Laura Ludwig und Margareta Kozuch verpassten knapp den Sprung ins olympische Halbfinale.
  • Laura Ludwig und Margareta Kozuch verpassten knapp den Sprung ins olympische Halbfinale.
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Olympia-Aus für Ludwig/Kozuch: Stolz und eine große Frage

Großartig gekämpft, gut gespielt – aber nicht gut genug. Laura Ludwig und Margareta Kozuch haben ihren Traum von einer Medaille im Sand des Shiokaze Parks begraben müssen. Nach der knappen Viertelfinal-Niederlage gegen die Vize-Weltmeisterinnen April Ross und Alix Klineman (USA) heißt es für das Hamburger Duo: Koffer packen für den Heimflug. Wohin die Karriere-Reise geht – das ist jetzt die große offene Frage.

Es hat nicht viel gefehlt. 19:21 und 19:21 lautete das Endergebnis nach einer umkämpften Partie. Endstation in Tokio. Es war sicher nicht das letzte Spiel von Ludwig und Kozuch – aber vielleicht ihr letztes auf der ganz großen internationalen Bühne.

„Wir waren so nah dran“, sagte Kozuch (34) wehmütig und auch Ludwig (35) haderte: „Direkt nach dem Spiel ist es natürlich bitter, weil es zwei, drei Phasen gibt, wo man weiß, da hätte man ein My mehr machen können.“

Viertelfinal-Aus für Ludwig/Kozuch in Tokio – wie geht es weiter?

Für das Halbfinale und den Kampf um Edelmetall hätten sie in den entscheidenden Phasen am Optimum spielen müssen. „Es ist etwas enttäuschend zu wissen, dass wir unser volles Potenzial vielleicht nicht erreicht haben“, bekannte Kozuch. „Ich fühle tiefe Enttäuschung und Traurigkeit, das Turnier jetzt verlassen zu müssen.“ Auch bei Ludwig war der Frust-Pegel hoch, „aber nach einer Nacht drüber schlafen können wir stolz sein“.

Unter dem Strich steht Platz fünf. „Das ist einfach cool, dass wir das geschafft haben. Unsere beste Platzierung dieses Jahr“, betont Ludwig, die nach Gold in Rio mit Kira Walkenhorst unbedingt noch einmal eine olympische Medaille hatte holen wollen, das Positive.

„Es gibt keinerlei Vorwurf, sie haben alles reingehauen“, sagt Sportdirektor Niclas Hildebrand im Gespräch mit der MOPO. „Die Platzierung ist zufriedenstellend bis gut, aber wenn man so dicht am Halbfinale war, ist es auch ärgerlich.” 

Voller Kalender: Spielen Ludwig/Kozuch EM, Deutsche Meisterschaft und in Hamburg?

Unklar ist, wie es mit dem Team Kozuch/Ludwig und den einzelnen Karrieren weitergeht. 

Schon kommende Woche steigt die EM in Wien (11. bis 15.8.), anschließend das Top-Turnier „King of the Court“ in Hamburg (19. bis 22.8.) und die Deutschen Meisterschaften in Timmendorf (2. bis 5.9.).  

„Wir müssen uns erst mal zusammensetzen“, so Ludwig, „und gucken, wie wir überhaupt weiterfahren, wie viel Ruhe wir brauchen, wie viel Bock oder Motivation man noch hat.“

Naheliegend ist, dass Ludwig/Kozuch auf die EM verzichten. Das Heimspiel am Rothenbaum und der traditionelle Saisonabschluss in Timmendorf waren eigentlich fest eingeplant. Die DM könnte ihr letztes gemeinsames Turnier sein, eine Art Abschiedsvorstellung vor Publikum.

HSV-Star Laura Ludwig: Beendet der Wunsch nach zweitem Kind die Karriere?

Nicht ausgeschlossen, dass Ludwig in Timmendorf ihr Karriereende erklärt. Für Ludwig ist die Doppelbelastung als Mutter ein physischer wie mentaler Kraftakt. Zudem wünschen sich die Beach-Queen und ihr Partner Imornefe „Morph“ Bowes, der auch Bundestrainer ist, ein Geschwisterchen für Sohn Teo (3), hatten diese Pläne aufgrund der Olympiaverschiebung auf 2021 zurückgestellt.

Dennoch wollte Ludwig eine Olympiateilnahme 2024 auf Nachfrage nicht gänzlich ausschließen. „Paris ist eine sehr schöne Stadt und es ist sehr nah zu Deutschland“, sagte sie verschmitzt und fügte ernst an: „Aber derzeit gibt es dazu nichts zu sagen, das ist zu früh.“

Kozuch will sich ebenfalls Gedanken machen, aber „auf jeden Fall weiter Beachvolleyball spielen“. Sie wisse aber noch nicht „wann und wie und wo oder auf welchem Niveau“.

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Der Verband möchte nach Timmendorf Klarheit haben, um für Olympia 2024 und perspektivisch auch 2028 zu planen. „Es geht darum, unsere Teams bestmöglich für die Zukunft aufzustellen“, stellt Hildebrand gegenüber der MOPO klar. Sollte es Ludwig nach einer möglichen zweiten Babypause noch einmal wissen wollen und erneut ihr Toplevel erreichen, „dann ist die Tür offen. Eine Laura in Topform ist immer willkommen.“

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