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Yannic Stächelin (l.) verfolgt das Geschehen aufmerksam: Jon Nielsen (r.) bringt den Ball artistisch zurück auf die Teqball-Platte
  • Yannic Stächelin (l.) verfolgt das Geschehen aufmerksam: Jon Nielsen (r.) bringt den Ball artistisch zurück auf die Teqball-Platte.
  • Foto: WITTERS

„Bei Youtube entdeckt“: Zwei St. Paulianer tricksen um Europa-Medaillen

Kopf, Knie oder Scherenschlag? Schon bei der Angabe müssen Teqballer sich entscheiden, wie sie den Ball auf die gegnerische Hälfte der gewölbten Tischtennis-Platte befördern wollen. Ein Duo des FC St. Pauli tritt in der jungen Sportart bei den European Games in Krakau an.

„Krakau wird von der medialen Aufmerksamkeit das größte Turnier, was es je gab“, sagt Yannic Stächelin voller Vorfreude. Am Samstag tritt der 26-Jährige mit Jon Nielsen im Männer-Doppel der Sportart an, die 2015 in Ungarn erfunden worden ist. Ein bisschen ist es eine moderne Variante von Fußballtennis: Der Ball muss mit maximal drei Kontakten auf die gegnerische Plattenhälfte befördert werden. Die Abschrägung hält den Ball in Schwung. Wer zuerst zwölf Punkte hat, gewinnt den Satz, wer zwei Sätze gewonnen hat, das Match. 

Teqball über YouTube entdeckt: „enorm anspruchsvoll“

„Ich habe den Sport bei YouTube entdeckt und war total fasziniert“, erzählt Nielsen: „Es ist enorm, wie technisch anspruchsvoll die Sportart ist.“ Auf dem Hochschulsportgelände am Turmweg trainiert das Duo bei unserem Besuch gerade mit Mattes Wisbar und Diego Gollub, die in der Max-Brauer-Schule Teqball-Kurse anbieten und selbst für Turniere durch Deutschland reisen. 

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„Teqball ist eine coole Ergänzung zum Fußball“, sagt Nelly Wilke: „Man kann sich dabei richtig auspowern, es aber auch zur Regeneration nutzen.“ Die 24-Jährige spielt für St. Pauli Fußball und Teqball und ist als Trainerin des Duos in Krakau vor Ort. Sie ist der Teqball-Typ „Stellerin“, im Doppel verantwortlich für die Annahme und möglichst gute Weiterverarbeitung des Balls. „Wie im Fußball, da bin ich auch für die Vorlagen zuständig“, sagt Wilke, die in der Einzel-Weltrangliste als beste Deutsche auf Platz 34 liegt.

St. Pauli-Duo im Teqball für die Europaen Games qualifiziert

Stächelin ist ein „Smasher“, Nielsen ein „Spinner“, was im Teqball keine Beleidigung ist, sondern nur aussagt, dass der 34-Jährige seine Punkte eher mit angeschnittenen Bällen als mit Schmettern sammelt. Das St. Pauli-Duo hat sich bei Wettkämpfen in Skopje, Budapest, Podgorica und Madrid für die European Games qualifiziert. 

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Hamburg ist inzwischen die Hochburg in Deutschland, rund 30 Aktive nehmen regelmäßig an Turnieren teil. Der junge Sport ist noch graswurzelartig organisiert, ein Verband soll demnächst gegründet werden – auch ein Bundesliga-Betrieb ist angedacht. Der FC St. Pauli liegt als bester deutscher Verein in der Klub-Weltrangliste auf Platz 80.

1600 Euro für einen Tisch – Teqball ist ein teurer Sport

„Bis zu den Top-Nationen ist es noch ein Weg“, skizziert Nielsen. Auf dem berühmten Marktplatz Rynek Glówny in Krakau die Gruppenphase zu überstehen, wäre schon ein Erfolg für ihn und Stächelin. „Wir würden gerne fünfmal die Woche trainieren, aber die Hallen sind in Hamburg rar gesät“, sagt Stächelin. 

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In den Sozialen Medien ist Teqball als Trendsport schon stark vertreten, in den heimischen Gärten noch nicht so sehr. Während eine herkömmliche Tischtennis-Platte für 400 Euro zu haben ist, kostet ein guter Teqball-Tisch rund 1600 Euro. Erst wenn in einigen Jahren der Patentschutz ausläuft, ist die schräge Sache wohl auch günstiger zu haben.

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