Sebastian Vettel leistete sich im Ferrari früh im Rennen einen Dreher, attackierte später die Team-Strategie.
  • Sebastian Vettel leistete sich im Ferrari früh im Rennen einen Dreher, attackierte später die Team-Strategie.
  • Foto: 2020 Pool

Motz-Attacke im Boxen-Funk: Blamiert! Vettel greift Ferrari an: „Ihr habt es verbockt“

Sensations-Sieg für Max Verstappen über Lewis Hamilton in Silverstone und nächste Blamage für Sebastian Vettel. Während der „fliegende Holländer“ die Silberpfeile mit einem cleveren Reifen-Poker austrickste, festigte der Ferrari-Pechvogel seinen Titel als Pirouetten-König der Formel 1.

Verstappen brach im 5. WM-Lauf die Mercedes-Serie und feierte seinen neunten Grand-Prix-Sieg. Der Holländer jubelte: „Ich habe nicht gerechnet, eine Siegchance zu haben. Aber ich habe immer versucht, Druck auszubauen. Sie mussten in die Box und habe weiter gepusht.“

Red-Bull-Pilot Max Verstappen feiert bei der Siegerehrung seinen Triumph in Silverstone

Red-Bull-Pilot Max Verstappen feiert bei der Siegerehrung seinen Triumph in Silverstone

Foto:

dpa

Hamilton gratulierte fair: „Max und sein Team haben einen besseren Job gemacht. Ich dachte, mir fliegen meine Reifen um die Ohren.“

Formel 1: Verstappen sticht in Silverstone Mercedes aus

Hamilton-Helfer Valtteri Bottas (30) wurde nur Dritter. Der Finne haderte: „Wir haben irgendetwas falsch gemacht. Meine Reifen haben gekocht und sind einfach auseinander gebrochen. Man verliert einfach an Grip.“

Den nächsten Tiefpunkt seiner Karriere erlebte Vettel. Nach dem Motorschaden im dritten Training und Verpassen des Top-Ten-Qualifyings drehte sich der Altmeister in seiner Roten Gurke gleich in der ersten Kurve von der Strecke und fiel ans Ende des Feldes zurück.

Sebastian Vettel ist derzeit schwer genervt von Ferrari

Sebastian Vettel ist derzeit schwer genervt von Ferrari

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HOCH ZWEI/Pool/COLOMBO IMAGES

Am Ende kämpfte sich Vettel noch auf Rang zwölf und zoffte sich am Funk mit Teamchef Mattia Binotto (50).

Sebastian Vettel: Nächster Tiefpunkt im Ferrari

Nach einem guten Start vom 11. Startplatz drückte ihn Red-Bull-Thai Alexander Albon (24) auf die Randsteine. Da verlor Vettels Rote Gurke direkt an Grip und geriet ins Schlingern. Vom letzten Platz kämpfte sich der Pechvogel mühsam durchs Feld und hatte sogar Probleme, Williams-Youngster George Russell (22) zu überholen.

Nico Hülkenberg von Max Verstappen überholt

Vorne zogen die Mercedes-Stars Bottas und Hamilton zunächst einsam ihre Kreise, bekamen aber zur Mitte des Rennens ernste Reifenprobleme.

Dahinter wurde Nico Hülkenberg (32) bei seinem Formel-1-Comeback 252 Tage nach seinem letzten Rennen im Renault am Start von Verstappen überholt, hielt aber zunächst Teamkollege Lance Stroll (22) hinter sich. Doch im zweiten Renndrittel wurde er hinter Stroll und Alexander Albon (24) auf Rang sieben durchgereicht.

Lewis Hamilton klagt über Reifenprobleme bei Mercedes

Erst mit den ersten Reifenwechseln kam etwas Bewegung ins Feld. Vorne übernahm Verstappen nach den Boxenstopps der Silberpfeile die Führung. Ausnahmsweise hatte Weltmeister Hamilton die größten Reifenprobleme und klagte: „Irgendwas stimmt am Auto nicht. Seid ihr sicher, dass die Reifen nicht platzen?“

Der Brite dachte mit Grauen an seinen Last-Minute-Reifenplatzer am Vorsonntag, als er sich im Dreirad-Mercedes haarscharf als Sieger ins Ziel rettete.

Vettel motzt im Funk über Ferrari-Reifenwechsel

Vettel kämpfte sich bis ins Mittelfeld vor, lag zwischenzeitlich sogar vor Ferrari-Feind Charles Leclerc (22). Doch dann wurde er in der 23. Runde zum Pitstop gerufen und fiel wieder auf Rang 15 zurück.

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Darüber beschwerte sich Vettel bei Teamchef Mattia Binotto (50) via Funk: „Jetzt hänge ich hinter dem Pulk, worüber wir heute morgen gesprochen haben.“ Er motzte regelrecht: „Ich gebe weiter mein Bestes. Aber ihr wisst, dass ihr es verbockt habt.“

Hamilton entreißt Leclerc den dritten Platz

Sky-Experte Ralf Schumacher (45) analysierte: „Sebastian hat sich halt den Dreher geleistet und spielt für das Team dann keine Rolle mehr. Da wird alles auf Leclerc ausgerichtet.“

Der frühere Formel-1-Fahrer Ralf Schumacher

Der frühere Formel-1-Fahrer Ralf Schumacher

Foto:

imago images/LaPresse

Und der Monegasse hatte wegen Hamiltons Reifensorgen sogar eine Podiumschance. Doch in der 45. Minute spielte Hamilton seine frischeren Reifen aus und entriss Leclerc wieder den dritten Platz. Der jubelte trotzdem überschwänglich über Platz vier: „Yes!“

Ralf Schumacher: „Vettel darf sich nicht beschweren“

Schumi II hat Mitgleid mit Vettel: „Darüber darf er sich nicht beschweren. Aber es ist natürlich kein schönes Rennen für Sebastian.“

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