Niclas Nadj machte für die U19 des FC St. Pauli 25 Tore in 52 Spielen.
  • Niclas Nadj machte für die U19 des FC St. Pauli 25 Tore in 52 Spielen.
  • Foto: imago/Björn Draws

Seit einem Jahr Profi, noch nie beim Training: Das Phantom des FC St. Pauli

Er gehört seit 2019 zu den Profis des FC St. Pauli, doch kaum einer der Fans weiß das, keiner hat ihn dort jemals gesehen. Denn er hat nicht ein einziges Mal im Zweitliga-Kader mittrainiert, geschweige denn dort gespielt. Niclas Nadj ist das Phantom von St. Pauli.

Der 19-Jährige durchlief ab seinem neunten Lebensjahr alle Jugendmannschaften der Braun-Weißen. In der U19, in der sich auch Finn Ole Becker in den Vordergrund spielte, erzielte er in der vergangenen Saison in 25 Partien zwölf Treffer, war damit bester Schütze.

NLZ-Leiter Roger Stilz lobte Nadj in hohen Tönen

Als das Toptalent seinen Zweijahresvertrag bis 2021 erhielt, schwärmte Roger Stilz, Leiter des Nachwuchsleistungszentrums: „Niclas hat seine Qualitäten auf der zentralen Mittelfeld-Position in den vergangenen Jahren nicht nur abgerufen, sondern weiterentwickelt. Er hat eine professionelle Einstellung zu seinem Alltag als Fußballer und ist stets bereit, die notwendigen Opfer zu bringen. Er ist sehr torgefährlich und besitzt eine überdurchschnittliche Fähigkeit im vorletzten und letzten Pass.“

Auch Uwe Stöver war schwer angetan von Nadj

Und der damalige Sportchef Uwe Stöver erklärte: „Dass er einen Profivertrag erhält, ist auch ein Signal für andere Nachwuchsspieler, dass konstant gute Leistungen natürlich wahrgenommen werden und sich dadurch gute Möglichkeiten ergeben, beim FC St. Pauli Lizenzspieler zu werden.“

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Nadj ist der Sohn eines Ex-HSV-Spielers

Bei Cheftrainer Jos Luhukay ist Nadj, Sohn des ehemaligen HSV-Akteurs Tibor Nadj, der ein Bundesligaspiel für die Rothosen absolvierte, bislang noch nicht angekommen. Eine hartnäckige Krankheit hatte ihm arg zugesetzt, führte zu heftigem Gewichtsverlust. Ärzte rätselten lange über die Ursache.

Uwe Stöver und Niclas Nadj

Der frühere St. Pauli-Sportchef Uwe Stöver stattete Niclas Nadj mit einem Profi-Vertrag aus.

Foto:

WITTERS

Nadj feierte Ende 2019 ein hoffnungsvolles Comeback

Erst gegen Ende des vergangenen Jahres berappelte sich Nadj bei der U23 unter Coach Joachim Philipkowski. Beim 1:1 im Regionalliga-Derby gegen den HSV feierte er ein halbstündiges gelungenes Comeback, bereitete sogar das Tor für seine Mannschaft vor.

Bornemann erwartet physische Weiterentwicklung

Bitter für ihn: Die Corona-Krise verhinderte sein Vorankommen. Wie alle Regionalligaspieler muss auch er seit sieben Wochen individuell trainieren. Schön für ihn: Sportchef Andres Bornemann versichert, dass er weiterhin auf dem Radar ist: „Niclas ist ein technisch beschlagener Spieler. Aber auch eine gewisse Körperlichkeit gehört im Herrenbereich dazu, eine Grundstabilität muss da sein. Wir werden seine Entwicklung weiter verfolgen.“ Alle hoffen, dass das Phantom noch für Furore sorgen wird.

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