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Svenja Müller (l.) und Cinja Tillmann jubeln nach ihrem Sieg im Viertelfinale
  • Feierlaune: Svenja Müller (l.) und Cinja Tillmann haben sich am Rothenbaum ins Halbfinale geschlagen.
  • Foto: imago/Beautiful Sports

„Sie war ein Monster!“ Müller/Tillmann im Rausch – Ludwig und Lippmann raus

In Hamburg sagt man Tschüs… Die Erfolgswelle von Laura Ludwig und Louisa Lippmann beim Heimturnier am Rothenbaum ist gestoppt. Die Hamburgerinnen verpassten das Halbfinale nach starken Auftritten in den vergangenen Tagen knapp und waren trotz ihres besten Resultats bei einem Elite-16-Turnier der Weltspitze enttäuscht. Noch mittendrin im Kampf um die Medaillen sind dagegen die furios aufspielenden Svenja Müller und Cinja Tillmann und träumen vom ganz großen Coup, während bei den Männern die Halbfinals am Sonntag ohne deutsche Beteiligung steigen – aber dafür mit dem Besten vom Besten.

Kaum ein Wort brachte Lippmann nach der 1:2 (21:13, 15:21, 11:15)-Niederlage gegen die Weltranglisten-Dritten Kristen Nuss / Taryn Kloth aus den USA heraus. „Im Moment überwiegt die Enttäuschung“, meinte die Block-Spezialistin nach der Partie vor rund 5000 Zuschauenden auf dem Center Court und wirkte den Tränen nahe. Nach einem fantastischen ersten Satz konnte das Duo das hohe Niveau nicht halten, geriet mehr und mehr ins Hintertreffen.

Im siebten Turnierspiel – Ludwig und Lippmann hatten sich über die Qualifikation erstmals in dieser Saison in das Hauptfeld eines Elite-16-Turniers gespielt – schienen in der entscheidenden Phase auch ein wenig die Kräfte zu schwinden.

Beachvolleyball in Hamburg: Ludwig und Lippmann verlieren Viertelfinale

„Es sind gemischte Gefühle“, meinte Ludwig nach dem K.o. am frühen Samstagabend. „Das wird ein paar Stunden dauern, bis man das verdaut hat. Aber insgesamt können wir uns auch freuen.“ In der Zwischenrunde am Vormittag hatten sich die EM-Dritten mit einem sehr überzeugenden 2:0 (21:19, 21:12) gegen die lettischen Ex-Europameisterinnen Tina Graudina / Anastasija Samoilova durchgesetzt.

Viertelfinale, Platz fünf, wertvolle Erfahrungen und sehr kostbare Punkte im Kampf um die angestrebte Qualifikation für die Olympischen Sommerspiele in Paris 2024. Das Hamburg-Heimspiel war ein großer Gewinn für das erst im vergangenen Herbst formierte Team.

Pure Euphorie herrschte dagegen bei Müller und Tillmann, die im Viertelfinale das kanadische Weltklasse-Duo Melissa Humana-Paredes und Brandie Wilkerson ausschalteten, im zweiten Satz des 2:0 (22:20, 21:10)-Sieges förmlich an die Wand spielten und das Publikum zu Begeisterungsstürmen hinrissen.

Rothenbaum: Müller und „Monster“ Tillmann stehen im Halbfinale

„Das war teilweise unbeschreiblich“, schwärmte die erst 22-Jährige Müller, die seit vier Jahren in Hamburg trainiert. Während die junge Blockerin beeindruckend cool agierte, glänzte Tillmann mit überragenden Abwehraktionen, war kaum zu überwinden.

„Cinja war phänomenal. Sie war ein Monster!“, lobte Coach Kirk Pitman, einer der Bundestrainer. „Die Kanadierinnen wussten phasenweise gar nicht mehr, wohin sie den Ball spielen sollten, weil Cinja überall war. In dieser Form ist sie eine der besten Spielerinnen der Welt.“

Im Halbfinale (11 Uhr) bekommen es Müller und Tillmann jetzt mit Nuss/Kloth zu tun, die ein spektakuläres rein deutsches Duell verhinderten. Das zweite Semifinale bestreiten die Brasilianerinnen Ana Patricia/Duda gegen ihre Landsfrauen Carol/Barbara. Das Endspiel der Frauen steigt am Sonntag um 18 Uhr, das Spiel um Bronze um 15.30 Uhr.

Wildcard-Team Henning/Winter erst im Viertelfinale gestoppt

Glücklich und stolz waren auch Paul Henning und Sven Winter, obwohl für sie im Viertelfinale der Männer-Konkurrenz Endstation war. Zum einen war die abendliche 0:2-Niederlage (14:21, 14:21) gegen die Weltmeister und Olympiasieger Mol/Sørum aus Norwegen, das überragende Team der letzten Jahre, zu erwarten gewesen und keine Enttäuschung. Zum anderen war schon allein der Einzug des Duos in die Runde der letzten Acht ein absoluter Coup, schließlich war das zweitbeste deutsche Männer-Duo und Nationalteam über eine Wildcard in der Hauptrunde dabei.

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„Wir wollten hier zeigen, was wir können und das haben wir geschafft“, sagte Henning, der nach dem starken und euphorisch gefeierten 2:1 (21:18, 17:21, 15:11)-Sieg gegen das langjährige niederländische Weltklasseteam Alexander Brouwer/Robert Meeuwsen auf dem Center Court „ziemlich sprachlos“ war. Erst seit 2022 bildet der langjährige Hallen-Bundesligaspieler mit Winter ein Team. Beide trainieren überwiegend am Stützpunkt in Hamburg.

Clemens Wickler nach K.o. in der Zwischenrunde sauer

Riesen-Frust herrschte dagegen bei den höher gehandelten Lokalmatadoren Nils Ehlers und Clemens Wickler, die das Minimalziel Viertelfinale verpassten. In der Zwischenrunde am frühen Samstagnachmittag unterlag das mit Abstand erfolgreichste deutsche Männer-Duo der letzten Jahre dem brasilianischen Duo George/Andre mit 0:2 (17:21, 19:21). Die Weltranglisten-Achten verspielten dabei im zweiten Satz eine 18:15-Führung und machten wie schon bei der Niederlage im Gruppenfinale zuvor in der entscheidenden Phase zu viele Fehler, agierten nicht konsequent genug.

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„Da kann man nur enttäuscht sein“, meinte 2,10-Meter-Riese Ehlers. Wickler übte knallharte Selbstkritik: „In der Crunchtime war es einfach schlecht. Wir sind 18:15 vorne, dann bauen wir Scheiße. Wir haben Schiss, keine Ahnung, warum. So reicht das jedenfalls nicht.“ Am Ende bleibt Platz neun beim Heimturnier. „Das haben wir uns natürlich anders vorgestellt“, so Wickler, der insgesamt mit den am Rothenbaum gezeigten Leistungen des Gespanns nicht zufrieden war.

Deutsche Meisterschaften in Timmendorf als nächste Station

Jetzt gilt es, sich zu sammeln und die Fehler zu analysieren, um beim nächsten Turnier wieder ein anderes Gesicht zu zeigen: Bei den deutschen Beachvolleyball-Meisterschaften in Timmendorf (30. August bis 3. September). Dort sind Ehlers/Wickler Titelverteidiger. Auch für Ludwig und Lippmann ist Timmendorf das nächste Turnier.

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