Umweltaktivistin Alizee bei den French Open
  • Eine Umweltaktivistin, die laut eigenen Angaben den Vornamen Alizée trägt, kettete sich bei den French Open ans Netz.
  • Foto: AP

Schock-Szene bei French Open: Das steckte hinter dem Protest beim Halbfinale in Paris

Es waren Szenen, die manchem Zuschauer am Freitagabend den Atem stocken ließen. Eine Umwelt-Aktivistin hatte sich während des zweiten French-Open-Halbfinals in Paris am Netz festgekettet. Die junge Frau lief während des Matches zwischen Casper Ruud (Norwegen) und Marin Cilic (Kroatien) auf den Court Philippe Chatrier. Auf ihrem T-Shirt prangte die Botschaft „We have 1028 days left“ (Wir haben noch 1028 Tage übrig).

Das Match musste im dritten Satz unterbrochen werden, beide Spieler verließen den Platz für knapp 15 Minuten. Sie wurden in die Umkleidekabinen gebracht.

Organisation Dernière Rénovation bekennt sich zu dem Protest

Die französische Organisation „Dernière Rénovation“ (auf Deutsch: Letzte Erneuerung) übernahm die Verantwortung für die Protestaktion. Bei der Demonstrantin handle es sich um eine 22-jährige Frau mit dem Namen Alizée. Sie sei auf den Platz gestürmt, „um auf den Klimanotstand aufmerksam zu machen“.

Auf ihrer Website veröffentlichte die Gruppe zudem ein Statement, in dem Alizée erklärte, sie habe das Match unterbrochen, weil sie nicht länger das Risiko eingehen könne, angesichts des Klimanotstands nichts zu tun. „Wir befinden uns im Jahr 2022, und es ist an der Zeit, der Realität ins Auge zu sehen“, heißt es dort. „Die Welt, in die uns die Politiker schicken, ist eine Welt, in der Roland Garros nicht mehr existieren kann. Heute bin ich auf den Platz gegangen, weil ich das Risiko des Nichtstuns angesichts der Klimakatastrophe nicht mehr eingehen kann.“

Umweltaktivistin bei den French Open
Sicherheitskräfte tragen die Umweltaktivistin vom Platz.

Bei der Botschaft „Wir haben noch 1028 Tage“ wird gemeinhin davon ausgegangen, dass sich diese Nachricht auf einen der jüngsten UN-Klimaberichte bezieht.

Politische Proteste sind nicht neu bei den French Open

Bei den French Open war es auch in der Vergangenheit schon zu Unterbrechungen wegen politischer Proteste gekommen – so etwa beim Endspiel zwischen Roger Federer und Robin Söderling im Jahr 2009 oder im Finale zwischen Rafael Nadal und David Ferrer 2013.

Nadal hatte bereits vor dem Protest das Finale am Sonntag erreicht, weil der Hamburger Olympiasieger Alexander Zverev aufgeben musste, nachdem er umgeknickt war. Im Endspiel trifft er auf Ruud, der vor und nach der Unterbrechung das Match gegen Cilic dominierte und am Ende 3:6, 6:4, 6:2, 6:2 gewann.

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