Bernarda Pera triumphiert am Rothenbaum in Hamburg über die Weltranglistenzweite Anett Kontaveit.
  • Bernarda Pera triumphiert am Rothenbaum in Hamburg über die Weltranglistenzweite Anett Kontaveit.
  • Foto: WITTERS

Rothenbaum: Sensations-Siegerin widmet Titel verstorbenem Coach

Emotionaler Titelgewinn am Rothenbaum: Bernarda Pera (USA) gewinnt das Damenturnier im Finale gegen die hochfavorisierte Weltranglistenzweite Anett Kontaveit (Estland) mit 6:2, 6:4. Bei der anschließenden Siegerehrung widmete die Amerikanerin den Titel mit zitternder Stimme ihrem verstorbenen Coach Kristijan Schneider – dieser war im April 2022 einem Krebsleiden erlegen.

Wahre Tennis-Champions erkennt man daran, dass sie Rückschläge überwinden können und über sich hinauswachsen. Das gilt in der Regel für die Zeit auf dem Court, wenn man das eigene Unvermögen verarbeitet, die Dominanz des Gegners abschüttelt und sich seiner eigenen Stärke bewusst wird. Freud und Leid liegen wie oft dicht beieinander, was Bernarda Pera 2022 auf ganz extreme Weise erfährt.

Erste US-Siegerin am Rothenbaum seit Tennis-Legende Venus Williams

Der Tod ihres Coaches liegt gerade einmal drei Monate zurück – jetzt erlebt sie aktuell die wohl zwei besten Wochen ihres Lebens: „Ich möchte diesen Sieg Kristijan Schneider widmen. Auf das hiermit ein wenig seiner Leidenschaft und Hingabe hinaus in die Welt strahlt“, so Pera nach dem Sieg. Was für ein pathetischer und gefühlvoller Auftritt – viele der knapp 8500 Zuschauer hatten bei diesen Worten wohl Gänsehaut.


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Im Finale war die Weltranglisten-81. Bernarda Pera von Anfang an die dominante Spielerin. Genau wie ihre Gegnerin Anett Kontaveit hatte sie im gesamten Turnierverlauf keinen einzigen Satz abgegeben. In der ersten Runde schlug sie bereits Elena-Gabriela Ruse (Rumänien), die Rothenbaumsiegerin des Vorjahres – der Auftakt für eine beispiellose Woche mit perfektem Tennis.

Pera ist damit die erste amerikanische Siegerin seit Venus Williams, die 2001 an der Alster triumphierte. Nach einer Pause ab 2002 wird erst seit 2021 wieder eine Damen-Konkurrenz am Rothenbaum ausgetragen, in diesem Jahr zum ersten Mal als Combined-Event, parallel zum Herrenturnier.

Hamburg-Triumph beschert Pera Aufstieg in der Weltrangliste

Bernarda Pera klettert mit ihrem Triumph in Hamburg knapp 30 Weltranglistenplätze nach oben und schnuppert jetzt an den Top-50. Pera, die ursprünglich aus Kroatien stammt und heute wieder in ihrem Geburtsort, der Küstenstadt Zadar, trainiert, ist im Juli 2022 die formstärkste Spielerin auf der WTA-Tour.

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Erst in der vergangenen Woche hatte sie beim Turnier in Budapest ihren ersten Titel feiern können – jetzt legte sie am Rothenbaum imposant nach. „Ich hatte eine tolle Woche in dieser wunderbaren Stadt. Ich freue mich darauf, im nächsten Jahr meinen Titel zu verteidigen“, so Pera nach dem Match. Wenn die 27-Jährige so weiterspielt, begrüßt das Hamburger Publikum 2023 eine Top-Ten-Spielerin.

Rothenbaum: Herren-Finale mit Alcaraz & Musetti

Im Finale der Herren treffen am Sonntag (15 Uhr, live bei Servus TV) zwei Spieler aufeinander, die zum einen zu den „jungen Wilden“ gehören und zwei der talentiertesten Tennisprofis überhaupt sind. Lorenzo Musetti (20, Italien) gewann in einem hochklassigen Match gegen Francisco Cerundolo (Argentinien) mit 6:3, 7:6. Sein Gegner im Kampf um den Platz auf dem Rothenbaum-Thron ist Carlos Alcaráz (19, Spanien), der sich erwartungsgemäß gegen Alex Molcan (Slowakei) durchsetzte. Er hat angekündigt, dass er bis Sonntag noch ein paar Brocken Deutsch lernen will, die er gerne bei der Siegerehrung präsentieren möchte. Beim Post-Match-Interview am Samstag hatte er immerhin schon ein Wort für das Hamburger Publikum parat: „Danke.“

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