Jan Frodeno beim Laufen
  • Triathlet Jan Frodeno will in seinem letzten Karrierejahr noch einmal alles geben.
  • Foto: imago/Zink

Nach Operation: So ernst stand es wirklich um Triathlon-Held Frodeno

Für Jan Frodeno ging es bei seiner Hüftverletzung um mehr als um die Fortsetzung seiner Triathlon-Karriere. „Mein Arzt in Deutschland hat das ferndiagnostisch betreut und sagte irgendwann zu mir: ‚Junge, nur dass du es kapierst, hier geht es nicht mehr um Sport, hier geht es darum, dass du irgendwann wieder normal gehen kannst’“, sagte der 41-Jährige in einem Interview der „Welt“. Das sei der Moment gewesen, in dem er sich gesagt habe: „Jetzt ist alles andere zweitrangig.“

Wenn die Alternative eine Gewebetransplantation sei, gehe es nicht um dreieinhalb Watt mehr oder weniger auf dem Rad, „sondern um einen gediegenen Ruhestand irgendwann einmal“. Frodeno hatte unter einer sogenannten Morel-Lavallée-Läsion an der Hüfte gelitten, war jüngst dreimal operiert worden. Probleme hatten ihm zuvor aber auch eine zunächst falsch behandelte Achillessehnenverletzung gemacht, bei einem Radsturz hatte Frodeno zudem Rippenbrüche erlitten.

Goldmedaille in Peking und drei Weltmeistertitel: Frodeno blickt auf erfolgreiche Karriere zurück

Das Krankenhaus hat er bereits wieder verlassen. In seiner neuen Wahlheimat Andorra will sich Frodeno auf das kommende Jahr vorbereiten, das das letzte seiner erfolgreichen Karriere sein soll, die 2008 mit dem Olympiasieg in Peking richtig Fahrt aufgenommen hatte. 2015, 2016 und 2019 gewann er die Ironman-WM auf Hawaii und wurde zum Superstar der Szene.

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Seine Teilnahme bei der WM im Oktober musste er absagen, bei der Nachhol-WM im Mai hatte er auch schon gefehlt. Bei der legendären Challenge Roth im Juli musste er kurz nach dem Wechsel auf die Laufstrecke aufhören. Die vergangenen Monate kämen schon relativ nah an 2010 und 2011, sagte Frodeno, der damals kurz vor einem Burnout gestanden hatte. „Das wollte ich eigentlich nicht noch einmal erleben.“


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Eigentlich hätte Frodeno bei einem Sieg in diesem Jahr auf Hawaii seine Karriere dort auch beendet – ein Abschiedsrennen in Deutschland hätte es noch gegeben. „Ich sehe es erst mal positiv, dass ich überhaupt die Chance bekomme, noch ein Jahr weiterzumachen und alles aufzuarbeiten“, sagte er. 2023 soll nun sein letztes Karrierejahr werden, mit dem finalen Höhepunkt Hawaii. „Ich werde versuchen, es jetzt besser zu machen, habe natürlich auch mit meiner Familie gesprochen und freue mich nun vor allem darauf, mal ein paar Tage mit meinen Kindern zu verbringen“, sagte er. „Und ich freue mich darauf, mein letztes Karrierejahr gemeinsam mit ihnen anzugehen, als Familie.“ (dpa/tw)

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