Gut drauf in seiner ersten Profi-Saison: Igor Matanovic
  • Gut drauf in seiner ersten Profi-Saison: Igor Matanovic
  • Foto: WITTERS

St. Paulis Musterschüler: Igor Matanovic (17): Seine Ferien beginnen mit dem Derby

Igor Matanovic ist 17 Jahre alt. Für ihn und viele Jugendliche in seinem Alter beginnen am kommenden Montag die Schulferien. Matanovic hat an diesem Tag im Gegensatz zu seinen Altersgenossen noch einen anderen wichtigen Termin: St. Paulis Sturmtalent steht vor seinem ersten Derby. 

Es dürfte ganz sicher das größte Spiel seiner noch jungen Karriere sein. Der Hamburger Jung trifft mit St. Pauli auf den HSV. Sein erstes Spiel gegen die „Rothosen“ im Herrenbereich. In der Hinrunde lief er noch für die A-Jugend auf. Zum Beispiel eine Woche vorm Derby beim 1:1 gegen die U19 aus Magdeburg. 

St. Pauli: Auf Sportchef Bornemann wirkt Igor Matanovic „reifer als 17“

Nun ist alles etwas anders. Vier Monate später ist der 1,94-Meter-Schlaks, der das Fußballspielen beim Harburger Turnerbund lernte, St. Paulis jüngster Torschütze aller Zeiten. Genau genommen sogar Siegtorschütze, schließlich traf er Mitte Januar nach Einwechslung zum 3:2 gegen Hannover. 

Mit dem 3:2 in Hannover machte sich Igor Matanovic (r.) zum jüngsten Torschützen in St. Paulis Vereinsgeschichte.

Der Jubel nach dem historischen Moment: Mit dem 3:2 in Hannover machte sich Igor Matanovic (r.) zum jüngsten Torschützen in St. Paulis Vereinsgeschichte. 

Foto:

WITTERS

„Manchmal vergisst man, dass er erst 17 Jahre alt ist“, sagt St. Pauli-Sportchef Andreas Bornemann im Gespräch mit der MOPO. „Nicht nur auf, sondern auch neben dem Platz wirkt er schon reifer.“

HTB-Jugendtrainer über Matanovic: „Igor hatte immer Bock auf Fußball“

Matanovic ist ein fußballerisch Frühreifer, ein Musterschüler in sportlicher Hinsicht. Der Sohn kroatischer Eltern, geboren 2003, fällt schon früh auf, weil er größer ist als die meisten anderen und besser. „Igor hatte immer Bock auf Fußball“, erinnert sich Mustafa Zulfic. Der heute 44-Jährige war sein Trainer in Harburg, bevor Matanovic 2010 in die Nachwuchsabteilung des FC St. Pauli wechselte. „Igor war schnell, hatte einen guten Schuss und immer die Unterstützung seiner Eltern, die viel Zeit investiert haben.“

Igor Matanovic (l.) 2009 als Sechsjähriger im Trikot des Harburger Turnerbunds neben drei Mitspielern

Igor Matanovic (l.) 2009 als Sechsjähriger im Trikot des Harburger Turnerbunds neben drei Mitspielern

Foto:

hfr

2019 unterschrieb das Sturm-Juwel mit 15 Jahren einen Vertrag, der im Sommer, wenn Matanovic volljährig ist, zum Profi-Kontrakt wird. Eine besondere Maßnahme für ein besonderes Talent. „Igor hat enormes Potenzial und wird seinen Weg gehen“, ist sich Sportchef Bornemann sicher, „aber man darf ihn auch nicht mit zu hohen Erwartungen überfrachten.“

Matanovic lernt bei St. Pauli von Guido Burgstaller 

Deswegen wird der deutsche U18-Nationalspieler bei St. Pauli behutsam aufgebaut. Und auch mal aus dem Kader gelassen, so wie gegen Sandhausen. „Jetzt hat er mal ein Wochenende frei, kann auch mal vielleicht für die Schule lernen“, hatte sein Trainer Timo Schultz gescherzt. 

Das könnte Sie auch interessieren: Muss sich St. Pauli um seinen Dauersieger sorgen?

„Igor ist ein hochveranlagter Spieler, der einem Spiel Impulse und auch eine Wende geben kann. Er ist sehr präsent und immer gefährlich“, beschreibt Bornemann St. Paulis Musterschüler, der, auch wenn gerade mal Ferien sind, lernt. Nicht in seiner Schule am Alten Teichweg, sondern vielleicht schon beim Derby – und ansonsten ganz sicher im Training. „Mit Burgstaller hat er jemanden, von dem er sich eine Menge abschauen und lernen kann“, sagt Bornemann. „Davon kann ein junger Spieler wie Igor nur profitieren.“

Email
Share on facebook
Share on twitter
Share on whatsapp