• Eine Zahlung der FIFA unter Präsident Sepp Blatter (l.) kostete Michel Platini den Job als UEFA-Präsident. Künftig will er für die Spielergewerkschaft Fifpro arbeiten.
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Nach Sperre und Gewahrsam: Platini sorgt bei Fußball-Comeback direkt für Ärger

Zürich –

Die Rückkehr ins Fußball-Geschäft hat sich Michel Platini (64) sicher anders vorgestellt. Am Mittwoch hatte die internationale Spielergewerkschaft Fifpro angekündigt, den umstrittenen früheren UEFA-Präsidenten nach dessen vierjähriger Sperre als Berater von Präsident Philippe Piat zu installieren, zwei Tage später gibt es bereits heftigen Gegenwind.

Der Vorstoß von Piat, der sich Platini sogar als seinen möglichen Nachfolger vorstellen kann, war allerdings nicht abgestimmt. Eine solche Rolle Platinis in der Gewerkschaft sei weder diskutiert worden, noch habe der Vorstand seine Zustimmung dazu erteilt, teilte die Gewerkschaft am Freitag mit. 

Michel Platini wegen Zahlung von Sepp Blatter unter Verdacht

Platini war von der FIFA-Ethikkommission 2015 zunächst für acht Jahre für alle Fußball-Aktivitäten gesperrt worden. Die Strafe wurde später auf vier Jahre reduziert. Grund war eine dubiose Zahlung von zwei Millionen Schweizer Franken, die er 2011 von FIFA-Boss Joseph Blatter erhalten hatte.

Laut Blatter und Platini handelte es sich um eine verspätete Honorarzahlung für Platinis FIFA-Arbeit in den Jahren 1998 bis 2002.

Michel Platini hatte Fußball-Comeback schon angekündigt

Der frühere Weltklasse-Spieler hatte zuletzt bereits angekündigt, dass er in den Fußball zurückkehren wolle. Piat und Platini kennen sich seit 1972. Der aktuelle Fifpro-Präsident ist noch für zwei Jahre gewählt, danach will er nicht mehr antreten.

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Im Juni 2019 war Platini wegen des Verdachts der „aktiven und passiven Korruption“ in seiner Heimat in Gewahrsam genommen worden. Französische Antikorruptionsbehörden hatten in Nanterre nahe Paris nach Beweisen für Korruption bei der Doppelvergabe der WM-Turniere 2018 in Russland und 2022 in Katar gesucht. 

Hier lesen Sie mehr zur Verhaftung von Michel Platini im Juni 2019

Im Dezember 2010 hatte die FIFA die Entscheidung gefällt. Platini hatte in seiner Rolle als UEFA-Präsident offen für Katar gestimmt, obwohl der Wüstenstaat in der Bewertung von FIFA-Inspektoren deutlich schlechter eingestuft wurde als Mitbewerber USA. Am Ende setzte sich das Emirat mit 14:8 Stimmen durch. (dpa, bc)

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