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Jonas Vingegaard auf dem Podium
  • Könnte das Team von Jonas Vingegaard bald mit einem anderen fusionieren?
  • Foto: imago/Sirotti

Spektakuläre Fusion bahnt sich an: Dominiert bald ein Superteam eine ganze Sportart?

Tour-Dominator Jonas Vingegaard und Giro-Sieger Primoz Roglic in einem Team mit Ex-Weltmeister Remco Evenepoel und Sprintstar Fabio Jakobsen. Was klingt wie der Wunschtraum jedes Sportlichen Leiters, könnte bald Realität werden. Denn niederländischen Medienberichten zufolge bahnt sich eine spektakuläre Fusion der Topmannschaften Jumbo-Visma und Soudal-Quick Step an – und die Radsportwelt fragt sich: Entsteht dort bald ein neues Superteam?

Die Dominanz von Jumbo-Visma jedenfalls ist schon heute erdrückend. Als Sepp Kuss vor gut einer Woche bei der Spanien-Rundfahrt triumphierte, flankierten ihn auf dem Siegerpodest in Madrid seine Teamkollegen Vingegaard und Roglic – ihres Zeichens Gewinner der anderen großen Landesrundfahrten des Jahres. Sieben Tage später bejubelte die Equipe beim EM-Titel des Franzosen Christophe Laporte im Straßenrennen den nächsten Dreifachsieg.

Bisher „keine konkreten Projekte oder Pläne“

Doch trotz aller Erfolge: Weil die Supermarktkette Jumbo nach der Saison 2024 als Hauptsponsor aussteigt, sind die Niederländer auf der Suche nach neuen Geldquellen. Dass diese nun über eine Fusion mit dem belgischen Spitzenteam erschlossen werden könnten, hat auch in der Szene überrascht. „Ich habe es auch aus der Presse erfahren“, sagte Ralph Denk, Teamchef des deutschen Rennstalls Bora-hansgrohe, dem SID.

Soudal-Quick-Step-Teamchef Patrick Lefevere ließ sich am Montag nicht in die Karten schauen. In einer internen Nachricht, die das Global Cycling Network am Abend veröffentlichte, schrieb der 68-Jährige von „Gesprächen mit mehreren Parteien“ – es gebe aber derzeit „keine konkreten Projekte oder Pläne“. Offizielle Presseanfragen zu den Berichten blieben unkommentiert.

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Fusionen von zwei Rennställen sind im Profi-Radsport keine Seltenheit, haben für die Fahrer aber konkrete Folgen. Bei Jumbo-Visma und Soudal-Quick Step stehen derzeit insgesamt 50 Fahrer unter Vertrag. Sollte es tatsächlich zum Zusammenschluss kommen, wären zahlreiche namhafte Akteure schlagartig auf der Suche nach einem neuen Arbeitgeber, denn nur 30 sind in einem World-Tour-Team erlaubt.

Nicht zuletzt deshalb wird auch Denk die Entwicklungen in den nächsten Wochen gespannt verfolgen, sagt aber: „Mich haben bisher noch keine Agenten kontaktiert, dass bei einem möglichen Superteam jetzt bald Fahrer zu viel sind. Das ist für mich ein Indikator, dass da aktuell nur spekuliert wird.“

Viele Wechsel-Spekulationen

Ebenfalls nur spekuliert werden kann darüber, wie das Team in Zukunft aussehen würde. Evenepoel (23) wird seit Längerem mit einem Transfer zum britischen Topteam Ineos Grenadiers in Verbindung gebracht. Da eine riesige Ansammlung an Stars seine Freiheiten beschneiden würde, wäre ein Wechsel des belgischen Zeitfahrweltmeisters, der 2022 die Vuelta gewann, auch im Falle der Fusion weiter denkbar.

Ähnliches gilt für den 33-jährigen Slowenen Roglic. Der dreimalige Vuelta-Gewinner will nach seinem spektakulären Scheitern auf der vorletzten Etappe 2020 endlich die Tour de France gewinnen – in einem Team mit Dominator Vingegaard dürfte das in den kommenden Jahren schwierig werden.

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Doch unabhängig von möglichen Abgängen einzelner Topfahrer: Eine Fusion mit Soudal-Quick Step könnte die Dominanz des heutigen Jumbo-Visma-Teams, das in diesem Jahr bereits alles in Grund und Boden fuhr, weiter verstärken. Für Radsportfans ist das keine gute Nachricht. (sid/lsc)

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