Sie können es selbst kaum glauben: Die Spieler von RWE nach dem Schlusspfiff
  • Sie können es selbst kaum glauben: Die Spieler von RWE nach dem Schlusspfiff
  • Foto: imago images/Uwe Kraft

Viertligist wirft Bayer raus: Pokal-Party in Essen! „Zwei Wochen nicht ansprechbar“

Wahnsinn! Rot-Weiss Essens Pokalhelden aus der Regionalliga warfen sich auf den völlig ramponierten Rasen. Trainer Christian Neidhart schrie sein Glück in den Nachthimmel. In einer dramatischen Partie mit späten Treffern hat der Viertligist den großen Favoriten Bayer Leverkusen im Achtelfinale aus dem Wettbewerb geworfen. Durch das 2:1 (0:0, 0:0) nach Verlängerung am Dienstagabend steht RWE erstmals seit 27 Jahren in der Runde der letzten Acht!

„Was wir als Mannschaft geleistet haben, wirklich unfassbar“, sagte der überragende RWE-Torwart Daniel Davari bei Sky den Freudentränen nahe. „Wenn du 0:1 zurückliegst und dann so zurückkommst – das kann ich gar nicht in Worte fassen. Ich freue mich so sehr.“

Pokal-Party in Essen! Regionalligist RWE schmeißt Bayer Leverkusen aus dem DFB-Pokal

Der Keeper fragte: „Was sind wir gerade? Viertelfinale? Da müssen wir feiern. Zwei Wochen bin ich nicht mehr ansprechbar jetzt.“

Leon Bailey (105.) traf zwar zunächst für Bayer, doch Oguzhan Kefkir (108.) und Simon Engelmann (118.) sorgten dafür, dass Essen auch im 33. Pflichtspiel innerhalb eines Jahres ungeschlagen blieb. Der Engelmann-Treffer wurde lange überprüft – zählte aber doch.

Simon Engelmann von Essen jubelt nach seinem 2:1

Essens Held Simon Engelmann von Essen jubelt nach seinem 2:1

Foto:

picture alliance/dpa/AP POOL

Zuvor hatte der Traditionsverein und Cup-Sieger von 1953 Arminia Bielefeld und Fortuna Düsseldorf ausgeschaltet. „Ich habe das Hotel in Berlin schon bestellt“, scherzte RWE-Trainer Neidhart. Parallel begann die große Kabinen-Party.

Fans feiern Pokal-Sensation von RW Essen: 27 Ermittlungsverfahren eingeleitet

Und die Fans, die ja leider nicht dabei sein konnten, feierten auch. Teilweise nicht regelkonform allerdings.Die Polizei hat am Dienstagabend in Essen 27 Ermittlungsverfahren eingeleitet. Dabei gehe es um Verstöße gegen die Corona-Schutzverordnung etwa durch zu dichtes Zusammenstehen, das Abbrennen von Pyrotechnik und Beleidigungen von Polizisten, sagte am Mittwoch ein Polizeisprecher.

Sein Fazit war gleichwohl: „Insgesamt ist es recht ruhig geblieben.“ Keine Probleme gab es demnach mit einem Autokorso, an dem sich in der Spitze etwa 250 Personen beteiligt hätten. 

Die blamierten Leverkusener stecken derweil nach zuvor nur vier Punkten aus sechs Bundesliga-Partien in einer echten Krise. „Das ist eine bittere Niederlage und ein Scheiß-Gefühl, aber es muss weiter gehen“, sagte Torwart Lukas Hradecky. „Nach dem 1:0 dachten wir vielleicht schon, dass es vorbei war. Das war der größte Fehler. Jeder steckt da mit drin. Das darf uns nicht passieren.“

DFB-Pokal: Bayern-Bezwinger Holstein Kiel im Viertelfinale

Weiterhin vom Finale in Berlin träumen dürfen auch die Fans von Bayern-Bezwinger Holstein Kiel, der im Elfmeterschießen mit 7:6 (1:1, 1:1, 0:0) gegen den Zweitligarivalen Darmstadt 98 gewann.

Der BVB hatte beim 3:2 (2:2, 2:0) nach Verlängerung gegen den Zweitligisten SC Paderborn deutlich mehr Mühe als erwartet. Emre Can (6.) und Jadon Sancho (16.) trafen in der regulären Spielzeit für Dortmund. Julian Justvan (79.) sowie Prince Osei Owusu (90.+7) per Foulelfmeter retteten Paderborn in einer dramatischen Schlussphase aber in die Verlängerung.

DFB-Pokal: BVB-Drama gegen Paderborn – auch Werder weiter

Vor dem Strafstoß hatte Erling Haaland zum vermeintlichen 3:1 für den BVB getroffen (90.+4), Schiedsrichter Tobias Stieler gab das Tor nach Ansicht der Videobilder aber nicht und entschied stattdessen wegen eines Fouls zuvor im Dortmunder Strafraum auf Elfmeter für den Zweitligisten. In der Verlängerung hielt das entscheidende Tor von Haaland (95.) einer minutenlangen Abseits-Überprüfung stand.

Bremen siegte mit 2:0 (1:0) gegen den Paderborner Ligakonkurrenten SpVgg Greuther Fürth. Kevin Möhwald (12.) und Felix Agu (73.) trafen für den Bundesligisten.

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