Rick van Drongelen, Toni Leistner und Simon Terodde verlassen nach dem 1:1 gegen Karlsruhe mit hängenden Köpfen den Platz. 
  • Rick van Drongelen, Toni Leistner und Simon Terodde verlassen nach dem 1:1 gegen Karlsruhe mit hängenden Köpfen den Platz. 
  • Foto: WITTERS

„Wir wollten zu viel“ : Fehlte dem HSV nach Thiounes Ansage die Lockerheit?

Alles rausblasen und all in gehen. Das war die klare Ansage von HSV-Trainer Daniel Thioune für das Heimspiel gegen Karlsruhe. Zu sehen war davon auf dem Platz letztlich nur sehr wenig. Woran lag es? 

„Ich unterstelle keinem Spieler, dass er nicht alles dafür getan hat, dass wir das Spiel gewinnen. Wir wissen, wie die Situation ist. Wir wissen, dass wir Siege brauchen. Vielleicht war es einfach zu viel all in“, sagt Sportdirektor Michael Mutzel über den Auftritt gegen Karlsruhe. 

Fehlte dem HSV nach Thiounes Ansage die Lockerheit? Mutzel: „Wir wollten zu viel. Deswegen hat eine gewisse Lockerheit gefehlt, die wir in einer anderen Saisonphase mal hatten. Das ist im Moment nicht da. Deswegen sah es vielleicht aus, als ob es nicht all in war. Aber ich glaube schon, dass die Jungs ihr Bestes gegeben haben, um das Spiel zu gewinnen.“

Große Enttäuschung in der HSV-Kabine nach dem KSC-Spiel

Gereicht hat es bekanntlich nicht. Der Attacke-Plan ging nach hinten los. Dass das keinesfalls spurlos an den Spielern vorbeiging, war nach dem Spiel in der Kabine zu sehen. „Da hockten ein paar Häufchen Elend. Man merkt den Jungs an, dass sie alles machen wollten. Aber es funktioniert gerade nicht. Wir brauchen einfach wieder Siege“, so Mutzel. 

Thioune will jetzt auf eine Scheißegal-Mentalität setzen

Erfolgsdruck haben und gleichzeitig locker auf dem Platz bleiben, für den HSV ist das keine gute Mischung. Ein weitere Vollgas-Ansage wird es für die nächsten Spiele vom Trainer eher nicht geben. Nun soll in einen anderen Modus umgeschaltet werden, um wieder mehr Lockerheit auf den Platz zu bekommen. Thioune: „Wir müssen jetzt nicht über Plätze und Mannschaften, die vor oder hinten uns stehen, reden. Das müssen wir ausblenden. Das macht keinen Sinn mehr. Eine Scheißegal-Mentalität ist vielleicht der letzte Impuls und etwas das helfen kann. Vielleicht ist dadurch wieder ein bisschen mehr Leichtigkeit da.“

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Von all in zu scheißegal. Mutzel gefällt der Ansatz. „Vielleicht kommt jetzt wirklich so eine Leck-mich-am-Arsch-Einstellung rein. Und wir sind ein bisschen lockerer und schaffen es dann auch wieder Spiele zu gewinnen“, sagt er. Das Ergebnis gibt es am 10. Mai im Heimspiel gegen Nürnberg.  

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