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  • Der Hamburger Alexander Zverev steht im Finale der US Open.
  • Foto: picture alliance/dpa

„Mentalitätsmonster“: Zverev steht im US-Open-Finale – und trifft auf seinen Kumpel

Trotz eines 0:2-Satzrückstandes im Halbfinale hat der Hamburger Tennisprofi Alexander Zverev zum ersten Mal in seiner Karriere das Endspiel eines Grand-Slam-Turniers erreicht. Bei den US Open in New York gewann der 23-Jährige in der Nacht von Freitag auf Samstag ein packendes und anfangs bizarres Fünf-Satz-Match gegen Pablo Carreno Busta aus Spanien in 3:22 Stunden noch 3:6, 2:6, 6:3, 6:4, 6:3.

Im Finale am Sonntag (22.00 Uhr MESZ/Eurosport) trifft der Weltranglisten-Siebte in einer Neuauflage des diesjährigen Australian-Open-Halbfinals auf seinen guten Kumpel Dominic Thiem. Der 27 Jahre alte Österreicher entschied sein Halbfinale gegen den Russen Daniil Medwedew mit 6:2, 7:6 (9:7), 7:6 (7:5) für sich.

US-Open-Finale: Alexander Zverev trifft auf Dominic Thiem

In Melbourne hatte Zverev erstmals ein Grand-Slam-Halbfinale erreicht, vor der monatelangen Unterbrechung der Tour wegen der Coronavirus-Pandemie aber gegen Thiem verloren. „Ich bin natürlich froh, aber der Job ist noch nicht erledigt“, sagte Zverev dem ARD-Hörfunk. „Ich möchte noch ein Match gewinnen, und das wird das schwerste. Aber ich bin bereit.“

Tennis-Idol Boris Becker lobt Alexander Zverev

Der Weltranglisten-Siebte zog als erster deutscher Tennisspieler seit Michael Stich 1994 in Flushing Meadows in das Finale ein. Letzter deutscher Turniersieger bei den US Open war Boris Becker im Jahr 1989. Der dreimalige Wimbledon-Champion hob vor allem die mentale Leistung Zverevs hervor, der erstmals in seiner noch jungen Karriere einen 0:2-Satzrückstand noch aufholte.

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„Ich habe mir nach zwei Sätzen schon Sorgen gemacht. Er ist dann vom Platz gegangen, aber er kam anders zurück. Er hatte dann eine andere Körpersprache. Insgesamt blieb er auch in den kritischen Phasen sehr ruhig“, sagte Becker bei Eurosport und betonte: „Es ist unglaublich, was Alexander Zverev für ein Mentalitätsmonster geworden ist.“

Alexander Zverev ist jüngster Finalist seit Novak Djokovic

Zverev ist der jüngste Grand-Slam-Finalist seit Novak Djokovic vor zehn Jahren bei den US Open und der erste Deutsche im Endspiel seit Rainer Schüttler vor 17 Jahren bei den Australian Open. „Ich konnte es nicht glauben, als ich 0:2 in Rückstand geriet. Ich wusste gar nicht, was los war. Aber ich bin in meinem ersten Grand-Slam-Finale, das ist das Wichtigste“, sagte Zverev. „Ich könnte nicht glücklicher sein, aber es ist noch ein Schritt zu gehen.“

Dabei war er miserabel in die Partie gestartet, lag nach 85 Minuten 0:2 nach Sätzen zurück. „Als ich 3:6, 2:6 hinten lag, habe ich mir gedacht, so kann ich ein Grand-Slam-Halbfinale nicht beenden“, sagte Zverev. „Ich hatte keine Chance, ich habe schlecht gespielt.“ Nach dem verlorenen zweiten Satz verließ er den Platz – und kam regelrecht verwandelt wieder. Er wurde nun stärker, spielte präziser und leistete sich weniger Fehler.

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Vor dem fünften Durchgang musste sich Carreño Busta am Rücken behandeln lassen und nahm eine dreiminütige medizinische Auszeit. Zverev nutzte diese Schwächephase und ging mit einem Break sofort 1:0 in Führung. Den ersten Matchball ließ Zverev wenig später noch ungenutzt, dann landete eine Rückhand des Spaniers im Netz.

US Open: Laura Siegemund gewinnt im Doppel

Wenige Stunden zuvor hatte sich die deutsche Fed-Cup-Spielerin Laura Siegemund den Titel im Doppel gesichert. Die 32-Jährige aus Metzingen setzte sich mit ihrer russischen Partnerin Vera Swonarewa gegen Nicole Melichar/Xu Yifan aus den USA und China mit 6:4, 6:4 durch. Es ist der erste Titelgewinn einer Deutschen im Doppel von Flushing Meadows seit Claudia Kohde-Kilsch, die 1985 gemeinsam mit Helena Sukova aus der damaligen Tschechoslowakei den Titel holte.

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