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Mark Cavendish, Tour de France 2023
  • Für Mark Cavendish war die Tour de France 2023 die große Chance auf den Rekord.
  • Foto: imago/Sirotti

„Bricht mir das Herz“: Sturz-Drama um Tour-de-France-Star Cavendish

Mark Cavendish saß mit leerem Blick in einem Kleinbus auf einer Landstraße in der Dordogne. Der Traum vom Aufstieg zum alleinigen Rekord-Etappensieger der Tour de France war wohl aufgrund einer Unachtsamkeit etwa 60 Kilometer vor dem Ziel der achten Etappe zerplatzt. Der 38-Jährige kam mit dem Spanier Pello Bilbao zu Fall und zog sich offenbar eine Schulterverletzung zu. Die Etappe in Limoges gewann Ex-Weltmeister Mads Pedersen, der den dreimaligen Tagessieger Jasper Philipsen auf Platz zwei verwies. Phil Bauhaus ging an seinem 29. Geburtstag leer aus.

Im Gesamtklassement gab es an der Spitze erwartungsgemäß keine Veränderungen. Titelverteidiger Jonas Vingegaard wird als Führender durch das Zentralmassiv fahren, sein Vorsprung vor Tadej Pogacar beträgt 25 Sekunden. Das deutsche Bora-Team ist mit Kapitän Jai Hindley als Dritter aktuell auf dem Podium. Der Australier hat 1:34 Minuten Rückstand auf Vingegaard.

Statt dem 35. Etappensieg folgte das Aus für Cavendish

Bei Cavendish hatte der Arzt der Rundfahrt umgehend eine Bandage angelegt, der knarzende Tour-Funk vermeldete: „Cavendish abandon“ – Cavendish gibt auf. Statt weiter auf den 35. Etappensieg zu hoffen, ging es für die Manx missile zum Röntgen. „Das bricht mir das Herz“, schrieb Marcel Kittel auf Twitter. Der Thüringer ist mit 14 Tageserfolgen deutscher Rekordhalter und bei der Tour als TV-Experte im Einsatz.

Cavendish hatte im Mai bekannt gegeben, seine Laufbahn am Jahresende zu beenden. Der Ex-Weltmeister wollte bei seiner 14. und letzten Tour seine insgesamt 35. Etappe gewinnen. Damit hätte er die Legende Eddy Merckx überflügelt, mit der er aktuell mit 34 Tageserfolgen gleichauf auf Platz eins liegt. Am Freitag war Cavendish in Bordeaux vor den Augen seiner Familie nah dran an einem Erfolg, doch aufgrund eines Problems mit der Schaltung musste er den Belgier Jasper Philipsen noch vorbeiziehen lassen.

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Für sein großes Ziel hatte Cavendish vor der Saison noch einmal das Team gewechselt. Da er bei QuickStep keinen neuen Vertrag erhielt und in Fabio Jakobsen übermächtige Konkurrenz hatte, unterschrieb er bei Astana. Seine letzte Tour stand nur im Zeichen des Rekords. „Ich werde es bedauern, dass ich nicht den Moment und die ganzen Tour-Erfahrungen genießen kann. Ich habe aber einen Job zu erledigen“, sagte der Profi von der Isle of Man.

Die Tour-Geschichte des Sprinters war von großen Erfolgen, aber auch immer wieder von Stürzen und Rückschlägen geprägt. 2014 stürzte er beim Grand Départ in Yorkshire gleich auf der ersten Etappe, drei Jahre später nahm ihn Peter Sagan mit einem gefährlichen Manöver im Massensprint aus dem Rennen. 2018 fiel Cavendish in den Bergen aus dem Zeitlimit, in den folgenden beiden Jahren verpasste er die Tour und stand 2020 schon vor dem Karriereende.

Nur Mindestlohn: Er gab alles für den Rekord

QuickStep-Chef Patrick Lefevere bot ihm jedoch einen Vertrag zum Mindestlohn an. Cavendish schlug ein und wurde aufgrund der Formschwäche des Iren Sam Bennett überraschend für die Tour 2021 nominiert. Dort verblüffte der Brite wie zu besten Zeiten, gewann vier Etappen und das Grüne Trikot. Ende Mai gewann er die letzte Etappe des Giro und schraubte sein Siegkonto auf 162 Erfolge. Fraglich, ob weitere hinzukommen.

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Vor dem ersten Ruhetag ist noch einmal Spektakel angesagt. Am Sonntag wird erstmals seit 35 Jahren wieder der legendäre Puy de Dôme erklommen, damals belegte Rolf Gölz den zweiten Platz hinter dem Dänen Johnny Weitz. Dessen Landsmann Vingegaard wird versuchen, Pogacar zu distanzieren. Die Gelegenheit dazu bieten vor allem die letzten 4,5 Kilometer mit einer durchschnittlichen Steigung von zwölf Prozent. (dpa/lmm)

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