Nationalspieler Johannes Golla (l.), hier bei der EM 2020 gegen Belarus, wurde nach der Rückkehr aus Ägypten positiv auf Corona getestet.
  • Nationalspieler Johannes Golla (l.), hier bei der EM 2020 gegen Belarus, wurde nach der Rückkehr aus Ägypten positiv auf Corona getestet.
  • Foto: imago images/Kessler-Sportfotografie

Nach WM-Rückkehr: Corona-Schock für die deutschen Handballer

Bei der Weltmeisterschaft in Ägypten sind Deutschlands Handballer gesund geblieben. Kaum sind sie nach dem frühen WM-Aus zurück in der Heimat, gibt es einen Corona-Fall. Die Handball-Bundesliga hofft auf einen Einzelfall.

Später Corona-Schock für die deutschen Handballer: Wenige Tage nach der Rückkehr von der Weltmeisterschaft in Ägypten ist Nationalspieler Johannes Golla von der SG Flensburg-Handewitt positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der 23 Jahre alte Kreisläufer befindet sich in häuslicher Quarantäne und wird dem deutschen Vizemeister vorerst fehlen.

Handball-Nationalspieler mit Corona infiziert – keine weiteren Fälle bekannt

Dem Deutschen Handballbund liegen derzeit keine Erkenntnisse vor, wann und wo eine Infektion stattgefunden haben könnte, teilte der Verband am Samstag mit. Man habe die komplette WM-Delegation über den Fall informiert und stehe im engen Austausch mit den Nationalspielern und deren Vereinen. Weitere positive Corona-Fälle sind bislang nicht bekannt. Alle bisherigen Testergebnisse seien mit Ausnahme von Golla negativ, hieß es.

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Die DHB-Auswahl war nach dem vorzeitigen Aus in der Hauptrunde am Dienstag aus Ägypten zurückgekehrt. Golla war ebenso wie der Rest der Nationalmannschaft vor der Abreise aus Kairo und bei der Ankunft in Deutschland getestet worden. Diese Ergebnisse waren nach Angaben seines Clubs beide negativ.

Handball-Profi Golla nach WM-Aus erst mit negativen Tests

Zwei Tage später habe der Kreisläufer, der zu den wenigen WM-Gewinnern im deutschen Team gehörte, vor der geplanten Rückkehr ins Flensburger Mannschaftstraining dann über Erkältungssymptome geklagt. Ein weiterer PCR-Test ergab das positive Ergebnis.

An der Ausrichtung der WM-Endrunde mit 32 Mannschaften mitten in der weltweiten Pandemie hatte es viel Kritik gegeben. Die DHB-Führung hatte die Bedingungen vor Ort jedoch als sicher eingestuft und die Organisatoren für die Umsetzung des Hygienekonzepts gelobt. „Die WM hat perfekt funktioniert“, urteilte Vizepräsident Bob Hanning vor der Abreise.

DHB-Vize Bob Hanning: „WM hat perfekt funktioniert“

Allerdings räumte Hanning auch ein: „Natürlich kann es passieren, dass wir noch irgendwo einen Corona-Fall bekommen. Und es kann auch sein, obwohl wir hier überhaupt niemanden getroffen haben, dass ein Vater zu seinem Kind geht oder seine Frau trifft, die Corona hat, und ein Corona-Fall in die Liga kommt. Das ist nun einmal so in der heutigen Zeit.“

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Schon nach der Länderspielwoche im November vergangenen Jahres mit den EM-Qualifikationsspielen gegen Bosnien-Herzegowina und in Estland hatte es vier positive Corona-Fälle im DHB-Team gegeben. Damals erwischte es Torwart Johannes Bitter, Abwehrspezialist Finn Lemke sowie die Aufbauspieler Marian Michalczik und Juri Knorr.

Handball-Bundesliga hofft auf Corona-Einzelfall

Dies hatte damals erhebliche Auswirkungen auf die Bundesliga, weil etliche Spiele verlegt werden mussten. „Der Terminkalender wird in den kommenden Monaten extrem angespannt bleiben“, sagte HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann dazu.

Die Liga dürfte die jüngste Entwicklung daher mit Sorgen verfolgen und hoffen, dass Golla ein Einzelfall bleibt. Denn noch ist die WM nicht vorbei. Immerhin stehen im Endspiel zwischen Titelverteidiger Dänemark und Schweden am Sonntagabend gleich 20 Bundesligaprofis auf dem Parkett.

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