Formel 1: Nico Hülkenberg (Haas) nach dem Großen Preis von Ungarn am Hungaroring in Mogyorod bei Budapest.

Nico Hülkenberg ist das Gesicht der neuen Formel-1-Offensive. Foto: IMAGO / NurPhoto

„Jedes einzelne Rennen gewinnen“: Audi geht mit riesigen Ambitionen in die Formel 1

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Die Zeit läuft für Nico Hülkenberg und Sauber. In sechs Monaten startet der Rennstall als Audi-Werksteam in die neue Saison, die Ambitionen sind riesig. Und es gibt noch einiges zu tun.

Noch sechs Monate, dann beginnt für Nico Hülkenberg ein neues Rennfahrerleben. Im Herbst seiner Karriere wird er zum Audi-Werkspiloten, die Ziele sind gewaltig, sein Chef blickt schon einmal voraus. „Ich erwarte von Nico, dass er jedes einzelne Rennen gewinnt”, sagt Mattia Binotto im SID-Interview – und muss dann selbst lachen: „Dafür brauchen wir allerdings das beste Auto.”

Audi geht ehrgeizig in die neue Formel-1-Saison

Man ist ehrgeizig beim deutschen Hersteller, vermessen aber eher nicht. Audi hat den kleinen Schweizer Sauber-Rennstall übernommen, baut ihn Schritt für Schritt um, schon im kommenden Jahr geht das Team offiziell im Zeichen der vier Ringe an den Start. Wenn die Formel 1 am Sonntag (15.00 Uhr/RTL und Sky) in Zandvoort aus der Sommerpause zurückkehrt, beginnt für Hülkenberg und Co. der Endspurt.

Um den WM-Titel wollen sie dann ab 2030 fahren. Schon dieser Zeitplan gleiche der Besteigung des Mount Everest, sagt Projektleiter Binotto, der jahrzehntelange Erfahrung von Ferrari mitbringt. Hülkenbergs Rolle dabei? „Ich will, dass Nico vorneweg klettert.”

Der Deutsche soll mit seiner Erfahrung helfen bei der Entwicklung des Rennwagens, er soll auch in diesem Jahr für Sauber bereits die bestmöglichen Resultate einfahren, damit das Team Schwung aufnimmt für die großen Aufgaben. Das gelingt überraschend gut. Gestartet als vermeintliches Schlusslicht ist Sauber mittlerweile im Mittelfeld angekommen, Hülkenberg sorgte mit Rang drei im Juli in Silverstone gar für ein sensationell gutes Ergebnis.

Nico Hülkenberg feierte sein erstes Podest überhaupt

Für den 38-Jährigen war es das erste Podest überhaupt in der Formel 1, schon bevor das Audi-Projekt so richtig startet hatte damit niemand gerechnet. Es sei derzeit eine „Aufbruchstimmung” zu spüren, sagt Hülkenberg bei Motorsport-Magazin.com, „alle Beteiligten wissen, dass sie Teil eines großen Projekts sind. Das ist in allen Köpfen drin.”

Zu schnell zu viel solle dennoch niemand erwarten, sagt Binotto. Wenn der Gipfel das Ziel sei, dann befinde sich das Team noch an der Basisstation, der Weg nach oben sei lediglich durchgeplant. Dabei gab und gibt es viele Baustellen. Das Auto entsteht im Schweizer Ort Hinwil, der Antrieb wird bei Audi in Neuburg gebaut. Es geht um die Integration beider Standorte, allerdings auch „um Mentalität, Verhaltensweisen, um die zahlenmäßige Größe des Teams, um Kapazitäten in den Fabriken, um Instrumente wie den Simulator und den Windkanal. Je tiefer man gräbt, desto mehr findet man”, sagt Binotto: „Der Abstand zu einem Topteam war definitiv riesig.”

Der Rennstall von Audi in der Formel 1 wächst stetig

Der Rennstall wächst stetig, noch immer sei er den Großen aber allein zahlenmäßig unterlegen, „im Vergleich zu den Topteams fehlen uns noch 150 Angestellte”. Es wird also eher keinen Senkrechtstart geben im kommenden Jahr, grundsätzlich fehle es aber an nichts: Alle nötigen Ressourcen für den Erfolg seien vorhanden, sagt Binotto, „jetzt kommt es auf uns an, um das umzusetzen.”

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Ab 2026 solle zunächst einmal jede Saison besser werden als die vorherige. Und werden die deutschen Fans irgendwann tatsächlich einen Sieg Nico Hülkenbergs im Audi sehen? „Das hoffe ich”, sagt Binotto, „und das denke ich.” (sid/pmk)

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