Wann wieder Zuschauer im Stadion An der Alten Försterei erlaubt sind, ist noch unklar.
  • Wann wieder Zuschauer im Stadion An der Alten Försterei erlaubt sind, ist noch unklar.
  • Foto: imago images/Camera 4

Wie soll das gehen?: Union Berlin beantragt Testspiel mit 3000 Zuschauern

Bundesligist Union Berlin treibt die Zulassung von Stadion-Zuschauern trotz der Corona-Pandemie weiter voran. Wie der Verein am Dienstag mitteilte, habe er beim Gesundheitsamt Treptow-Köpenick die Austragung eines Testspiels am 5. September vor 3000 Besuchern beantragt. 

Anstatt der gemeinhin geltenden Abstandsregel, sollen jedoch Präventivtests aller Besucher als Infektionsschutzmaßnahme dienen. Bereits im Juli hatte der Verein erklärt, in der Zukunft wieder eine Vollauslastung anzustreben. Die Tests aller Anwesenden sollen dabei die aktuell geltenden Abstandsregeln ersetzen. Deren Einhaltung entspreche nicht „dem Charakter vieler Veranstaltungsformate“, hieß es von den Eisernen.

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Für eine Rückkehr in einen möglichst sicheren Veranstaltungsbetrieb wurde dazu ein umfassender Leitfaden entwickelt und im Internet veröffentlicht.

Union Berlin kämpft um Fan-Rückkehr

„Es geht uns bei diesem Projekt nicht in erster Linie um Fußballspiele, auch wenn diese in unserem konkreten Fall die gängigste Form der Großveranstaltung sind. Unsere Stadt verliert ihr Gesicht und ihre Kraft, wenn nahezu der gesamte Veranstaltungsbetrieb dauerhaft brachliegt“, sagte Unions Präsident Dirk Zingler. Union sehe sich „in der Pflicht, aktiv und mit ganzer Kraft nach sicheren Wegen zur Rückkehr in einen wirtschaftlichen Betrieb zu suchen“.

Union hat seine Pläne dem Berliner Senat sowie dem Stadtbezirk Treptow-Köpenick präsentiert, die Politik hatte einer schnellen Fan-Rückkehr zuletzt aber eine klare Absage erteilt. „Das Ziel der Vollauslastung steht für uns außer Frage, und dass der Weg dorthin über Zwischenschritte führen wird, ebenfalls“, sagte Zingler: „Wichtig ist uns, dass wir den ersten Schritt endlich gehen.“

Fan-Konzept: Regierungschef mit klarer Abfuhr

Derweil hält Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller das Konzept von Union Berlin zur Rückkehr der Fans ins Stadion momentan nicht für realistisch. Der SPD-Politiker verwies am Dienstag einerseits auf fehlende Kapazitäten, um die angedachten Corona-Tests für die Zuschauer im Vorfeld umzusetzen.

Zum zweiten könne derzeit kein Wissenschaftler zusichern, das man 24 bis 48 Stunden nach einem Testergebnis tatsächlich negativ ist und keinen anderen Menschen mit dem Coronavirus anstecken kann. 

„Wenn wir anfangen würden mit Union und würden sagen, mach es ab morgen, sind es ab morgen 36 Bundesligaclubs der 1. und 2. Liga mindestens, die das auch haben wollen“, sagte Müller. „Es sind Kulturgroßveranstaltungen, es sind Konzerte, es sind Messen, die sagen, wir wollen dieses System auch anwenden. Das heißt, ich brauche über Nacht praktisch deutschlandweit ganz andere Kapazitäten. Und das sehe ich nicht, dass wir die haben.“ (dpa/sid)

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