Julia Sude und Karla Borger gehören zu den besten Beachvolleyball-Duos der Welt.
  • Julia Sude und Karla Borger gehören zu den besten Beachvolleyball-Duos der Welt.
  • Foto: imago images/Agentur 54 Grad

Protest gegen Bikini-Verbot: Deutsches Top-Duo boykottiert Beach-Turnier

Die Beachvolleyballerinnen Karla Borger und Julia Sude verzichten wegen der Kleidervorschrift auf ihre Teilnahme am World-Tour-Turnier in Katar. „Wir wollen das nicht mittragen“, sagte Sude dem „Spiegel“. Ein Start in Shirts und knielangen Hosen kommt für das derzeit beste deutsche Beachvolleyball-Team nicht infrage.

Nach sieben Männerturnieren dürfen im März erstmals auch Frauen am Event in Doha teilnehmen. Doch die Behörden haben eine Kleiderordnung festgelegt. Der Weltverband FIVB teilte auf Spiegel-Nachfrage mit, man „respektiere die Kultur und Traditionen des Gastgeberlandes“.

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Karla Borger (li.) und Julia Sude sind sauer über die Kleiderordnung für Sportler in Katar.

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imago images/ULMER Pressebildagentur

„Es geht gar nicht um wenig anhaben oder nicht. Es geht darum, dass wir in unserer Arbeitskleidung nicht unsere Arbeit machen können“, sagte Sude: „Das verstehe ich nicht.“ Beachvolleyball sei „verdammt anstrengend“, so Borger: „Wir passen uns in jedem Land an, wo wir können. Wir sind dazu auch bereit. Aber du bist da in der Hitze am Triefen, alles ist nass.“ Im März kann es in Doha bis zu 30 Grad Celsius warm werden.

Leichtathletik-WM erhielt eine Genehmigung des Königshauses

Besonders ärgert das Duo, dass mit zweierlei Maß gemessen werde. „Bei der Leichtathletik-WM 2019 sind die Sprinterinnen auch in ihrer normalen Arbeitskleidung zu ihrem Job angetreten“, sagte Sude. Auf Nachfrage habe es geheißen, dass es damals eine Sondergenehmigung vom Königshaus gab. 

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Borger und Sude haben ihr Ticket für die Olympischen Spiele in Tokio über die Rangliste so gut wie sicher. „Wir konnten uns entscheiden, und wir haben uns dagegen entschieden“, sagte Sude. Borger meinte: „Klar, wenn es meine ersten Spiele wären, würde ich vielleicht alles unterwerfen. Aber irgendwo gibt es auch gesellschaftliche Grenzen.“

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