Die Rangordnung im deutschen Tor war bislang klar: Manuel Neuer ist die Nummer eins, Marc-André ter Stegen (r.) sein Stellvertreter.
Die Rangordnung im deutschen Tor war bislang klar: Manuel Neuer ist die Nummer eins, Marc-André ter Stegen (r.) sein Stellvertreter.
  • Die Rangordnung im deutschen Tor war bislang klar: Manuel Neuer ist die Nummer eins, Marc-André ter Stegen (r.) sein Stellvertreter.
  • Foto: imago images/Michael Weber

Drei Neuer-Patzer bei der WM: Wackelt die ewige Nummer 1?

Wenn sich der DFB mit der Analyse der verkorksten WM und möglichen Personalfragen zur sportlichen Führung der Nationalmannschaft beschäftigt, wird auch über die Ausrichtung der Mannschaft mit Blickrichtung Heim-EM 2024 diskutiert. Eine der spannendsten Fragen: Wie geht es im deutschen Tor weiter?

Vom WM-Frust fand Manuel Neuer beim Handball Ablenkung. Der 36-Jährige schaute beim Bundesliga-Spiel zwischen dem HC Erlangen und den Füchsen Berlin (28:30) vorbei. Beim HCE spielt mit Christopher Bissel der Bruder von Neuers Freundin Anika.

Manuel Neuer denkt noch nicht an DFB-Rücktritt

Um Neuers Zukunft ging es in der Handball-Halle mal nicht. Über die diskutieren andere. „Solange ich eingeladen werde und meine Leistung zeige, kann ich das ausschließen“, sagte Neuer direkt nach dem Costa-Rica-Spiel (4:2) über einen möglichen Rücktritt aus dem DFB-Team. Sein erster Satz machte allerdings deutlich, dass er es zumindest für möglich halten könnte, vom Trainerteam künftig nicht mehr berücksichtigt zu werden.


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Grundlage für die erste echte Torhüterdiskussion seit zwölf Jahren, als sich Neuer gegen René Adler durchgesetzt hatte, ist neben Neuers Alter auch seine Leistung während der Katar-WM. Zwölf Schüsse bekam er aufs Tor, fünf waren drin, bei drei sah er nicht gut aus, Neuer offenbarte ungewohnte Schwächen auch im Aufbauspiel. Auf der anderen Seite hatte er in jedem Spiel aber auch jeweils eine überragende Parade.

Ter Stegen hofft auf seine Chance bei einem Turnier

Während einige Experten wie Stefan Effenberg eine Wachablösung forderten, wollten andere wie Jens Lehmann das Torhüter-Fass nicht aufmachen. Lothar Matthäus brachte gar einen offenen Konkurrenzkampf mit Marc-André ter Stegen in Spiel. Der ist erst 30 und wartet sehnlichst darauf, als Nummer eins in ein Turnier zu gehen.

Beide spielen auf Top-Niveau. Denn, auch wenn Neuer das in Katar nicht immer zeigte, seine Klasse ist unbestritten. Deshalb setzt auch der FC Bayern weiter auf ihn. „Bei Manuel müssten wir sicherlich nicht lange überlegen“, sagte Bayern-Boss Oliver Kahn bei Sky über eine Vertragsverlängerung über 2024 hinaus. In München denken die Verantwortlichen also schon weiter als nur bis zur Heim-EM.

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So weit wird man beim DFB zwar nicht gehen. Aber es ist zumindest wahrscheinlich, dass Neuer auch die kommenden zwei Jahre die deutsche Nummer eins bleiben wird. Da es sportlich (noch) keine Gründe gibt, Neuer nicht mehr einzuladen, könnte einzig ein Impuls in Sachen Team-Dynamik ein Faktor sein. Ob Bundestrainer Hansi Flick diesen Impuls setzen will, wird er vermutlich bis zur von DFB-Boss Bernd Neuendorf angekündigten Analyse entschieden haben.

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