Tom Harald Hagen (M.) ist ein FIFA-Schiedsrichter aus Norwegen
  • Tom Harald Hagen (M.) ist ein FIFA-Schiedsrichter aus Norwegen
  • Foto: imago/Schwörer Pressefoto

Mutiger Schritt: FIFA-Schiedsrichter outet sich: „Habe mein ganzes Leben so gelebt“

Ein starker Schritt, ein starkes Signal! Der norwegische FIFA-Schiedsrichter Tom Harald Hagen hat sich öffentlich geoutet. „Ich habe das Gefühl, dass es wichtig ist, der Sache die Brisanz zu nehmen, dass ich schwul bin. Ich habe mein ganzes Leben so gelebt, das ist nichts, worüber ich mir Gedanken mache. Das ist mein Alltag“, sagte der 42-Jährige der Zeitung „Glamdalen“ aus Kongsvinger.

Hagen ist der erste Mann im norwegischen Spitzenfußball, der sich zu einem Outing entschlossen hat. Er halte die Zeit für reif und könne sich „nicht vorstellen, dass es für mich andere als positive Folgen hat“, betonte er.

FIFA-Schiedsrichter Tom Harald Hagen aus Norwegen outet sich: „Ich bin schwul“

Zwar sei es „ein bisschen unheimlich“, dass er damit jetzt in den Medien sei, ergänzte Hagen, aber: „Ich habe gelernt, mich mit mir selbst sicher zu fühlen. Mein Leben ist schön.“

Hagen, der seit 2006 in der Eliteserien und seit 2009 als FIFA-Referee pfeift, löste damit eine Welle der Sympathie aus. „Ich applaudiere, das ist fantastisch“, sagte Abid Raja, Minister für Kultur und Gleichstellung.

Hagen „bahne den Weg für mehr Toleranz und Akzeptanz für Verschiedenheit im Sport“, betonte er. Der norwegische Schiedsrichter-Chef Terje Hauge nannte seinen Kollegen ein „Vorbild“, die Boulevardzeitung „Verdens Gang“ brachte das Outing in Regenbogenfarben auf dem Titel.

Schwuler Schiri leitet Spiel, in dem homophobe Äußerungen fallen

Kürzlich hatte Hagen ein Spiel geleitet, in dem es zu einer homophoben Entgleisung gekommen war. „Das ist ja die Spitze der Ironie, dass ausgerechnet ich dieses Spiel gepfiffen habe“, sagte der schwule Referee. 

Die homophoben Aussagen habe er während der Partie nicht mitbekommen, er wolle ihn aber auch nicht verurteilen. Vermutlich sei die Aussage unbewusst gefallen, vielleicht gehöre sie in einzelnen Teilen der Fußballgemeinde zum Slang. „Aber wir müssen das wegbekommen“, sagte Hagen.

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