Lucas Ansah-Peprah mit seinem Team
  • Großer Jubel im deutschen Team: Julian Reus, Joshua Hartmann, Deniz Almas und der Hamburger Lucas Ansah-Peprah (v.l.) qualifizierten sich für das olympische Finale in der 4x100-Meter-Staffel.
  • Foto: dpa/picture alliance

Nach Sensation im Vorlauf: Holt ein HSV-Sprinter heute eine Olympia-Medaille?

Damit hätten sie nicht unbedingt gerechnet. Die deutsche 4×100-Meter-Staffel um HSV-Sprinter Lucas Ansah-Peprah (21) erwischte am Donnerstag einen perfekten Vorlauf in Tokio, lief erstmals seit 2008 wieder ins olympische Finale – und kickte sogar die US-Läufer raus.

Gemeinsam mit Julian Reus (Erfurt), Joshua Hartmann (Köln) und Deniz Almas (Wolfsburg) sprintete der Hamburger Ansah-Peprah auf Rang vier im Vorlauf und qualifizierte sich für den Endlauf – in starken 38,06 Sekunden. Der deutsche Rekord liegt gerade mal vier Hundertstel darunter.

HSV: Lucas Ansah-Peprah läuft mit der Staffel ins Olympia-Finale

Vier Hundertstel später dagegen, nach 38,10 Sekunden, kamen die Sprinter aus den USA ins Ziel – und schieden als Sechste aus. Superstar Carl Lewis, der mit der Staffel 1984 und 1992 selbst zweimal Olympia-Gold geholt hatte, bezeichnete den Auftritt der US-Athleten via Twitter als „absolute Peinlichkeit“ und „völlig inakzeptabel“.

HSV-Sprinter Lucas Ansah-Peprah bei Olympia
HSV-Sprinter Lucas Ansah-Peprah (2.v.l.) brachte den deutschen Stab als Vierter ins Ziel – noch vor dem Team aus den USA (r.).

Ganz anders sah die Stimmung im deutschen Team aus. Nach dem Zieleinlauf strahlten die Deutschen, feierten überglücklich den Einzug in den Endlauf. Und auch in der Heimat sorgte das Quartett für große Freude. „Es macht einen noch mehr stolz als ohnehin schon, Lucas so bei den Olympischen Spielen zu sehen“, sagt sein Trainer Sebastian Bayer der MOPO. Das gelte aber genauso für den zweiten HSV-Sprinter Owen Ansah, der als Ersatzläufer nicht zum Einsatz kam.

Olympia: Ansah-Peprah macht HSV-Trainer Sebastian Bayer stolz

Auch Ansah-Peprah erfuhr erst wenige Stunden vorher, dass er an den Start gehen würde. Eigentlich sollte an seiner Stelle der Leipziger 100-Meter-Meister Marvin Schulte starten, der aber mit einer leichten Magen-Darm-Verstimmung zu kämpfen hatte. Der HSV-Youngster profitierte davon – und lief Deutschland als Schlussläufer ins Olympia-Finale. „Das war das große Ziel – und jetzt kommt die Kür“, sagt Bayer.

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Ob Ansah-Peprah am Freitag (15.50 Uhr MESZ) im finalen Lauf erneut starten wird, ist noch offen. Bayer vermutet jedoch, dass man an der Besetzung des erfolgreichen Vorlaufs festhalten wird. „Es gibt eigentlich keinen Grund, etwas zu verändern“, glaubt er. Der frühere Weitsprung-Olympia-Teilnehmer tippt auf einen sechsten Platz für Deutschland – mindestens. „Rein läuferisch sind andere Nationen schneller, aber es ist unglaublich eng“, weiß Bayer. „Es ist alles möglich.“

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