Auch die deutsche Tour-Hoffnung Emanuel Buchmann muss nach einem Sturz gestützt werden
  • Auch die deutsche Tour-Hoffnung Emanuel Buchmann muss nach einem Sturz gestützt werden
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Schwere Stürze: Deutschem Rad-Star Buchmann droht das Tour-Aus

Radsport als Risiko: Nach zahlreichen Stürzen beim 72. Critérium du Dauphiné haben die deutschen Routiniers Tony Martin und André Greipel deutliche Kritik geäußert. Der deutschen Hoffnung Emmanuel Buchmann droht das Aus für die Tour de France.

Als einer von vielen musste Buchmann das Etappenrennen durch Frankreich nach einem Sturz auf einer Abfahrt auf der vierten Etappe aufgeben. „Kies und tiefe Löcher die ganze Strecke runter. Die Personen, die sich für diesen Weg entschieden haben, scheren sich keine Sekunde um die Sicherheit von uns Fahrern“, schrieb der frühere Zeitfahrweltmeister Martin am Sonnabend bei Instagram und wandte sich auch an den Weltverband UCI: „Wie viel mehr schlimme Unfälle müssen passieren, damit sich etwas ändert?“

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Das belgische Talent Remco Evenepoel quetschte sich bei einem Sturz die Lunge – nur einer von vielen Radsport-Unfällen am Wochenende

Foto:

imago images / LaPresse

Starke Prellungen bei Buchmann

Buchmann kam zwar mit Schürfwunden und einem großen Hämatom, aber ohne Brüche davon. Doch nun droht ihm kurz vor der Tour der France eine längere Trainingspause. „Emanuel hat starke Prellungen im Rücken- und Gesäßbereich. Er kann kaum laufen. Wir müssen schauen, wie sich das in den nächsten Tagen entwickelt“, sagte der Sportliche Leiter Enrico Poitschke: „Die Prellung entscheidet, wie schnell er wieder aufs Rad kann. Das ist jetzt noch nicht zu sagen. Deshalb müssen wir erst mal abwarten.“

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Neben Buchmann stürzten auch Primoz Roglic und Steven Kruijswijk, die beide Ambitionen bei der Tour de France haben. Während Vuelta-Sieger Roglic sich als Gesamtführender ins Ziel kämpfte, musste der Niederländer Kruijswijk das Rennen mit einer ausgekugelten Schulter aufgeben.

Greipel: „Das ist respektlos gegenüber den Fahrern”

„Das ist von den Organisatoren respektlos gegenüber all den Fahrern. Die Gesundheit zu riskieren, um am Ende der Abfahrt das Ergebnis zu haben, dass zwei Kandidaten für das Gesamtklassement raus sind“, schrieb Sprinter André Greipel am Sonntag bei Twitter.

Nach Horror-Sturz: „Ich bin froh, dass er noch lebt”

Doch damit nicht genug: Bei der parallel stattfindenden Lombardei-Rundfahrt stürzten das belgische Wunderkind Remco Evenepoel und der deutsche Meister Maximilian Schachmann. Der 20-jährige Belgier kollidierte bei einer Abfahrt mit der Begrenzungsmauer einer Brücke, überschlug sich und fiel einen Abhang hinunter. Die Untersuchungen im Krankenhaus ergaben einen Bruch des Beckens sowie eine Quetschung der rechten Lunge. „Ich bin froh, dass er noch lebt“, sagte sein Teamchef Patrick Lefevere.

Schachmann bricht sich das Schlüsselbein

Schachmann brach sich bei einer Kollision kurz vor dem Ziel mit einem Auto das Schlüsselbein. Damit kann der 26-Jährige seine Teilnahme bei der Tour de France in knapp zwei Wochen praktisch abschreiben. Die UCI ermittelt, weil das Auto nie auf die Strecke hätte gelangen dürfen.

Poitschke: Wenn zur Tour, dann nicht auf Topniveau

„Das Schlüsselbein ist verhältnismäßig gut gebrochen, die Schmerzen halten sich auch in Grenzen. Aber man muss die nächsten Tage abwarten, wie sich das entwickelt. Deshalb kann man Richtung Tour auch noch nichts sagen“, sagte Poitschke zu Schachmanns Situation – und meinte generell: „Man muss realistisch sein. Wenn drei der besten Fahrer schwer stürzen und viele Tage nicht trainieren können, kann man nicht erwarten, dass man auf Topniveau zur Tour fahren wird.“

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