Justin Hoogma beim Kopfball
  • Justin Hoogma beim Kopfball
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Mega-Zoff in Holland: Klub von Ex-Kiezkicker verklagt Verband nach Abbruch

Vor wenigen Tagen beschloss der Niederländische Fußball-Verband KNVB, die Saison in der Eredivisie abzubrechen. Damit dürften die Debatten aber gerade erst begonnen haben, denn vor allem der Verein eines ehemaligen St. Paulianers ist mächtig auf Zinne. Mit Klagen drohen aber auch noch andere Klubs.

Justin Hoogma, von Hoffenheim verliehen, zählte beim FC Utrecht zum absoluten Stammpersonal, kam in 23 von 25 Partien zum Einsatz, erzielte ein Tor. Mit seinem Team steht er in der Tabelle drei Punkte hinter einem Europa-League-Platz – bei einem Spiel weniger und dem deutlich besseren Torverhältnis als das vor Utrecht platzierte Willem II Tilburg (mit dem Ex-HSVer Mats Köhlert).

Zudem hatten sich Hoogma und Co. ins Pokalfinale gegen Feyenoord Rotterdam gekickt, wäre bei einem Sieg ebenfalls für Europa qualifiziert gewesen. Da der Verband die aktuelle Tabelle als Kriterium für die Vergabe der Champions-League- und Europa-League-Plätze genommen hatte, ging Utrecht nun leer aus, will das aber nicht hinnehmen.

Klub von Ex-St. Paulianer will zur Not UEFA anrufen

„Es ist für den FC Utrecht nicht hinnehmbar, dass der Pokalwettbewerb, der bis auf ein Spiel nicht ausgetragen wurde, völlig ignoriert und bei den Überlegungen, welcher Verein aus sportlichen Gründen Anspruch auf ein Europaticket hat, nicht berücksichtigt wird“, teilte der Klub mit. Utrecht legte bereits Berufung gegen die Entscheidung des KNVB ein. Falls erforderlich, wird der Klub die Entscheidung bis zur höchsten Instanz anfechten, auch der Schritt zur UEFA wird nicht ausgeschlossen. Klubchef Thijs van Es sprach von einem „schwarzen Tag für den Fußball“.

„Größte Schande aller Zeiten“

Damit steht er nicht alleine da. „Das fühlt sich an wie die größte Schande aller Zeiten im niederländischen Sport“, sagt Henk de Jong,Trainer von Cambuur Leeuwarden. Der Klub wäre als derzeit Erster der Eerste Divisie, der zweiten Liga, klarer Aufstiegskandidat und bekommt diese Chance entzogen, denn es wird weder Auf- noch Absteiger geben. Cambuur lag vier Punkte vor dem zweitplatzierten de Graafschap, das auch zweitklassig bleibt, und satte elf Zähler vor dem FC Volendam.

Verein von Richard Neudecker kaum betroffen

Vergleichsweise wenig betroffen ist in Richard Neudecker ein weiterer ehemaliger Kiezkicker. Der Mittelfeldmann hatte zwar kürzlich in der MOPO wissen lassen, dass es „der Horror“ sei, „nicht gegen den Ball treten zu dürfen“. Als Tabellen-13. beendet er die Serie mit seinem Klub VVV-Venlo allerdings unspektakulär, weil jenseits von Gut und Böse.

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