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Ein Unfall sorgte bei Max Walscheid für einen kurzen Schockmoment bei der Tour de France.
  • Ein Unfall sorgte bei Max Walscheid für einen kurzen Schockmoment bei der Tour de France.
  • Foto: imago/Panoramic International

Max Walscheid: Der Längste bei der Tour als deutsche Hoffnung

Der 1,99-m-Hüne Max Walscheid ist bislang der auffälligste deutsche Profi bei der Tour de France – und kann eine Menge wegstecken. Die Finger dick bandagiert, diverse Abschürfungen, ein etwas unrunder Gang: Als Max Walscheid am Donnerstagmorgen im belgischen Städtchen Binche zum Etappenstart rollte, sah der baumlange Radprofi aus Neuwied durchaus einer Tour der Leiden angemessen aus.

Am Vortag hatte sich Walscheid trotz eines spektakulären Sturzes mit Überschlag auf Platz zwölf der superschweren Kopfsteinpflaster-Etappe gekämpft – nicht nur wegen seiner fast zwei Meter Körpergröße ist der 29-Jährige der auffälligste deutsche Fahrer der frühen Tour-Phase.

„Es war schon ein heftiger Crash. Eigentlich ist es unfassbar, dass ich dann noch Zwölfter werde“, sagte der Profi des französischen Cofidis-Teams, der für den Ritt über die Paves von Sportdirektor Alain Deloeuil freie Fahrt erhalten hatte. Als Walscheid dann aber früh im Rennen böse über seinen Lenker flog, sei bei Deloeuil „kalter Schweiß“ ausgebrochen – letztlich ging aber alles noch halbwegs glimpflich aus.

Walscheid-Sturz war nicht so schwer wie angenommen

„Da werde ich mich auf jeden Fall vom Osteopathen behandeln lassen“, sagte Walscheid. Der Hüne weiß, was bei Verletzungen zu tun ist, schließlich ist er vom Fach – bereits 2015 hat Walscheid in Heidelberg in seinem Medizinstudium das erste Staatsexamen abgeschlossen.


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Noch liegt der Schwerpunkt des künftigen Arztes aber im Sattel, seine dritte Tour ist eine starke: Ob beim schwierigen Zeitfahren in Kopenhagen (30.), als Sprinter auf der zweiten Etappe (12.) oder nun eben als Klassikerfahrer – Vielseitigkeit ist Walscheids Stärke.

Im März wurde Walscheid von einem Auto gerammt

Dabei hatte sein Jahr denkbar schlecht begonnen: Im März war er im Training brutal von einem Auto gerammt worden, nach 2016 bereits zum zweiten Mal, sein Wunschziel Paris-Roubaix verpasste er. „Was mich wieder sehr schockiert hat, war, dass man ohne Schuld und eigenen Fehler abgeräumt wird und man überhaupt nichts dagegen machen kann“, sagte Walscheid der FAZ. Da hilft auch sein robuster Körperbau wenig.

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Mit offiziellen 1,99 m ist Walscheid der längste Fahrer im Tour-Peloton – vor seinem Landsmann Jonas Rutsch (1,97). Der kleinste – Australiens Topsprinter Caleb Ewan – misst gerade 1,65. In der Geschichte des Profi-Radsports war der Ire Conor Dunne mit 2,04 m der längste, der Franzose Samuel Dumoulin brachte es nur auf 1,59 m. Das Berufsradfahren ist so vielfältig wie Walscheid selbst. (sid/pw)

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