• Geschlossenheit: Die Mannschaft des FC St. Pauli verzichtet bis 30. Juni auf einen Teil des Gehalts.
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Soli-Paket fix!: Profis des FC St. Pauli verzichten auf Gehalt

Im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise macht der FC St. Pauli Nägel mit Köpfen. Der Kiezklub hat am Montag ein Solidar-Paket verabschiedet mit dem Ziel, die finanziellen Verluste durch die Spielpause auszugleichen und Jobs zu erhalten. Auch die Mannschaft, Trainerteam, Sportchef sowie die Führungsebene und leitende Angestellte leisten jetzt mit einem Gehaltsverzicht bis 30. Juni einen Beitrag zur Krisenbewältigung. Ein wichtiges Signal, das auf sich warten lassen hat.

Nachdem die Angestellten schon lange in Kurzarbeit geschickt und zuletzt auch die Mini-Jobber um einen Gehaltsverzicht im Rahmen ihrer Möglichkeiten gebeten worden waren (MOPO berichtete), ist jetzt endlich auch die Profifußball-Abteilung dabei.

„Für uns stand es außer Frage, dass wir nur gemeinsam hier rauskommen und wir hoffen, dass wir mit dem Solidar-Paket die Auswirkungen auf unseren Verein minimieren können“, sagt Sportchef Andreas Bornemann.

FC St. Pauli beschließt Solidar-Paket mit Härtefalltopf

Ein Großteil des vereinbarten Finanz-Pakets wird laut Verein einem „Härtefalltopf für besonders von Kurzarbeit betroffenen Mitarbeiter*innen zugeführt“, der andere Teil komme dem Klub zugute.

FC St. Pauli: Präsident Oke Göttlich (l.) und Sportchef Andreas Bornemann.

St. Pauli-Präsident Oke Göttlich (l.) und Sportchef Andreas Bornemann.

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Angekündigt war eine finanzielle Hilfeleistung der Profis schon kurz nach Beginn der Corona-Krise und der Aussetzung des Spielbetriebs. Kapitän Daniel Buballa hatte die Bereitschaft finanziell zu helfen, an den Verein herangetragen.
Konkretes ließ jedoch bis zuletzt auf sich warten.

Gehaltsverzicht der Mannschaft eine Hängepartie

Die Strategie des Vereins: Abwarten, wie hoch die Verluste durch die Aussetzung des Spielbetriebes wirklich werden, bevor man übereilt eine Verzichts-Summe festlegt. Schließlich ist der Verzicht der Spieler der Löwenanteil im Soli-Topf.  

Ein durchaus umsichtiges Vorgehen, welches jedoch auch für Irritationen und bei manchen Mitarbeitern für Verstimmung sorgte. Nicht jeder Geringverdiener bei den Braun-Weißen sah es ein, zu verzichten, solange nicht ein Verzicht der Profi-Abteilung unter Dach und Fach ist. Die Reihenfolge wirkte auch in der Außendarstellung unglücklich, wenngleich die Erklärung dafür plausibel war.

Nach MOPO-Informationen hatten zuletzt auch einige Sponsoren, Partner, Dauerkartenbesitzer sowie Logen-Inhaber Verzichtserklärungen von ihrer Seite zwar generell zugestimmt, diese jedoch von einem fixierten Verzicht der Profi-Abteilung abhängig gemacht.  

Oke Göttlich: St. Pauli-Präsident spricht von „starkem Signal“

Nun sind, wie von Anfang an geplant, alle im Boot. „Solidarisches Handeln gehört zur Identität des FC St. Pauli“, erklärt St. Pauli-Präsident Oke Göttlich, „dennoch freue ich mich über das große Maß an Hilfsbereitschaft innerhalb, aber auch außerhalb des Vereins – egal ob vom Management, dem Trainerteam, Spielern, Mitarbeiter*innen oder eben unseren Partnern oder Dauerkartenbesitzern. Gerade in diesen herausfordernden Zeiten ist das ein starkes Signal.“

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