Sarasadat Khademalsharieh trug bei der Schnellschach-Weltmeisterschaft kein Kopftuch
Sarasadat Khademalsharieh trug bei der Schnellschach-Weltmeisterschaft kein Kopftuch
  • Sarasadat Khademalsharieh trug bei der Schnellschach-Weltmeisterschaft kein Kopftuch.
  • Foto: Twitter/YemeniFatima

Mutiger Protest: Iranerin spielt bei Schach-WM ohne Kopftuch

Die Fußballnationalmannschaft schwieg bei der Hymne, Kletter-Meisterin Elnaz Rekabi trug im Finale der Asienmeisterschaft kein Kopftuch und der Schachspieler Alireza Firouzja wechselte aus Protest den Verband. Aus der Sportwelt werden immer wieder Zeichen für die Proteste im Iran und gegen die dortige Regierung geschickt. Auch Sarasadat Khademalsharieh, kurz Sara Khadem, sorgte bei der Schnellschach-Weltmeisterschaft für ein weiteres Ausrufezeichen: Die 25-Jährige spielte bei der WM ohne Kopftuch – und verstieß damit gegen das Gesetz.

Dass Khademalsharieh auf offiziellen Fotos ohne das für iranische Frauen verpflichtende Hijab zu sehen ist, sorgte für viel Wirbel bei der Schnellschach-Weltmeisterschaft. Das iranische Regime untersagt es Frauen, sich ohne die traditionelle Kopfbedeckung zu zeigen. Khademalsharieh aber legte das Kopftuch bewusst ab, aus Protest gegen die Unterdrückung der Frauen im Iran.

Khadem unterstützt iranische Freiheitsbewegung

Khademalsharieh brachte damit ihre Solidarität mit den Bürgern des Irans zum Ausdruck, die seit Monaten unter dem Slogan „Frau! Leben! Freiheit!“ für revolutionäre Verhältnisse auf den Straßen des streng muslimisch geführten Landes sorgen. Nach dem Tod der 22 Jahre alten Mahsa Amini im September war ein Ruck durch den Iran gegangen. Es herrschen Zustände, wie es sie seit der iranischen Revolution in den Jahren 1978 und 1979 nicht mehr gegeben hat.


MOPO

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Khademalsharieh, die bei der WM im kasachischen Almaty trotz der schwierigen Situation in ihrem Heimatland 34. von insgesamt 98 Teilnehmern wurde, muss nach der Rückkehr in ihr Heimatland mutmaßlich mit Konsequenzen rechnen. Wie diese aussehen werden, ist allerdings noch völlig unklar.

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Bemerkenswert aus deutscher Sicht war bei dem Turnier in Almamy zudem der Auftritt des 18 Jahre jungen Vincent Keymer. In der offenen Klasse belegte er hinter Superstar Magnus Carlsen Rang zwei und krönte sich damit zum Schnellschach-Vizeweltmeister.

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