Die DFB-Torhüter (v.l.) Bernd Leno, Kevin Trapp, Manuel Neuer und Marc André ter Stegen 
  • Die DFB-Torhüter (v.l.) Bernd Leno, Kevin Trapp, Manuel Neuer und Marc André ter Stegen 
  • Foto: imago images/Team 2

Thomas Müller in Löws Kader: Verletzt! DFB-Torhüter verpasst die EM: „Bin traurig”

Joachim Löw nominiert am Mittwoch seinen EM-Kader. Thomas Müller ist angeblich dabei, Mats Hummels hat gute Chancen. Torwart Marc-Andre ter Stegen fällt hingegen aus.

Thomas Müller beeindruckte Kronzeuge Joachim Löw noch einmal mit einer Glanzleistung – damit waren auch mögliche Restzweifel beim Bundestrainer endgültig zerstreut. Löw vollzieht laut „Bild“ eine Rolle rückwärts und holt den ausgemusterten Rio-Weltmeister für die EM in die deutsche Nationalmannschaft zurück.

Marco Reus, Jeremia St Juste und Mats Hummels

Bei Borussia Dortmund sind Marco Reus (l.) und Mats Hummels schon lange ein eingespieltes Team. Dürfen sie im Sommer zusammen für die Nationalmannschaft auflaufen?

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Damit wäre vor der öffentlichen Kader-Bekanntgabe am Mittwoch (12.30 Uhr) die spannendste Personalie im Nominierungs-Puzzle geklärt.

DFB: Torwart-Frage ist erledigt – Thomas Müller vor Rückkehr? 

Auch die Frage nach dem dritten Torwart muss Löw aus einem unerfreulichen Grund nicht mehr beantworten. Marc-Andre ter Stegen (Knie-Operation) fällt für das Turnier aus.

Neben Kapitän Manuel Neuer haben damit Kevin Trapp und Bernd Leno ihren Platz sicher. „Ich bin traurig. Erstmals seit vielen Jahren werde ich mein Land als Fan von daheim unterstützen“, schrieb ter Stegen bei Instagram.

Müller bestritt derweil das bisher letzte seiner 100 Länderspiele im November 2018, doch mit seinen bärenstarken Auftritten in den vergangenen beiden Jahren beim deutschen Rekordmeister Bayern München zwang er Löw zum Umdenken.

Von der EM-Form des 31-Jährigen machte sich der Bundestrainer erst am Samstag ein Bild. Beim 2:2 der Bayern beim SC Freiburg holte der unermüdliche Antreiber Müller einen Elfmeter raus und legte Leroy Sane einen Treffer auf. Es war Müllers 21. Torvorbereitung im 31. Ligaspiel.

BVB-Coach Terzic bricht Lanze für Hummels und Reus 

Löw hatte den Bayern-Anführer im März 2019 ebenso ausgemustert wie Mats Hummels (32) und Jerome Boateng (32). Während Boateng in den Planungen für Löws letztes Turnier (11. Juni bis 11. Juli) wohl keine Rolle mehr spielt, darf sich BVB-Innenverteidiger Hummels gute Chancen ausrechnen.

Die letzte Empfehlung von Wahlhelfer Edin Terzic nahm Löw im heimischen Freiburg aber gelassen zur Kenntnis. „Dass Mats Hummels und Marco Reus in den letzten Wochen gut vorneweg gegangen sind, war glaube ich für jeden erkennbar“, sagte der Trainer von Borussia Dortmund nach der erfolgreichen Champions-League-Qualifikation in Mainz. Der Rest liege zwar nicht in seiner Hand, ergänzte Terzic: „Aber ich bin mir recht sicher, dass Jogi da die beste Entscheidung treffen wird.“

Auf Löws Auswahl dürfte dieser Appell keinen Einfluss mehr haben. Der 61-Jährige informierte seine Spieler in diesen Tagen per Telefon persönlich. „Alles was möglich war, haben wir noch mal überprüft und analysiert“, sagte Löw nach einer dreitägigen Klausurtagung mit seinem Stab und DFB-Direktor Oliver Bierhof in Berlin.

Der Name Reus war dabei wohl kein größeres Thema. Der BVB-Kapitän zeigte zwar nicht nur im Pokalfinale gegen RB Leipzig (4:1) eine starke Leistung, seine Nominierung wäre allerdings eine kleine Überraschung. „Ich bin ganz entspannt. Die letzten Wochen und das Jahr an sich haben ehrlich gesagt unglaublich viel Kraft gekostet“, sagte Reus nach dem Mainz-Spiel bei Sky.

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Das bisher letzte seiner 44 Länderspiele hat der von vielen Verletzungen geplagte 31-Jährige im Oktober 2019 bestritten. „Auf dem Zettel drauf ist er“, verriet Löw zuletzt. Da standen aber auch viele andere Profis. Löw musste eine Liste von rund 40 Namen ausdünnen, die er mit seinen Assistenten Marcus Sorg und Andreas Köpke angefertigt hatte. Reus bekleidet zudem die Müller-Position.

Kein EM-Casting in Tirol – Jogi Löw macht Nägel mit Köpfen

Während über die Kandidaten noch fleißig spekuliert wird, steht eines bereits fest: Anders als unter seiner Leitung bisher üblich, wird der scheidende Bundestrainer auf ein Casting im Trainingslager in Seefeld/Tirol verzichten. Er will am 28. Mai maximal mit den von der UEFA erlaubten 26 Profis in die Vorbereitung starten – und es scheint gut möglich, dass er dieses Kontingent gar nicht voll ausschöpft. Der endgültige Kader muss am 1. Juni der UEFA gemeldet werden, einen Tag vor dem ersten Test in Innsbruck gegen Dänemark.

Mit großen Überraschungen wird am Mittwoch nicht gerechnet. Das Gros der EM-Fahrer um Neuer steht schon länger fest. Dessen Münchner Klubkollege Leon Goretzka soll trotz Verletzung dabei sein. Auch Bayern-Youngster Jamal Musiala werden Chancen eingeräumt. (sid/hoe)

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