• Leere Ränge werden nicht die einzige Maßnahme bleiben, um die Bundesliga zurückzubringen.
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Startschuss für Mannschaftstraining?: Bundesligisten testen ab Donnerstag auf Corona

Frankfurt –

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) legt alles daran, den Ball in Deutschlands Profi-Fußballligen wieder ins Rollen zu bringen. Dabei gilt es für die Liga-Bosse zunächst, einen Weg zu finden, um zusätzliche gesundheitliche Risiken zu minimieren. 

Ein dazu entworfenes Konzept war zunächst in mehreren Punkten gescheitert. Die verbesserte Version, vorgelegt von DFL-Chef Christian Seifert (50) und DFL-Geschäftsleitungsmitglied Ansgar Schwenken (50), wurden von Arbeitsminister Hubertus Heil bereits abgesegnet.

Jetzt kommt Bewegung in die Sache. Ab Donnerstag testen die Bundesliga auf Corona. Das bestätigte die DFL offiziell.

Das Schreiben behandelte insbesondere diese vier Punkte:

1. Corona-Tests in der Bundesliga

Die DFL möchte die Infektionsgefahr für alle Beteiligten verringern. Dazu gehören notwendigerweise regelmäßige Tests für Spieler, Schiedsrichter und Trainer. Mehr Kontrollen als in der Normalbevölkerung sollen das höhere Risiko kompensieren, dem die Profis durch den Körperkontakt untereinander ausgesetzt sind. 

Das „engmaschige klinische Monitoring” minimiert laut dem Konzept auch die Gefahr von fälschlicherweise negativ ausgefallenen Tests.

Getestet wird ab Donnerstag, das bestätigte nun die DFL. Das könnte vor allem ein Startschuss in Richtung Mannschaftstraining sein. Das soll frühestens stattfinden, wenn alle Spieler zweimal getestet worden sind.

2. Bundesliga in Quasi-Quarantäne

Die „offensichtlich funktionierende Maßnahme einer kompletten Quarantäne” für alle Akteure der Bundesliga während der Coronakrise ist laut den DFL-Bossen wegen Widerstrebungen seitens der Schiedsrichter und Spieler nicht umsetzbar. Das selbsterklärte Ziel ist deshalb eine sogenannte „Quasi-Quarantäne”.

Hierbei bewegen sich die Profis „zwischen zwei quarantäneartigen bzw. isolierten Welten” – einer privaten und einer beruflichen. Der Transport innerhalb dieser Zonen soll nur im eigenen PKW erlaubt sein. 

Um das private Umfeld so risikoarm wie möglich zu gestalten sollen die Haushalte der Betroffenen auf freiwilliger Basis mehrfach getestet werden. Stimmt jemand einer solchen Überprüfung nicht zu, „ist jeder Kontakt der im gleichen Haushalt lebenden Personen mit der Außenwelt schriftlich zu dokumentieren und die jeweiligen Schutzmaßnahmen müssen dargestellt werden.”

3. Bundesliga plant erweiterte Maskenpflicht

Während die Liga-Chefs eine Maskenpflicht auf dem Fußballplatz als nicht praktikabel und sogar gefährlich einstufen, soll abseits des Rasens verstärkt auf einen Mundschutz gesetzt werden. So müssten Spieler und Unparteiische womöglich bei der An- und Abreise zu und von Trainings und Spielen sowie in Umkleidekabinen und auf der Auswechselbank ihre Münder bedecken. 

4. Corona-Trainingslager für Bundesligisten

Zu guter Letzt plant die DFL Trainingslager jedes Bundesligisten zur Sicherung eines Corona-freien Wiedereinstiegs in den Spielbetrieb. Eine dortige Quarantäne-Situation in Verbindung mit gründlichen Tests soll ein Saisonende ohne Pandemiefälle ermöglichen. 

Hier lesen Sie mehr: Bundesligaspiele nicht im Fernsehen? Eurosport zahlt nicht – TV-Blackout droht

Ministerpräsidenten und Bundesregierung wollen am Donnerstag über die Rückkehr in die Bundesliga-Saison 2019/20 mit Geisterspielen beraten. Wird sie beschlossen, könnte der Ball schon am 9. oder 16. Mai wieder rollen. (bl)

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