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Frankreichs Dika Mem im Sprungwurf gegen Andreas Wolff
  • So wie damals im WM-Viertelfinale 2023 soll es aus deutscher Sicht nicht noch einmal laufen. Hier Dika Mem im Sprungwurf gegen Andreas Wolff.
  • Foto: WITTERS

Mega-Kracher! Darum ist Deutschland gegen Frankreich das Spiel der Wahrheit

Drei Worte reichen manchmal schon aus, um zu sagen, was auf dem Spiel steht und das Kopfkino in Gang zu setzen: Deutschland gegen Frankreich. Das lässt die Herzen der Handball-Fans höher schlagen – ganz zu schweigen von denen der deutschen Nationalspieler. Es ist ein Kracher. Klassiker. Voller Geschichte und Geschichten von Triumph und Schmerz.

Ein Duell zweier Handball-Großmächte, das fasziniert, elektrisiert und aus deutscher Sicht in den vergangenen Jahren leider deprimiert. Das soll sich jetzt ändern, endlich. Höchste Zeit. Was die Emotionen angeht, setzt dieses Spiel der Heim-EM schon weit vor dem Anwurf Maßstäbe – bei denen, die es spielen werden. Vorfreude, Anspannung, Hunger. „Das sind die Spiele, für die wir hier sind”, betont DHB-Kapitän Johannes Golla. Keeper-Juwel David Späth hat „Mega Bock” auf die Partie gegen den Olympiasieger und Rekord-Weltmeister und schwärmt: „Das ist das Allergrößte, sich mit denen auf dieser Bühne messen zu können.“

Auch die Franzosen sind heiß. Es sei „immer geil” gegen die Heimmannschaft zu spielen, freut sich Legende Nikola Karabatic. Nationaltrainer Guillaume Gille, früherer Star der HSV Handballer, sagt: „Spiele gegen Deutschland sind einmalig.” Dieses werde „verdammt schwer”. Er freut sich auf die Stimmung: „Es wird krachen in der Bude.“

Topspiel wird zeigen: Wie gut ist Deutschland wirklich

Vor 14.000 Fans in der Berliner Mercedes-Benz Arena geht es heute (20.30 Uhr, ARD und Dyn) um verdammt viel. Es geht um Punkte, die das schon qualifizierte DHB-Team mit in die Hauptrunde nehmen kann – als Fundament für den Angriff auf das Halbfinale. Und es geht darum, weiter auf der Euphorie-Welle zu reiten.

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Vor allem aber ist es das Spiel, das zeigen wird, wie gut die deutsche Mannschaft wirklich ist. Was Wunsch ist, und was Wirklichkeit. Eine höchst anspruchsvolle Standortbestimmung. Nach den klaren Siegen gegen die Schweiz (27:14) und Nordmazedonien (34:25) ein echter Gradmesser. Qualitäts- und Mentalitäts-Prüfung. Das Spiel der Wahrheit. Kann es das Team von Bundestrainer Alfred Gislason aufnehmen mit den ganz Großen, der absoluten Weltspitze, um im angestrebten Kampf um die Medaillen ein ernstes Wort mitzureden? Gegen die Franzosen „zeigt sich, wie gut wir sind und wie reif auf dem Level”, stellt Juri Knorr klar. Dem obersten Level. In der Hauptrunde, wo es wahrscheinlich gegen Kroatien, Spanien, Ungarn und Island geht, werde es ohnehin „heftig”, ahnt der Spielmacher.

Für Frankreich geht es sogar ums Weiterkommen

„Jetzt geht es um die Wurst. Frankreich ist eigentlich schon unser erstes Hauptrundenspiel”, weiß Rückraum-Youngster Renars Uscins. „Wir müssen den Respekt abstellen.” Die Franzosen seien auch nur Menschen. Verwundbar. Das hat die Schweiz beim überraschenden 26:26 bewiesen. Der Ausrutscher dürfte „Les Experts” anstacheln. Dennoch wirken sie bislang nicht ganz so stark, dominant und kaltschnäuzig. Allerdings ist Frankreich bekannt dafür, immer dann abzuliefern, wenn es wirklich darauf ankommt.

„Groß” sei der Glaube, dass seine Mannschaft den Favoriten diesmal besiegen kann, sagt Gislason. Bedingung: „Wir brauchen einen perfekten Tag.” Für den Isländer sind die Franzosen nach wie vor „neben Dänemark der größte Favorit bei diesem Turnier”.

Deutschland will den ersten Sieg seit elf Jahren holen

Die DHB-Auswahl ist nicht in der Position, verbal die Hosenträger zu spannen. Seit elf Jahren hat Deutschland bei einem großen Turnier nicht mehr gegen Frankreich gewonnen, stattdessen schmerzhafte Niederlagen kassiert wie im WM-Viertelfinale 2023, im Bronze-Spiel der WM 2019 oder im Olympia-Halbfinale 2016. Mit den Fans im Rücken will das Heim-Team, bei dem Kai Häfner nach seiner „Baby-Pause” zurück ist, die schwarze Serie beenden.

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Einer, der fest an einen bahnbrechenden Sieg glaubt, ist Bob Hanning, Boss der Füchse Berlin und von 2013 bis 2021 als DHB-Vize auch Teil des Nationalteams und bei allen Turnieren mittendrin. Er glaube, dass die Zeit jetzt reif sei, sagt er am Rande der EM zur MOPO. „Ich lege mich fest: Wir werden Frankreich schlagen!”

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