• Spektakel im Sand: Clemens Wickler (r.) und Julius Thole freuen sich auf ihr Heim-Turnier in Hamburg, das wegen Corona ohne Zuschauer steigen muss.
  • Foto: imago images/HMB-Media

Operation Olympia 2021: Neue Pässe für Hamburgs Beachvolleyball-Helden

Vor der eigenen Haustür will sich Deutschlands bestes Beachvolleyball-Duo den letzten Schliff für die Saisonhöhepunkte holen und auf dem Weg einen weiteren Entwicklungsschritt für die Medaillen-Mission bei den Olympischen Sommerspielen in Tokio im kommenden Sommer machen. Nach einer Zwangs-Trennung inklusive Partnertausch ohne Eifersucht feiern Clemens Wickler und Julius Thole beim Turnier in Hamburg ihre Wiedervereinigung im Sand – mit einer klaren Marschroute und neuen Pässen.

Am Tag vor dem ersten Spiel war Clemens Wickler noch unentschlossen, was die Modalitäten der Anreise angeht. „Mal schauen, ob ich mit dem Auto oder doch mit dem Fahrrad komme. Das entscheide ich spontan“, erzählte der 25-Jährige im Gespräch mit der MOPO. „Ein Turnier ohne Reisestress – das ist herrlich.“

Der Wahl-Hamburger hat es nicht weit von seiner Wohnung in Barmbek-Nord zur Beach-Anlage am Olympiastützung in Dulsberg, wo von heute bis zum Sonntag das letzte Turnier vor den Deutschen Meisterschaften in Timmendorfer Strand (4. bis 6. September) steigt – unter Corona-Bedingungen, ohne Zuschauer.

„Die Lust auf Wettkampf ist groß“, sagt Wickler, der wieder richtig fit ist. Zuletzt hatte den gebürtigen Starnberger eine Kapselzerrung im linken Großzehengelenk zu einer Pause gezwungen. „Ich wusste selbst nicht, dass es so eine Verletzung überhaupt gibt, bis ich sie hatte“, sagt er lachend. „Klingt nicht so schlimm, tut aber richtig weh und ist gefährlich, weil es chronisch werden kann.“

Die Zwangspause sorgte dafür, dass Thole „fremdging“. Vor dem Turnier in Düsseldorf vor zwei Wochen tat sich der Block-Riese (2,06 Meter) kurzerhand mit dem Niederländer Alexander Brouwer, Weltmeister von 2013, zusammen und holte sich prompt den Sieg. „Die beiden haben das richtig gut gemacht und ich habe es mir gerne angeschaut“, lobt Wickler und fügt scherzhaft an: „Ich war nicht eifersüchtig.“

Jetzt schlägt das sportliche Traum-Paar wieder gemeinsam auf und hat sich für das Heimspiel auf der angestammten Trainingsanlage einiges vorgenommen. „Wir haben viel an unserem Spiel gefeilt und ein paar neue Pässe eingearbeitet, gerade auch im Zuspiel“, berichtet Wickler. Es sei wichtig, die neuen Passvarianten im Wettkampf auszuprobieren und zu automatisieren. „Wir wollen unberechenbarer werden.“

Zum Auftakt haben die Vize-Weltmeister heute ein Freilos, der Gegner im zweiten Spiel (14 Uhr) wird noch ermittelt. Hamburg ist ein Aufbau-Turnier für Timmendorf. Wickler: „Dort ist unser klares Ziel, Deutscher Meister zu werden.“

Der internationale Saisonhöhepunkt ist dann die EM in Jurmala/Estland (16. bis 20. September), bei der das Duo zum umfangreichen Favoritenkreis zählt. Aber auch die EM ist nur eine Durchgangsstation.

„Wo wir antreten, da geben wir Vollgas“, betont Wickler. „Aber der große Plan ist auf nächstes Jahr und Olympia ausgerichtet.“ Und deshalb haben sich Hamburgs Sandmänner neue Pässe zugelegt. Für eine erfolgreiche Tokio-Reise.

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