Mike Patrick Leichle mit einem seiner Pferde auf einem Turnier im September 2017
  • Mike Patrick Leichle mit einem seiner Pferde auf einem Turnier im September 2017
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Schockierendes Video: Virus-Ausbruch tötet mehrere deutsche Turnier-Pferde

Welch traurige Geschichte: Nach Ausbruch einer aggressiven Herpes-Variante sind bei einer Turnierserie in Valencia mittlerweile vier Pferde aus deutschen Turnierställen gestorben. Auch Kritik wird laut, der Weltverband FEI reagiert mit einem umfassenden Turnierverbot.

Den Tod der Tiere aus Deutschland bestätigten die beiden deutschen Springreiter Hilmar Meyer und Mike Patrick Leichle am Dienstag.

Turnierserie in Valencia: Pferde sterben an Herpes

„Wir kämpfen hier Schulter an Schulter um unsere Pferde“, sagte Meyer, der im niedersächsischen Thedinghausen einen Handels- uns Ausbildungsstall betreibt und bisher zwei Pferde verloren hat. Die Situation vor Ort sei „sehr, sehr schlimm“.

„Das Virus ist sehr aggressiv“, berichtete Mike Patrick Leichle, der wie Meyer und ein knappes Dutzend deutscher Reiter Anfang Februar zur mehrwöchigen Spring Tour nach Valencia gefahren ist. Der Reiter und Turnierstallbetreiber aus Schnarup-Thumby in Schleswig-Holstein hat bisher ein Pferd in Valencia verloren und hofft nun auf das Überleben der elf verbliebenen Tiere.

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Schon in den vergangenen Tagen waren schockierende Bilder und Videos von erkrankten Tieren in den Sozialen Netzwerken aufgetaucht. Der Weltreiterverband (FEI) schrieb in einem Update am Montag, dass man gerade den „wahrscheinlich schlimmsten Ausbruch“ des Equinen Herpes Virus, Typ 1 seit Jahrzehnten in Europa erlebe.

Die spanischen Tiergesundheitsbehörden kümmern sich vor Ort um die schlimmen Herpes-Erkrankungen: Die FEI unterstütze und stimme weitergehende Maßnahmen mit der Spanischen Federation ab, hieß es am Montag. Über 20 Tierärzte sollen bis dato vor Ort sein, um den Pferden zu helfen.

„Ein Alptraum“: Trauer um die verstorbenen Pferde 

Für die vier deutschen Tiere kommt die Hilfe zu spät. „Ein Alptraum, den niemand erleben sollte“, kommentierte die Springreit-Weltmeisterin Simone Blum die Nachricht vom Tod der drei Pferde aus Deutschland. Neben der Trauer wird aber auch Kritik an den Beteiligten laut.

Von den örtlichen Behörden, Tierärzten und vom Weltverband fühlt sich etwa Springreiter Leichle mehr oder weniger im Stich gelassen. Die Informationen aus Valencia, wo bereits am Sonntag vor einer Woche mehrere Pferde starke Symptome gezeigt hatten, „sind viel zu spät weitergegeben worden“, klagte er. Nach Angaben von Meyer und Leichle sind in Valencia insgesamt mehr als zehn Pferde gestorben.

Unklare Ausbreitung: Auch herbe Kritik macht sich breit

Inwieweit sich das Virus bereits ausgebreitet hat, ist nicht sicher. Der Weltverband geht derzeit von drei weiteren europäischen Ländern aus, in denen es Fälle gibt. Wie die Situation in Deutschland ist, blieb zunächst unklar. Herpesvirus-Infektionen sind nach Angaben des nationalen Verbandes FN hierzulande „nicht anzeige- oder meldepflichtig“. Laut FN verursachen die Viren auch „keine auf Menschen übertragbaren Krankheiten“.

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Die FEI geht davon aus, „dass eine große Anzahl von Pferden den Veranstaltungsort in Valencia ohne ein offizielles Gesundheitszeugnis verlassen hat“. In einer Mitteilung hieß es weiter: „Einige Pferde waren bereits krank, und das Risiko einer Übertragung von diesen Pferden ist ein großes Problem.“

Verband FEI verbietet als Reaktion Turniere in zehn Ländern

Um die weitere Ausbreitung zu stoppen, hat die FEI nun trotzdem in zehn Ländern Turniere verboten. Diese Regelung gilt zunächst bis zum 28. März. Bereits laufende Serien wie in Jerez dürfen allerdings weiter ausgetragen werden, weil sie als „Blase“ gelten, solange es keinen nachgewiesenen Fall gibt.

„Pferde dürfen diese Orte nur verlassen, wenn sie im Besitz eines amtlichen Gesundheitszeugnisses der örtlichen Veterinärbehörden sind“, heißt es beim Weltverband. (dpa/tm)

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