagte Christ.


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Die Sicherstellung der pflegerischen Versorgung sei insbesondere wegen des Fachkräftemangels eine besondere Herausforderung, schreibt der Senat. Zugleich seien Anpassungen, Umwidmungen und Schließungen von Einrichtungen für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen eine Belastung. Sie lägen aber in der Entscheidung der Betreiber. „Unmittelbar beeinflussen können die zuständigen Behörden diese Entscheidungen nicht.“

Pflegestützpunkte und die Wohn-Pflege-Aufsichten unterstützten bei der Suche und Vermittlung alternativer Pflegeangebote. „All diese Angebote können jedoch die strukturellen Probleme, die sich aus der bundesrechtlich geregelten Finanzierung der Pflegeversicherung ergeben und die stationäre Versorgung für Betreiber zunehmend unattraktiver machen, nicht beheben.“

CDU-Gesundheitsexpertin fordert „aktive Pflegepolitik“

Christ reicht das nicht aus. „Der rot-grüne Senat darf sich nicht länger hinter Zuständigkeiten verstecken“, sagte sie. „Wir brauchen endlich eine aktive Pflegepolitik, die Versorgungssicherheit schafft und den Menschen Perspektiven bietet – nicht nur Strategiepapiere.“

Um die Pflegekapazitäten in Hamburg langfristig zu sichern, hatte die Stadt Anfang des Jahres den größten privaten Anbieter Pflegen und Wohnen (P&W) zurückgekauft – knapp 20 Jahre, nachdem er verkauft worden war. Das Unternehmen bietet an 13 Standorten etwa 2400 Pflegeplätze an.

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In seiner Antwort verwies der Senat außerdem darauf, mit seiner „Fachkräftestrategie für die Gesundheits- und Pflegeberufe“ dem Personalmangel entgegenzuwirken. (dpa/mp)

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