• Corona-Chaos in der 3. Liga: Es gibt Streit um das DFB-Konzept für eine Fortsetzung der Saison.
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Pulverfass 3. Liga: Zoff um DFB-Konzept eskaliert: Zwei Verbände fordern Saisonabbruch

Revolution, Widerstand und Proteste in Liga drei. Während in der Bundesliga und Zweiten Liga seit neun Tagen wieder der Ball rollt, auf Wunsch aller 36 Vereine und bis auf den Fall Dynamo Dresden ohne größere Zwischenfälle, geht es eine Spielklasse darunter drunter und drüber. Die 3. Liga ist gespalten, der DFB steht vor einer Zerreißprobe, die Gemengelage vor dem außerordentlichen Bundestag des Verbands ist kompliziert und hochexplosiv.

Streit ist programmiert an diesem Montag (13 Uhr) auf dem ersten virtuellen Bundestag, nachdem der Deutsche Fußball Bund am Donnerstag die Fortsetzung der Drittligasaison ab dem 30. Mai angeordenet hat – gegen den Willen mehrerer Vereine.

„Es geht darum, das Fußball-System zu erhalten“, hat DFB-Präsident Fritz Keller im Vorfeld der Video-Sitzung an die 262 Delegierten appelliert. Man kann auch sagen: es ist eine Mahnung.

DFB-Präsident Fritz Keller appelliert an Klubs

Doch die Liga ist tief gespalten. Zwei Landesverbände verweigern dem DFB, der mit aller Macht die Wiederaufnahme des Spielbetriebes durchboxen will und ein Konzept mit einem Spielplan bis zum 4. Juli vorgelegt hat, die Gefolgschaft und gehen voll auf Konfrontationskurs.

Die Landesverbände Sachsen und Sachsen-Anhalt haben laut dpa einen einen Abänderungsantrag eingebracht, in dem sie den Abbruch der Saison fordern.

3. Liga: Zwei Landesverbände fordern Saisonabbruch

Die Spielzeit 2019/20 soll demnach mit dem Tabellenstand zum Zeitpunkt der Aussetzung nach dem 27. Spieltag ohne sportliche Absteiger gewertet werden. Aufsteigen sollen die ersten drei Teams, die Relegation des Tabellendritten gegen den Zweitliga-16. soll entfallen.

Die Verbände begründen ihren Antrag damit, dass aufgrund der unterschiedlichen Corona-Regelungen in den einzelnenen Bundesländern kein einheitlicher und fairer Wettbewerb möglich sei und zudem aufgrund des letzten Spieltags im Juli große Probleme angesichts des offiziellen Vertragsendes 30. Juni zu erwarten seien. Zudem hätten mehrer Vereine erklärt, dass vom DFB geforderte Hygiene-Konzept logistisch gar nicht umsetzen zu können.

Corona-Tests: Magdeburg droht DFB mit Klage

Am Wochenende eskalierte einer der Konflikte. Nachdem der DFB zunächst einen Antrag des 1. FC Magdeburg auf Verlegung des ersten Spiels gegen Kaiserslautern abgeschmettert hatte, drohte der Traditionsklub aus Sachsen-Anhalt dem Verband mit einer Klage.

Laut FCM habe das vom DFB gestellte Labor nicht genügend Kapazitäten gehabt, um zum ersten Spiel die erforderlichen Corona-Tests durchführen zu können. Der Verband wies diese Darstellung als „falsch“ zurück.

3. Liga tief gespalten: Wer weiterspielen will und wer nicht

Magdeburg sowie die die beiden ostdeutschen Landesverbände sind mit ihrem Widerstand längst nicht allein. Während sich zehn Vereine der Liga bei einer Abstimmung Ende April generell für eine Fortsetzung der Saison mit Geisterspielen ausgesprochen haben, stehen acht Klubs dem DFB-Konzept kritisch gegenüber oder lehnen es regelrecht ab.

Die Befürworter: SpVgg Unterhaching, FC Ingolstadt, 1860 München, Eintracht Braunschweig, Bayern München II, Hansa Rostock, Würzburger Kickers, KFC Uerdingen, Viktoria Köln und Chemnitzer FC ausgesprochen.

Die Gegner: MSV Duisburg, Waldhof Mannheim, 1. FC Magdeburg, Hallescher FC, FSV Zwickau, Preußen Münster, SG Sonnenhof Großaspach und der FC Carl Zeiss Jena.

Die Unentschiedenen: Enthalten hatten sich bei der Abstimmung Kaiserslautern und der SV Meppen.

Thüringen erlaubt kein Teamtraining vor 5. Juni

Duisburg und Mannheim stünden als Spitzenreiter und Tabellenzweiter bei einem Abbruch als Aufsteiger in die zweite Liga fest, Magdeburg, Halle, Zwickau, Münster, Sonnenhof Großaspach und Jena sind dagegen abstiegsbedroht und könnten bei einem Saisonabbruch die Klasse halten, sollte beschlossen werden, dass es keine Absteiger gibt, wie im Antrag der Verbände Sachsen und Sachsen-Anhalt gefordert.

Der Tabellenletzte Jena hat durchaus gute Argumente, gegen einen Re-Start am 30. Mai zu sein. Nach geltender aktueller Verfügungslage in Thüringen ist es dort bis einschließlich 5. Juni nicht erlaubt, den Trainings- und Wettkampfbetrieb wieder aufzunehmen.

Carl Zeiss Jena: Trainingslager in Leipzig, kein Stadion für Heimspiel

Die Jenaer Mannschaft wird deshalb am Montag das Quarantäne-Trainingslager in der Landessportschule Egidius Braun im sächsischen Leipzig beziehen. Dann soll auch die zweite Coronatest-Reihe durchgeführt werden. Somit kann die Mannschaft von Teammanager René Klingbeil voraussichtlich erst am Mittwoch in das Mannschaftstraining einsteigen.

Wo das für den 31. Mai (17 Uhr) angesetzte Spiel von Jena gegen den Chemnitzer FC angepfiffen wird, ist noch unklar. Denn es ist ein Heimspiel. Der Verein müsste auf ein neutrales Stadion in einem anderes Bundesland ausweichen.

Der Verein hat bereits eine Klage gegen den DFB wegen des Spielplans angekündigt.

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