• Beim HSV schaffte Alen Halilovic nie den Durchbruch.
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Sein Ex-Trainer erklärt: Darum war HSV-Talent Halilovic zum Scheitern verurteilt

Beim HSV wurde Alen Halilovic einst als großes Talent gehypt, in Hamburg feierte man ihn schon als „Mini-Messi“. Doch der Fünf-Millionen-Euro-Transfer vom Sommer 2016 entpuppte sich schnell als Flop, nach zwei erfolglosen Jahren war wieder Schluss. Sein ehemaliger Trainer Jordi Vinyals erklärt, warum Halilovic scheiterte.

„Auf ihm lastete ein unheimlicher Druck“, erinnert sich der 56-Jährige im Interview mit „Spox“ und „Goal“. Vinyals hatte Halilovic, damals 18 Jahre jung, während der Saison 2014/15 in der zweiten Mannschaft des FC Barcelona trainiert und sofort ein Talent in ihm erkannt. Später lief Halilovic auch in der spanischen Primera Division auf, ehe er 2016 nach Hamburg kam.

HSV: Jordi Vinyals erklärt Scheitern von Alen Halilovic

„Er hatte großartige Anlagen, das will ich gar nicht bestreiten“, sagt Vinyals. „Man darf aber nicht vergessen, dass wir mit Barca B damals in der Segunda Division spielten, einer sehr umkämpften Liga. Er hätte schon um Längen besser als seine Mitspieler oder seine gegnerischen Spieler sein müssen, um sich einen Platz im Profikader zu verdienen. Das konnte er gar nicht sein, weil er als Teenager aus Kroatien kam und man ihm überhaupt nicht die nötige Zeit gab, sich einzugewöhnen und mit Geduld an sich zu arbeiten, um zu beweisen, eines Tages für die Profis spielen zu können. Unter diesen Umständen war es natürlich schwierig für ihn.“

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Der Hype um Halilovic war irgendwann zu groß geworden für den damaligen Teenager, der sich erst kürzlich über den immensen Druck beklagt hatte. Dass er mit diesem Druck nicht klar kam, hatte aber „nicht nur damit zu tun, dass sein Name ständig in der Presse zu lesen war“, weiß Vinyals. „Der Druck entstand auch durch sein Umfeld und durch den Klub. Man war mit ihm viel zu voreilig.“

Ex-Trainer Jordi Vinyals: Druck für Halilovic wurde zu groß

So seien sogar bestimmte Klauseln in den Verträgen von Halilovic vereinbart worden, „die ihm zusicherten, er werde so schnell wie möglich vom Jugend- zum Profispieler aufsteigen und eine gewisse Anzahl an Einsätzen bekommen“, erzählt Vinyals weiter und wirft die Frage auf: „Glauben Sie, dass so etwas einem jungen Spieler hilft?“

HSV-Flop Halilovic kam nur auf sieben Pflichtspiel-Einsätze

Halilovic hatte es nicht geholfen. In Hamburg kam das einstige Riesentalent auf gerade mal sechs Bundesliga-Spiele, erzielte keinen einzigen Treffer. Einzig in der DFB-Pokal-Erstrunden-Partie beim FSV Zwickau (1:0) durfte Halilovic einmal jubeln. Es sollte das einzige Mal im Trikot des HSV bleiben, bevor er nach nur einem halben Jahr an UD Las Palmas ausgeliehen wurde und 2018 schließlich an den AC Mailand verkauft wurde – ablösefrei.

Zuletzt spielte Halilovic beim SC Heerenveen in den Niederlanden, wo die Saison wegen der Corona-Krise vorzeitig beendet wurde. Noch immer steht er in Mailand unter Vertrag, hat dort aber wohl keine Zukunft. Wie es für den inzwischen 23-Jährigen im Sommer weitergehen wird, ist völlig offen. Sein Ex-Coach Vinyals wagt dazu ebenfalls keine Prognose: „Im Fußball ist nichts planbar.“

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