• Nicht nur Leonhard Pföderl ging beim 2:3 der deutschen Auswahl gegen Kasachstan zu Boden.
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Nach Coup gegen Kanada: Deutsches Team bei der Eishockey-WM ausgebremst

2:3 gegen Kasachstan – nach zuvor eindrucksvollen Auftritten hat Deutschlands Eishockey-Nationalteam bei der WM einen unerwarteten Rückschlag im Rennen um den Viertelfinal-Einzug hinnehmen müssen.

Zwei Tage nach dem historischen WM-Coup über Kanada bestand die Auswahl mit dem mitfiebernden NHL-Stürmer Dominik Kahun auf dem Hotelzimmer die Geduldsprobe gegen das unbequeme Kasachstan nicht. Das 2:3 (0:0, 2:1, 0:2) am Mittwoch in Riga bedeutete die erste Niederlage im vierten WM-Spiel.

Eishockey-WM: Deutschland verliert gegen Kasachstan

Damit muss die Auswahl von Bundestrainer Toni Söderholm in den folgenden schwereren Gruppenspielen gegen Finnland am Samstag (19.15 Uhr/Sport1), die USA und Gastgeber Lettland für die K.o.-Runde noch punkten.

Eishockey-WM: Tore von Kühnhackl und Eisenschmid reichen nicht

Durch Alexander Shin (27.) gerieten die Deutschen erstmals im Turnierverlauf in Rückstand. Stanley-Cup-Sieger Tom Kühnhackl (30.) und Mannheims Markus Eisenschmid (35.) drehten zwar zwischenzeitlich die Partie. Roman Starchenko (41.) per Penalty und Pavel Akolzin (56.) sorgten aber für die nächste Überraschung der Kasachen. Bitter für die Deutschen war zudem, dass Top-Talent Lukas Reichel nach einem nicht geahndeten Check gegen den Kopf ausfiel.

Videobeweis bei Eishockey-WM: Deutsches Tor zählt nicht

Ungewöhnlich waren zwei knappe Videobeweis-Entscheidungen jeweils nach einer Challenge des kasachischen Coaches Yuri Mikhailis. Während Matthias Plachtas Tor (34.) wegen Abseits zurecht aberkannt wurde, zählte die Führung von Eisenschmid kurze Zeit später.

Eishockey-WM: NHL-Star Kahun fieberte im Hotelzimmer mit

Mit der Schlappe verpasste Deutschland einen solch starken Auftakt wie beim WM-Debüt von Bundestrainer Toni Söderholm 2019, als vier Siege in den ersten vier Spielen glückten und am Ende Rang sechs heraussprang. Diesmal liebäugeln die Deutschen sogar mit mehr: Der Olympia-Zweite Kahun, rund zwei Stunden vor Spielbeginn in Lettland eingetroffen, als Verstärkung von den Edmonton Oilers soll die Halbfinal-Chance noch vergrößern. Sein Einsatz wird aufgrund der Corona-Vorschriften aber erst zum Vorrundenabschluss in der kommenden Woche realistisch.

WM-Neuling Kasachstan lässt auch Deutschland stolpern

Schnell zeigte sich, warum sich die Kasachen bislang als unbequemer Gegner erwiesen und Gastgeber Lettland und Titelverteidiger Finnland jeweils im Penaltyschießen besiegt hatten. Die Defensivstärke des Außenseiters, erstmals seit 2016 wieder bei der A-WM dabei, bekamen auch die Deutschen zu spüren.

Eishockey-WM: Jetzt warten schwere Gegner auf Deutschland

Söderholm hatte zuvor mit allen noch nicht lizenzierten Spielern seinen Kader aufgefüllt, verzichtete aber trotz der Belastung vom ersten WM-Sieg gegen Kanada seit 25 Jahren auf personelle Experimente und wechselte seine Aufstellung erneut nicht. Die Chance, vor den folgenden vermeintlich schwereren Partien gegen die Finnen, die USA und Lettland den nächsten Schritt Richtung Viertelfinale zu schaffen, war groß. Aber: Ab dem zweiten Drittel musste der Coach umstellen.

Eishockey-WM: Deutschland muss gegen Finnland ran

Der als künftiger NHL-Stürmer geltende Stürmer Reichel blieb in der Kabine. Es war nicht der einzige Rückschlag. Nach dem von Marcel Brandt abgefälschten Schuss zum 0:1 zeigte das DEB-Team eine Reaktion und ließ sich von den Videobeweisen nicht irritieren. Doch die Führung reichte nicht: Ein Foul von Kapitän Moritz Müller ahndeten die Schiedsrichter mit einem Penalty, den Torhüter Mathias Niederberger nicht abwehren konnte.

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Am Ende wurde es im vierten WM-Duell mit den Kasachen die zweite Niederlage nach 2005, weil Akolzin erneut DEB-Goalie Niederberger überwand.

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