Die beiden Leihspieler Omar Marmoush (l.) und Rodrigo Zalazar (m.) jubeln gemeinsam mit St. Pauli-Kicker Daniel-Kofi Kyereh.
  • Die beiden Leihspieler Omar Marmoush (l.) und Rodrigo Zalazar (m.) jubeln gemeinsam mit St. Pauli-Kicker Daniel-Kofi Kyereh.
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Marmoush, Zalazar und Co.: St. Paulis Leihspieler sind „ein Gewinn für alle Seiten“

An Leih-Arbeit im Fußball scheiden sich die Geister. Beim FC St. Pauli sorgen die Leihspieler in dieser Saison fast durch die Bank für Begeisterung – und sind wichtige Bausteine auf dem Höhenflug zum Klassenerhalt. Die Leih-Arbeit wird mit Leidenschaft betrieben. Die Effekte sind für den Kiezklub nicht nur kurzfristig, sondern auch nachhaltig.

Vier Spieler kicken in dieser Saison auf Leihbasis für den Kiezklub, drei sind im Winter gekommen, als St. Pauli im Tabellenkeller kauerte. Jeder von ihnen hat zum Aufschwung beigetragen. „Das ist ein Gewinn für alle Seiten: für uns, den ausleihenden Verein und nicht zuletzt für den Spieler“, sagt Sportchef Andreas Bornemann im Gespräch mit der MOPO.

FC St. Pauli: Leihspieler überzeugen sportlich und mental 

13 Spiele, fünf Tore, zwei Vorlagen. Das ist die Bilanz von Omar Marmoush (22). Seine Treffer und Assists haben zu vier Siegen und einem Remis und damit zu 13 Punkten geführt. Ohne diese Zähler stünde der Kiezklub auf einem Abstiegsplatz. Natürlich sind sie nicht allein das Werk der Leihgabe vom VfL Wolfsburg, aber der Stürmer ist ein großer Gewinn für St. Pauli.

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Länger als Marmoush prägt Rodrigo Zalazar das Spiel. Der 21-Jährige läuft seit Saisonbeginn für St. Pauli auf (fünf Tore, drei Vorlagen) und verausgabt sich regelmäßig, als ginge es um sein Leben – und als sei St. Pauli „sein“ Verein und nicht Eintracht Frankfurt.

Der Haken: Spieler vom Kaliber Zalazar und Marmoush sind nach kurzer Zeit in der Regel auf Nimmerwiedersehen weg und hinterlassen eine Lücke. Andererseits hätte sich St. Pauli die Qualität nicht kaufen können.

Andreas Bornemann: „Es passt einfach“

Auffällig ist, mit wie viel Herzblut sie bei der Sache sind. „Unsere Leihspieler überzeugen nicht nur sportlich, sondern auch mit ihrer Mentalität. Sie sind alle mit viel Leidenschaft dabei. Das sieht man – nicht nur auf dem Platz“, sagt Bornemann und bezieht Torwart Dejan Stojanovic (27/Middlesbrough), der sich zu einem Rückhalt entwickelt hat, und Eric Smith (23/ Gent) ausdrücklich mit ein. „Es passt einfach.“

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Kein Zufall. „Mentalität und Charakter sind schwieriger zu scouten als fußballerische Qualität, aber uns ist es wichtig, dass es auch menschlich passt“, so Bornemann. Auch vor Leihen führe man viele Gespräche und hole Informationen ein.

Die Trefferquote ist hoch. „Mit den Leih-Spielern im Sommer und im Winter haben wir gute Griffe gemacht. Das war auch schon in der Vorsaison der Fall“, sagt Bornemann und verweist auf Leo Östigard, Viktor Gyökeres und James Lawrence.

Leihspieler funktionieren beim FC St. Pauli

Dass Leihgeschäfte nicht zwangsläufig nur ein kurzer Spaß sind, zeigt die Geschichte von Lawrence. Der aktuelle Abwehrchef, den St. Pauli in der Vorsaison ausgeliehen hatte, sei „aufgrund seiner guten Erfahrungen“ zurückgekehrt, so Bornemann: „Seine Verpflichtung ist das Ergebnis einer erfolgreichen Leihe.“

Mittelfeldspieler Smith, der sich nach vier überzeugenden Auftritten verletzte und am Comeback arbeitet, könnte im Sommer per Option für eine festgeschriebene Ablöse verpflichtet werden, die zu stemmen wäre.

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St. Pauli will auch mittel- und langfristig von gelungenen Leih-Deals profitieren, indem sie den Verein attraktiv machen. „Ich bin überzeugt, dass wir eine gute Adresse für Leihspieler geworden sind, aber auch darüber hinaus für Spieler, die sich weiterentwickeln wollen“, so Bornemann.

Nur übertreiben dürfe man es nicht mit den Spielern auf Zeit. Zwei bis vier Leihspieler in einer Saison seien „unproblematisch und auch für die Zukunft ein Modell“, sagt der Sportchef. „Lieber eine gute Leihe als eine schlechte Verpflichtung.“

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