James Lawrence (Mitte) setzt sich entschlossen gegen zwei Auer durch, behauptet den Ball.
  • James Lawrence (Mitte) setzt sich entschlossen gegen zwei Auer durch, behauptet den Ball.
  • Foto: WITTERS

Sportchef spricht auch über Burgstaller: Bornemann schwärmt von zwei Verteidigern

Wochenlang wurden in der St. Pauli-Krise angeregte Debatten über Führungsspieler geführt, die beim Absturz auf Platz 17 heftig vermisst wurden. Nicht erst bei der Aufholjagd gegen Aue haben sich zwei Führungsspieler herauskristallisiert – allerdings zwei auf dem Platz eher stille.

Über Sebastian Ohlsson und James Lawrence sagte Trainer Timo Schultz: „Beide sind vorweggegangen.“ Der Übungsleiter führte über die Abwehrstrategen weiter aus: „Sie sind marschiert, haben ihre Zweikämpfe gewonnen und eine geile Körpersprache gehabt.“ Die Fifty-fifty-Duelle, die zuletzt häufiger verloren gegangen sind, haben vor allem die beiden gegen Aue gewonnen. 

St. Pauli-Boss Ohlsson am Boden bester Zweikämpfer der Liga

Sebastian Ohlsson St. Paulis stiller Boss

Sebastian Ohlsson (links) hier gegen Aues Krüger, kennt im Zweikampf keine Freunde.

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WITTERS

„Dementsprechend konnten wir hinten auch mal Mann gegen Mann spielen, um das Risiko zu erhöhen. Das ist gut zu wissen.“ Er bemüht eine Statistik, die belegt, dass Ohlsson der beste Zweikämpfer der Liga am Boden ist: „Er ist da bei 68 Prozent, das ist unfassbar viel.“ 

Der Schwede hat mit 262 Duellen auch die meisten Zweikämpfe (unten und in der Luft) bestritten, gewann stolze 159, was 61 Prozent bedeutet. Der Sportchef schwärmt ebenfalls vom 27-jährigen Defensiv-Allrounder.

St. Pauli-Sportchef Bornemann über Lawrence: „Lässt sich nicht aus dem Konzept bringen“

Andreas Bornemann zur MOPO: „Sebastian ist seit fast einem Jahr unser stabilster Spieler – nicht nur, was die Zweikampfführung angeht.“ Auch die Entwicklung des Walisers Lawrence (28) gefällt ihm: „James gewinnt nach seiner Corona-Erkrankung mit jedem Training und jedem Spiel  – egal, ob bei uns oder in der Nationalmannschaft – an Fitness und Souveränität zurück.“

Er sei wie Ohlsson ein Stabilisator und Fixpunkt in der Mannschaft „und lässt sich nicht aus dem Konzept bringen, selbst wenn er situativ bedingt auf der vermeintlich schwächeren rechten Seite eingesetzt wird – wie im Spiel gegen Aue“.

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Dass Ohlsson und Lawrence keine Lautsprecher sind, auch nicht durch öffentlichkeitswirksame Gestik auffallen, stört Bornemann nicht. „Um ein Führungsspieler zu sein, ist nicht die Lautstärke entscheidend. Ganz oben auf der Liste steht immer die Leistung. In jedem Training, in jedem Spiel. Einer wie Guido Burgstaller ist dafür schon wegen seiner Vergangenheit prädestiniert. Aber auch er muss diesen Anspruch mit Leben füllen.“

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