DFB-Spieler Kai Havertz
DFB-Spieler Kai Havertz
  • Ist genervt von den Positionsfragen: DFB-Stürmer Kai Havertz.
  • Foto: IMAGO/Shutterstock

Havertz verdreht die Augen bei Medienrunde: „Frage nervt mich echt“

Kai Havertz verdreht missmutig die Augen. „Die Positionsfrage”, klagt er, „nervt mich mittlerweile echt.“ Die ewigen Diskussionen um die richtige Sturmbesetzung in der deutschen Nationalmannschaft kann Havertz damit aber nicht beenden. Die bange Frage nach dem Chancenwucher beim WM-Fehlstart gegen Japan lautet: Wer soll im „Endspiel” gegen Spanien bloß die Tore schießen?

Gut möglich, dass Bundestrainer Hansi Flick im Al-Bayt-Stadion in Al-Khor (20 Uhr/ZDF und MagentaTV) erneut Havertz an vorderster Front aufbietet. „Wenn ich am Sonntag wieder da spiele, dann gebe ich Gas und probiere, der Mannschaft zu helfen”, versichert der Offensivspieler des FC Chelsea am Freitag auf dem DFB-Trainingsgelände in Al-Shamal.

WM: Manuel Neuer vermutet wenige Torchancen gegen Spanien

Die zehn Treffer des 23-Jährigen in 32 Länderspielen sind gar keine so schlechte Quote. Doch gegen Japan (1:2) hing Havertz nicht zum ersten Mal ziemlich in der Luft und setzte sich kaum in Szene. Er sei „nicht zu 100 Prozent ins Spiel integriert” gewesen, gibt er zu. „Als Stürmer hast du die Verpflichtung, Tore zu schießen, das habe ich gegen Japan nicht geschafft”, räumt der ehemalige Leverkusener selbstkritisch ein.


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Doch Flicks Alternativen sind nach dem Ausfall von Timo Werner rar. Niclas Füllkrug könnte erneut die Jokerrolle zufallen, auch weil die DFB-Auswahl gegen den Weltmeister von 2010 nicht so offensiv agieren dürfte, dass ein Strafraumspieler von Beginn an die beste Lösung wäre. „Wir werden vielleicht nicht ganz so viele Tormöglichkeiten bekommen. Spanien wird mitspielen”, vermutet Kapitän Manuel Neuer.

Auch Thomas Müller und Joshua Kimmich genervt vom DFB-Auftritt gegen Japan

Gegen Japan gab es zwar viele Chancen, doch aufgrund von Unvermögen oder Pech reichte es nur zu einem Elfmetertor von Ilkay Gündogan. Thomas Müller bemängelt die „mangelnde Effektivität vorne”, Joshua Kimmich fordert: „Bei den Chancen müssen wir abgezockter werden.”

Havertz lässt sich von der Kritik „nicht unterkriegen” und behält „den Kopf oben”. Er wisse, dass er die Position im Sturm gegen Spanien gut spielen könne – und werde. Sie bereite ihm schließlich „Spaß“. Und die „große Wut”, die er nach der Niederlage am Mittwoch verspürt hatte, ist inzwischen auch wieder verraucht: „Mein Fokus liegt darauf, dem Team mit Toren und Vorlagen zu helfen.”

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Alternativen im Sturm wären für Flick noch Müller, Serge Gnabry oder Youngster Youssoufa Moukoko. Auch der gegen Japan ausgefallene Leroy Sané (Knieprobleme) könnte wieder eine Offensiv-Option sein. „Ich glaube schon, dass wir Qualität haben”, sagt Flick. Seine Mannschaft habe „noch Potenzial, das sie im Moment nicht ganz abruft.”
Das soll gegen Spanien anders werden, Tore müssen her. Dann wäre Kai Havertz auch nicht mehr genervt. (aw/sid)

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