Wertloser Jubel: Tim Schmidt und Oliver Doege freuen sich über das 4:2 von Curslack-Neuengamme beim HSV III. Für den Meisterschafts- und Abstiegskampf im Frühjahr zählt dieser Sieg allerdings nichts.
  • Wertloser Jubel: Tim Schmidt und Oliver Doege freuen sich über das 4:2 von Curslack-Neuengamme beim HSV III. Für den Meisterschafts- und Abstiegskampf im Frühjahr zählt dieser Sieg allerdings nichts.
  • Foto: imago images/Hanno Bode

Wertloser Jubel: Keine Punkte: Hamburgs Amateure spielen eine Gaga-Hinrunde

Die Hinrunde im Hamburger Amateurfußball bleibt weitgehend wertlos. Der Hamburger Fußball-Verband (HFV) schmetterte eine Initiative von mehr als 60 Vereinen ab, die die erzielten Punkte mitnehmen wollte. In den Meister- und Abstiegsrunden im Frühjahr beginnen damit alle Vereine wieder bei Null und spielen Mini-Meisterschaften mit fraglichem sportlichen Wert aus. 

„Damit würde die Arbeit, die man über 15, 16 Spiele leistet, nicht honoriert“, hatte Matthias Nagel noch am Sonntag der MOPO zum aktuellen Modus gesagt. Da hoffte der Trainer des Landesligisten Ahrensburger TSV noch, dass eine Vorsprache beim HFV-Spielausschuss am Montag zu einer Änderung führen würde.

Hamburger Fußball-Verband erklärt: Änderung ist nicht möglich

Diese Hoffnung ist nun geplatzt: Die gewonnenen Punkte aller Mannschaften werden im März gestrichen, die Gaga-Hinrunde von Oberliga bis Kreisklasse ist perfekt. Das HFV-Prösidium wertete den Vorstoß von Nagel und Co. zwar als „interessante Alternative“, sah sich aber aufgrund der eigenen Statuten nicht in der Lage, nach dem Beginn der Ligen noch Änderungen am Modus vorzunehmen. Paragraf 2 (3) der HFV-Spielordnung erlaubt dies nur „in Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie“. 

Verband behauptet: Wir hatten zu wenig Zeit

Erstaunlich ist allerdings die Begründung, warum die rund 200 Hamburger Vereine nicht im Vorfeld befragt wurden, wie die Saison laufen soll. Wegen „der zeitlichen Konstellation“ sei „eine umfangreiche Vereinsabfrage“ nicht möglich gewesen, erklärte der Verband. Heißt: Nach der erst Anfang September erfolgten Freigabe des Mannschaftstrainings durch den Hamburger Senat musste die Saison schnell auf die Beine gestellt werden.

Über Punkte hätte man immer diskutieren können

Ob die gesamte Hinrunde in allen Ligen einzig dazu dienen soll, das Feld in Meister- und Abstiegsrunde zu teilen und ansonsten wertlos ist – oder ob gewonnene Punkte mitgenommen werden, ist allerdings komplett unabhängig von solchen Organisationsfragen.

Im Mai fand eine Online-Umfrage zum Spielabbruch statt 

Der HFV selbst führte im Mai 2020 eine Online-Umfrage unter allen Hamburger Vereinen durch, ob die Saison 2019/20 wegen Corona abgebrochen oder zu einem nicht absehbaren Zeitpunkt fortgesetzt werden sollte. Damals stimmten 165 Vereine für einen Abbruch, 31 für eine Fortführung – ein Meinungsbild, das dann auf einem Verbandstag im Juni offiziell beschlossen wurde.

Verband versprach enge Abstimmung mit den Vereinen

Dort hieß es von HFV-Funktionären auch, man werde unter den erschwerten Corona-Bedingungen das weitere Vorgehen eng mit den Vereinen abstimmen. Eine Ankündigung, die mindestens 60 Hamburger Vereinen inzwischen wie leere Worte vorkommen muss.

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