Elnaz Rekabi trat bei den Asienmeisterschaften in Seoul ohne Kopftuch an.
  • Elnaz Rekabi trat bei den Asienmeisterschaften in Seoul ohne Kopftuch an.
  • Foto: AFP

IOC telefoniert mit Rekabi und fordert: Iran soll Sicherheit gewähren

Die iranische Sportkletterin Elnaz Rekabi soll nach ihrer Heimkehr keine Repressalien wegen ihres ohne Kopfbedeckung absolvierten Wettkampfes in Südkorea fürchten müssen. Diese Garantie hat das Nationale Olympische Komitee für Iran laut Angaben des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) nach der Rückkehr der 33-Jährigen am Mittwoch abgegeben. Rekabi sei „sicher in den Iran zurückgekehrt und bei ihrer Familie“, teilte das IOC weiter mit.

Die Garantien der Iraner erfolgten bei einer Zusammenkunft von Vertretern der iranischen Sportführung sowie Gesandten des IOC und des Sportklettern-Weltverbandes IFSC. Bei dem Treffen „erhielten IOC und dem IFSC klare Zusicherungen, dass Frau Rekabi keine Konsequenzen erleiden und weiterhin trainieren und an Wettkämpfen teilnehmen wird.“


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Nach dem Treffen fand auch ein Telefongespräch zwischen ihr, dem IFSC, dem iranischen NOK und dem IOC statt“, teilte die Ringe-Organisation mit. Das IOC wolle „die Situation in den kommenden Tagen und Wochen in Abstimmung mit dem IFSC und dem iranischen NOK weiterhin genau beobachten“.

DOSB will Klarheit im „Fall Ekabi“

Bereits vor Veröffentlichung der iranischen Sicherheitsgarantien für Rekabi hatte der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) seine Besorgnis um die Sicherheit der Sportlerin geäußert. Dabei ging der DOSB offenbar von erzwungenen Aussagen Rekabis über den Hidschab-Verzicht als ein „unbeabsichtigtes Versehen“ aus.

„Es braucht dringend Klarheit über das Wohlbefinden der iranischen Athletin Elnaz Rekabi. Eine Inhaftierung aufgrund der Ausübung ihres Rechts auf Meinungsfreiheit während eines internationalen Wettkampfes wäre inakzeptabel und mit den Werten des Sports nicht vereinbar“, teilte die deutsche Dachorganisation mit.

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Der „Fall Rekabi“ schlägt seit Tagen hohe Wellen. Vor dem IOC und DOSB hatten sich auch das Hochkommissariat für Menschenrechte der Vereinten Nationen, die Bundesregierung über ihre Menschenrechtsbeauftragte Luise Amtsberg und auch die Aktivenvereinigung Athleten Deutschland eingeschaltet. (sid/dhe)

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