Jürgen Klinsmann treibt bei Hertha BSC im Winter einen kleinen Umbruch voran. Mehrere etablierte Kräfte gehören dabei zu den Verlierern.
  • Jürgen Klinsmann treibt bei Hertha BSC im Winter einen kleinen Umbruch voran. Mehrere etablierte Kräfte gehören dabei zu den Verlierern.
  • Foto: picture alliance/dpa

Nach Ärger mit Top-Talent: Nächster Hertha-Star motzt über Klinsmann

Berlin –

Seit einigen Tagen hält der Ärger um das abwanderungswillige Top-Talent Arne Maier (22) die Verantwortlichen bei Hertha BSC auf Trab, jetzt kommt mit Routinier Salomon Kalou (34) ein zweiter Problemfall hinzu. Gegenüber dem „Berliner Kurier“ ließ der Stürmer Dampf ab und schimpfte: „Was er mit mir macht, ist respektlos“

Salomon Kalou nach Wechselwunsch bei Hertha BSC außen vor

Wie Maier hatte auch Kalou seinen Wechselwunsch geäußert, weil er kaum Aussichten auf Spielzeit unter Klinsmann sah. „Fußballspielen ist Spaß haben und Freude. Wenn sich im Januar ein anderer Ort findet, wo ich spielen kann und  Freude habe, wäre es perfekt“, sagte der Ivorer im Dezember.

Salomon_Kalou_Pal_Dardai

Mit Ex-Hertha-Trainer Pal Dardai lag Kalou noch auf einer Wellenlänge.

Foto:

picture alliance/dpa

Seitdem schuftet Kalou im Einzeltraining, kann sich nicht gemeinsam mit den Kollegen für weitere Einsätze bei Hertha empfehlen. „Ich brauche keine Sonderbehandlung. Aber es geht mir um Respekt. Und der fehlt massiv“, macht er seiner Ernüchterung Luft.

Hertha BSC: Arne Maier irritiert über Wechsel-Absage von Michael Preetz

Ähnlich groß ist der Ärger bei Top-Talent Arne Maier, der seinen Disput mit Hertha BSC ebenfalls öffentlich austrägt. Seinen Wechselwunsch hatte Sportvorstand Michael Preetz (52) öffentlich ausgeschlagen.

Arne_Maier_Hertha_BSC

Arne Maier, hier in der letzten Saison im Zweikampf mit James Rodríguez, absolvierte für Hertha BSC bislang 44 Spiele in der Bundesliga. 

Foto:

picture alliance/dpa

„Dieses Statement kommt für mich total aus dem Nichts“, sagte Maier gegenüber der „BZ“ und reagierte damit empfindlich auf Aussagen von Preetz. „Wir denken überhaupt nicht darüber nach, Arne Maier abzugeben, sondern wir wünschen uns den Jungen topfit und gesund auf dem Platz, um dann auch wieder mitzumischen im Kampf um die Plätze im Mittelfeld“, sagte Preetz am Montag in der Sendung „Wontorra on Tour“.

Maier hatte in der „Bild“ zuvor mitgeteilt, „nach intensiven Gesprächen“ mit der Vereinsführung die Entscheidung zu einem Wechsel „noch in diesem Transferfenster“ getroffen zu haben. Er sieht bei Trainer Jürgen Klinsmann (55) kaum Einsatzchancen in der Rückrunde.

Hier lesen Sie mehr: Verrückte Posse um die Trainerlizenz von Jürgen Klinsmann

Arne Maier durchlief seit 2008 sämtliche Jugendteams bei Hertha BSC

Die Berliner mit der traditionell guten Talentschmiede verpflichteten Maier bereits 2008 im Alter von neun Jahren, seitdem durchlief der U21-Nationalspieler sämtliche Junioren-Teams des Klubs und schaffte in der Saison 2017/2018 den Sprung zum Stammspieler in der Bundesliga. Er gilt als größtes Talent des Klubs und langfristiger Kandidat für die deutsche Nationalmannschaft, soll außerdem bei internationalen Top-Klubs auf dem Zettel stehen.

Hier lesen Sie mehr: Die Winter-Transfers der Bundesligisten

Maier, der seine Stärke in der Defensivarbeit besitzt, absolvierte bislang 44 Bundesligaspiele im Mittelfeldzentrum für Hertha BSC. In der laufenden Saison kommt er nach mehreren Verletzungen erst auf zwei Kurzeinsätze, zum Ende der Hinrunde saß er mehrmals nur auf der Bank.

Er pocht darauf, dass es bereits konkrete Gespräche über die Details seines Wechsels gegeben habe und kritisiert: „Da sollten sich die Verantwortlichen besser absprechen.“

Arne Maier will Hertha BSC wegen teurer Neuzugänge verlassen

Mit dem Argentinier Santiago Ascacíbar (22) verpflichtete Hertha im Winter für 11 Millionen Euro einen Spieler für Maiers Position im defensiven Mittelfeld, auch Rekord-Neuzugang Lucas Tousart (22), der im Sommer für 24 Millionen Euro von Olympique Lyon nach Berlin wechseln wird, ist im Zentrum eingeplant.

Auch wegen der jüngsten Transfers sieht sich Maier in seinem Eindruck bestätigt, „dass man mit mir sportlich aktuell nicht plant.“ Nachdem Hertha seinen ersten Anlauf umgehend abblockte, steht die erneute Antwort der Vereinsführung noch aus.

Email
Share on facebook
Share on twitter
Share on whatsapp