„Ein Fehler im Rückblick“: Welche Entscheidung Tennis-Star Zverev bereut
Alexander Zverev hat enttäuschende Wochen hinter sich. Er gibt sich aber überzeugt, dass es bald aufwärts geht – auch ohne Boris Becker.
Alexander Zverev ist der Letzte, der bestreitet, dass es derzeit nicht so gut läuft für ihn. Gegenargumente hätte er freilich ohnehin nicht, zuletzt verlor er beim Masters in seiner Wahlheimat Monte Carlo bereits sein Auftaktmatch. „Die letzten paar Wochen“, bekennt er deshalb vor dem Beginn des ATP-Turniers in München am Montag, „waren etwas schwieriger.“ Er wirkt deshalb, als müsse er sich Mut zusprechen.
Zverev trifft zum Auftakt auf den Franzosen Muller
„Ich glaube, dass ich aus der Phase rauskommen werde. Demnächst. Ich finde, dass ich besser und besser anfange zu spielen“, beteuert der an Nummer eins gesetzte Zverev vor seinem Auftaktmatch gegen den Franzosen Alexandre Muller, die Nummer 40 der Weltrangliste. Zweifel will er dabei nicht aufkommen lassen. „Ich habe“, betont Zverev, „immer noch Vertrauen in mich selber, dass ich bis Paris anfangen werde, richtig gutes Tennis zu spielen.“

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Vertrauen ist gut, bis zum Beginn der French Open (20. Mai) wäre es freilich auch besser, wenn Zverev es durch Ergebnisse festigen könnte. Seit er im Endspiel der Australian Open gegen den für München vorgesehenen, wegen Dopings aber gesperrten Jannik Sinner verlor, war bei sechs Turnieren spätestens im Viertelfinale Schluss. Zverev aber sagt: „Ich bin immer noch sehr zuversichtlich, dass ich jetzt und hoffentlich auch die nächsten Wochen gut spielen werde.“
Zverev sieht Starts in Südamerika als Fehler an
Paris, ergänzt der 27-Jährige, „ist dann immer noch der Hauptfokus“ – und der erste Grand-Slam-Titel das große Ziel. Zu Mutmaßungen, er könne sich bis dahin und zur Bewältigung seiner Krise mit Boris Becker verbünden, wollte sich Zverev erneut nicht konkret äußern. „Wenn es Neuigkeiten gibt, werde ich es sagen. Aber es gibt keine Neuigkeiten.“ Becker hatte vor dem Beginn des Turniers in Monte Carlo mehrfach beim Training von Zverev vorbeigeschaut.

Einstweilen versucht Zverev tapfer, seine „Phase“ als nichts Außergewöhnliches darzustellen. Sei ja alles schon dagewesen, und überhaupt: „Ich habe das Australian-Open-Finale gespielt vor drei Monaten“, er werde also das Tennisspielen „ja nicht verlernt haben“. Allerdings, so räumt Zverev nun ein, sei es „ein Fehler im Rückblick“ gewesen, nach Melbourne nicht Körper und Geist zu regenerieren, sondern umgehend drei Turniere in Südamerika zu spielen.
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Zverev hat wegen die Krise auch die Chance verpasst, den noch bis 4. Mai gesperrten Sinner von Rang eins der Weltrangliste zu verdrängen, aber: nicht mehr zu ändern. Und außerdem, betont Zverev: „Tennis ist wichtig, aber Tennis ist nicht alles im Leben für mich. Ich gehe immer noch nach Hause, genauso wie ich mit Siegen nach Hause gehen würde. Es ändert nichts für mich.“ (sid/abl)
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