Ex-DFB-Pressesprecher Jens Grittner
Ex-DFB-Pressesprecher Jens Grittner
  • Er soll dabei helfen, die Themenlage zu ordnen: der ehemalige DFB-Pressesprecher Jens Grittner
  • Foto: imago/Chai v.d. Laage

Chaos nach Auftakt-Debakel: DFB beordert Ex-Pressesprecher nach Katar

Die Situation ist vor dem entscheidenden zweiten Gruppenspiel gegen Spanien (20 Uhr, ZDF und Magenta TV) bei der Nationalmannschaft weiter angespannt – nicht nur auf, sondern auch neben dem Platz. Die MOPO erfuhr: Auf Anregung von DFB-Mediendirektor Steffen Simon (57) wurde der ehemalige Pressesprecher Jens Grittner (52) nach Katar beordert.

Dem Vernehmen nach soll er sich vor Ort ein Stimmungsbild des DFB-Teams machen, die Leitung der Pressekonferenzen obliegt aber weiterhin seiner Nachfolgerin Franziska Wülle (30). Grittner soll dabei helfen, mit den zahlreichen politischen Themen wie dem Verbot der „One Love“-Binde oder der Mund-zu-Geste umzugehen. Ein kluger Schachzug? Oder ein letzter Hilferuf? Jetzt wäre der richtige Zeitpunkt, um sich auch als Verband nur noch auf rein sportliche Themen zu konzentrieren. Immerhin droht das Vorrunden-Aus.

WM: Havertz und Brandt sprechen Klartext nach Japan-Spiel

Nicht umsonst fand am Donnerstag eine längere Krisensitzung von Mannschaft und Trainerteam statt – bei der es auch ordentlich gekracht haben dürfte. Zumindest, wenn man bei den Aussagen von Kai Havertz (23) und Julian Brandt (26) vom Freitag zwischen den Zeilen liest. „Wir haben 15 Monate auf das Spiel gewartet. Nun ist es an der Zeit, sich gegenseitig die Wahrheit zu sagen. Wir haben gute Persönlichkeiten im Team. Da ist es gut, sich direkt die Meinung zu sagen, was gut war und was nicht“, sagte Havertz über das Japan-Spiel, nachdem es offensichtlich massiv Redebedarf gab: „Das macht ein Team am Ende stärker. Es ist nicht immer alles nur schön. Jetzt sind wir in einem schlechten Moment, das kann sich aber auch am Sonntag drehen.“


MOPO

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Der Dortmunder Brandt, der beim blamablen Vorrunden-Aus bei der WM 2018 Teil der Mannschaft war, schlug ähnliche Töne an: „Wir sind in einer Scheiß-Situation, ja, sind wir. Spanien kommt mit einem 7:0 im Rücken. Aber es ist auch eine Chance, die ganze Stimmung wieder zu drehen und Energie freizusetzen. Bei der EM im Vorjahr ging auch das erste Spiel verloren, dann wurde gegen Portugal 4:2 gewonnen.“ Angesichts der entstandenen Gräben im Team fällt es derzeit allerdings schwer, an einen Sieg gegen die starken Spanier zu glauben. Zumal offenbar nicht alle Spieler ihr Eigeninteresse dem Mannschaftserfolg unterordnen.

DFB: Goretzkas Verhalten nach Startelfnominierung sorgte für Kritik

Hinter vorgehaltener Hand fällt in diesem Zusammenhang der Name von Leon Goretzka (27). Der Mittelfeldspieler könnte zum Härtefall für Flick werden, der für dessen Einwechslung für Ilkay Gündogan (32) gegen Japan bereits massiv Kritik einstecken musste. Es ist von einem Harmonie-Wechsel die Rede, da Goretzka nach Bekanntwerden seines Nicht-Startplatzes keinen Hehl aus seiner schlechten Laune machte – was für die Atmosphäre im Team freilich nicht förderlich war. Goretzka wirkte übermotiviert, seinen Trainer von einem künftigen Stammplatz zu überzeugen. Beim Treffer zum zwischenzeitlichen 1:1 sah der Münchner ebenfalls nicht gut aus.

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Bei der Team-Sitzung kamen viele Punkte auf den Tisch. Beispielsweise das Verhalten in den letzten 20 Minuten. „Wenn du 1:0 führst und die Chancen nicht nutzt, dann müssen wir das Spiel verteidigen und gewinnen dann eben unspektakulärer“, forderte Brandt. Bei der Frage nach fehlenden Führungsspielern hat der BVB-Profi eine klare Haltung: „Wir sind alles Führungsspieler bei unseren Vereinen, sind erfahren. Es hilft nicht, wenn nur zwei, drei Jungs vorweggehen. Ich habe auch ein gutes Gefühl, dass jeder Verantwortung übernehmen will.“ Dazu gehört jedoch auch, sein Ego hintenanzustellen und die Schuld bei sich selbst zu suchen.

„Es wird viel gegen uns geschossen“: Havertz fehlt Rückhalt deutscher Fans

Und nicht etwa eine negative Grundstimmung in der Heimat für den schwachen Auftritt verantwortlich zu machen. Auch diese These wird unter den Spielern vertreten – und Chelsea-Legionär Havertz sprach es in aller Öffentlichkeit aus: „Ich kann verstehen, dass jetzt Negativität aufkommt. Ich weiß, dass immer viel gegen uns geschossen wird und nicht jeder hinter uns steht“, klagt er. „Wir wissen, dass aus Deutschland nicht der 100-prozentige Support gegeben ist.“ Die beste Antwort darauf wäre ein Sieg gegen im vorgezogenen ersten K.o.-Spiel am Sonntag gegen Spanien.

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